„Hirten nach dem Herzen Jesu“: Kardinal Schönborn bei Priesterweihe im Wiener Stephansdom

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WIEN, 18. Juni 2007 (ZENIT.org).- „Nichts braucht unsere Zeit so sehr als wirkliche Hirten nach dem Herzen Jesu“, betonte der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, der am Freitag sieben Männern zwischen 28 und 70 Jahren das Sakrament der Priesterweihe spendete.



Hirten „nach dem Herzen Jesu“ erwüchsen „aus dem Glaubenszeugnis ihrer Familien, aus dem Vorbild anderer Priester, aus den Erfahrungen mit den Menschen und vor allem aus dem immer tieferen Hinhören auf Jesus“, so Kardinal Schönborn während des Weihegottesdienstes in der Wiener Stephanskirche. Und dabei komme es nicht darauf an, ob ein Priester Inländer oder Ausländer, Diözesan- oder Ordenspriester, jung oder alt, Früh- oder Spätberufener sei.

Kardinal Schönborn unterstrich nach einem Bericht der Erzdiözese Wien vor Peter Ramsebner (28) aus Linz, Zdzislaw Piotr Wawrzonek (32) aus Polen, Redemptorist Martin Leitgöb (35), Mario Koji Hatakayama (36) aus Sao Paulo (Brasilien), dem früheren evangelisch-lutherischen Pfarrer Gerhard Höberth (47), dem früheren Oberarzt Ignaz Hochholzer (51) und dem verwitterten pensionierten Zollbeamten Franz Kaukal (70), dass die Kirche nicht ohne Priester leben könne, dass sie nach ihnen suche und für sie bete. Darüber hinaus verwies er darauf, dass fast ein Drittel der Diözesan- und Ordenspriester in der Erzdiözese Wien aus fremden Ländern, Sprachen und Kulturen kommen.

„Wenn der Priester ein Hirte ist, wie Jesus ihn sich wünscht, wird er die Sprache der Herzen finden, auch wenn sein Deutsch noch unvollkommen ist. Wenn er mit den Augen Jesu die Menschen sieht, wird er die Wege zu ihnen finden, auch wenn er aus einem anderen Kulturkreis kommt.“ Wahre Hirten könnten zusammen mit den Gläubigen eine neue Kultur schaffen – aus der Kraft des Glaubens heraus.