Himmelfahrt ist keine Weltraumfahrt zu fremden Gestirnen

Impuls zum Sonntagsevangelium am 5. Sonntag nach Ostern

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Von Msgr. Dr. Peter von Steinitz*

MÜNSTER, Freitag, 27. Mai 2011 (ZENIT.org). - In wenigen Tagen feiern die Christen das Fest Christi Himmelfahrt. Papst Benedikt XVI. sagt:  „Die Himmelfahrt Christi ist keine Weltraumfahrt zu den fernsten Gestirnen; denn im Grunde genommen bestehen auch die Gestirne, ebenso wie die Erde, aus physischen Elementen. Die Himmelfahrt Christi bedeutet, dass er nicht mehr der Welt der Vergänglichkeit und des Todes angehört, die unser Leben bedingt.”

Nach seiner Auferstehung gehört Christus bereits dieser anderen Welt an, die wir Himmel nennen. Das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Seinen ihn bei seinem Erscheinen oft gar nicht erkennen, obwohl er vor ihnen steht: er ist derselbe und doch ganz anders. Nachdem er verschiedenen Personen erschienen ist – manchmal wenigen, manchmal vielen auf einmal, aber nie dem ganzen Volk –, geht er hinüber in die ihm jetzt angemessene Existenz.

Aber es ist nun etwas ganz und gar Neues geworden. Seine Menschheit bleibt. Er hat sie nicht abgelegt, um zum Vater zurückzukehren. Die hl. Hildegard von Bingen hat das in einem Bild so dargestellt: die Heiligste Dreifaltigkeit zeichnet sie als drei konzentrische Ringe, und in dem innersten steht die Gestalt eines Menschen.

Versuchen wir uns das vorzustellen. Seit etwa zweitausend Jahren befindet sich im Inneren der Dreifaltigkeit zum ersten Mal ein Mensch, der Mensch, der Gottmensch Jesus Christus.

Was uns das angeht? Wir alle sind dazu berufen, ebenfalls so in die innersten Tiefen des dreifaltigen Gottes einzutauchen, wie die Liturgie immer wieder sagt: „Durch ihn und mit ihm und in ihm”.

Im Evangelium des heutigen Sonntags nennt Jesus die Bedingungen für diese übernatürliche „Weltraumfahrt”: Gott lieben und die Gebote halten. „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote halten”.

Der Monat Mai geht seinem Ende entgegen. Des Öfteren haben wir auf Maria geschaut, die, wie Augustinus sagt, die erste Jüngerin Jesu ist. Sie kann uns tatsächlich in der Intimität des Gebets viele Anregungen dazu geben, wie wir das zu einer Einheit verbinden: Gott lieben, die Gebote halten und nach dem Himmel Ausschau halten. Und so Tod und Vergänglichkeit überwinden. Sie hat so gehandelt und ist mit Seele und Leib in der Herrlichkeit des Himmels, so wie es auch für uns einmal bestimmt ist.

*Msgr. Dr. Peter von Steinitz, war bis 1980 als Architekt tätig; 1984 Priesterweihe durch den sel. Johannes Paul II.; 1987-2007 Pfarrer an St. Pantaleon, Köln; seit 2007 Seelsorger in Münster. Er ist Verfasser der katechetischen Romane: „Pantaleon der Arzt “ und „Leo - Allah mahabba“.