Hinrichtungen in Nordkorea wegen Besitzes einer Bibel

Rund 80 Menschen exekutiert

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 590 klicks

Dem Bericht einer südkoreanischen Nachrichtenagentur zufolge wurden in sieben Städten Nordkoreas circa 80 Menschen hingerichtet. Einige waren wegen des Besitzes einer Bibel zum Tode verurteilt worden.

Die Tageszeitung „Korea Joongang Daily“ berichtete, dass die erste Hinrichtungswelle am Sonntag, dem 3. November, stattgefunden habe. Zehn Menschen seien jeweils in Wonsan, Chongjin, Sariwon und Pyongsong getötet worden. Berichten zufolge seien in Wonsang die wegen des Besitzes einer Bibel Verurteilten im Stadium hingerichtet worden. Der Exekution durch Maschinengewehrsalven mussten rund 10.000 Besucher, darunter auch Kinder, beiwohnen.

Im März riefen die Vereinten Nationen eine „Kommission zur Untersuchung über Menschenrechte in der Demokratischen Republik Korea“ ins Leben, um den zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Nordkorea nachzugehen.

Rosella Ideo, Expertin für asiatische Diplomatie und politische Geschichte, erklärte gegenüber Radio Vatikan, dass Flüchtlinge aus Nordkorea derartige Hinrichtungen bestätigt hätten. Auch der UN lägen ähnliche Berichte zu Haftlagern in Nordkorea vor. Die UN habe Nordkorea ohne Erfolg um die Erlaubnis gebeten, vor Ort die Existenz der Lager zu überprüfen, die seit Jahren auch per Satellit geortet würden. Die Existenz der Lager sei unbestritten, es gebe Zeugen, aber Nordkorea müsse seine Pforten öffnen. Wenn erst der Zugang zu den Lagern gestattet werde, sei das mit dem Öffnen der Büchse der Pandora vergleichbar.