Hirtenwort der österreichischen Bischöfe zum Papstbesuch 2007

Ermutigung zu vorbereitendem und begleitendem Gebet

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WIEN, 21. Juni 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen das heute vorgestellte Hirtenwort, dass die österreichischen Bischöfe während er ihrer diesjährigen Sommer-Vollversammlung im Marienwallfahrtsort Mariazell im Hinblick auf den bevorstehenden Besuch von Papst Benedikt XVI. (7. – 9. September) verfasst haben.



Das Großereignis stelle ein „großes geistliches Geschenk an die Kirche in Österreich“ dar, das weltweit Beachtung erfahren werde, schreiben die Hirten. „‚Auf Christus schauen‘ lautet das Leitwort der Pilgerreise des Papstes. Das ist eine Grundvoraussetzung für das Gedeihen der Kirche und für jede Erneuerung ihres Lebens.“

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Hirtenwort der österreichischen Bischöfe
zum Besuch von Papst Benedikt XVI. in Österreich

In Mariazell, das seit Jahrhunderten das Pilgerziel unzähliger Christen aus ganz Österreich und aus vielen Nachbarländern ist, sind wir, die katholischen Bischöfe Österreichs, zu unserer alljährlichen Sommerkonferenz versammelt. Von hier aus, wo Maria im altehrwürdigen Gnadenbild den Pilgernden ihren Sohn Jesus Christus, das Heil der Welt, zeigt, erneuern wir die herzliche Einladung an alle Gläubigen zur Wallfahrt im Jubiläumsjahr dieses Heiligtums.

Höhepunkt des Mariazeller Jubiläumsjahres wird der Besuch des Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI., am Samstag, 8. September, sein. Mariazell ist das Ziel seiner einzigen Europa-Reise, die er in diesem Jahr unternimmt, um seine Brüder und Schwestern im Glauben zu stärken. Dieses große geistliche Geschenk an die Kirche in Österreich wird weltweit beachtet. "Auf Christus schauen" lautet das Leitwort der Pilgerreise des Papstes. Das ist eine Grundvoraussetzung für das Gedeihen der Kirche und für jede Erneuerung ihres Lebens.

Die ganze Buntheit kirchlichen Lebens in Österreich soll dabei in Mariazell in Freude am gemeinsamen Glauben vertreten sein: möglichst alle Pfarren vom Bodensee bis zum Neusiedlersee, das vielgestaltige Laienapostolat, die geistlichen Frauen- und Männerorden, die Priester und Diakone, die Seminaristen in Gemeinschaft mit vielen Pilgern aus den Nachbarländern und mit den Bischöfen aus dem In- und Ausland. Wir laden dazu alle herzlich ein. Bitte melden Sie sich in ihren Pfarren oder über das Internet an. Mariazell ist gut vorbereitet, es gibt genügend Raum für ein großes Fest des Glaubens.

Unzählige Menschen im In- und Ausland werden durch das Fernsehen und andere Medien mit der Feier in Mariazell verbunden und für das Glaubenszeugnis der dort mit dem Papst Versammelten dankbar sein. Dankbar sind wir für den Glauben der Menschen, der seit Jahrhunderten dieses Land beseelt. Dankbar sind wir, dass wir mitten in Europa in Frieden leben können. Dankbar sind wir für das vielfältige Engagement von Männern und Frauen in unseren Gemeinden.

Papst Benedikt XVI. wird auch die Sorgen der einzelnen Christen und ihrer Gemeinden mit uns teilen: die Sorge um die Jugend, um Ehe und Familie und um das Scheitern von Beziehungen, die Sorge um die zunehmend bedrohte Würde des Lebens und um den Mangel an geistlichen Berufungen. Er wird sie mit uns der Fürsprache Marias anvertrauen, die uns lehren kann und lehren will, auf Christus zu schauen.

Gleichzeitig mit dem Besuch des Papstes in Mariazell erreicht die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung (EÖV3) in Sibiu/Hermannstadt (Rumänien) ihren Höhepunkt. Christen aus allen Kirchen in Europa versammeln sich dort unter dem Motto "Das Licht Christi scheint auf alle. Hoffnung für Erneuerung und Einheit in Europa". Wir sind in dem einen Geist und dem einen Herrn miteinander verbunden.

Einen Monat vor dem Besuch des Heiligen Vaters wird in den Tagen vom 12. bis 15. August eine internationale Jugendwallfahrt zahlreiche junge Christen aus ganz Österreich und Mitteleuropa in Mariazell zusammenführen, auch als Vorbereitung auf den Besuch des Papstes. Wir Bischöfe werden mit den jungen Menschen beten, feiern und uns an ihren Gesprächen beteiligen.

Liebe katholische Christen in Österreich, Brüder und Schwestern, wir bitten Euch, beide Ereignisse in Mariazell durch Euer vorbereitendes und begleitendes Gebet und nach Möglichkeit auch durch persönliche Teilnahme mitzutragen. Insbesondere bitten wir euch, am Vorabend des Festes Mariä Geburt (7. September) in den Kirchen vor dem Allerheiligsten anbetend auf Christus zu schauen und unser Land mit einem "Gebetsnetz" zu überziehen.

Für all das erbitten wir besonders die Fürsprache der Gottesmutter, die in Mariazell als Magna Mater Austriae angerufen und verehrt wird.

Die Erzbischöfe und Bischöfe Österreichs

Mariazell, am 18. Juni 2007

[Von der Österreichischen Bischofskonferenz veröffentlichtes Original]