Hl. Therese in Bethlehem und Jerusalem

Reliquien im Heiligen Land: lebendige Traditionen und Volksfest

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JERUSALEM, Dienstag, 24. Mai 2011 (ZENIT.org/H2onews). - Mit Freude und großer Verehrung wurden die Reliquien der heiligen Therese vom Kinde Jesu bei ihrer Ankunft in Jerusalem in Empfang genommen, wohin sie vor etwas weniger als zwei Monaten gelangt waren.

Es war der Beginn einer langen Pilgerreise, einer langen Reise an die Orte des Heiligen Landes. Vom 2. bis zum 9. Mai kam Therese dann nach Jerusalem zurück und sammelte um sich und um ihr gutes Beispiel alle Katholiken der Stadt. Ihr Beispiel als junge Frau, die Jesus auch in den kleinesten Dingen des Lebens bezeugt hatte.

Ihre Reliquien wurden in der Kirche des Heiligen Erlösers ausgestellt, wo sich am 7. Mai die Repräsentanten der katholischen Pfarreien zur Heiligen Messe im maronitischen Ritus versammelten. Am Abend wurden die Reliquien dann zur melkitischen Kirche übertragen.

Die Verehrung der Gläubigen für die heilige Therese ist groß, auch in der Kirche des griechisch-katholischen Ritus, wo sich am Sonntag nach der Messe gemäß einer langen byzantinischen Tradition der Bischof Msgr. Zrey kniend niederließ, um die Reliquien der Heiligen über seinen Kopf zu führen.

Viele schlossen sich dann der Prozession an, die die Reliquien zu den Maroniten brachte, über Rosenblätter hinweg und begleitet von der Musik der Pfadfinder.

Nach Erreichen des Ziels war die Freude darüber groß, eine Hand auf das Reliquiar legen zu dürfen, es war ein Freudenfest der Gesänge und Gebete… Ein Fest, das sich am folgenden Nachmittag in Bethlehem wiederholte, wo zahllose Personen kamen, um die hl. Therese zu begrüßen. Fahnen, viele Kinder und Frauen in Tracht… die Straßen waren gefüllt, um die Reliquien willkommen zu heißen, die von mehreren Studenten des „Terra Sancta Colleges“ von Bethlehem auf den Armen getragen wurden, während die Mädchen der „St. Joseph school“ Blütenblätter auf die Straße warfen und Fahnen mit dem Antlitz der Heiligen emporhielten.

Die Kirche des Karmel, wo die Reliquien neben jene der seligen Maria des gekreuzigten Jesus aufgestellt wurden, blieb bis zum Abend offen und erlaubte so den Gläubigen, dort im Gebet zu verweilen.

Am Folgetag begleiteten viele Menschen Therese in einer Prozession zur Altstadt bis zur Kirche der hl. Katherina zur Messe.

„Therese ist die Heilige des Kindes Jesu, wir müssen uns ganz besonders freuen, sie hier zu haben, in der Stadt des Kindes Jesu“, sagte der Pfarrer von Bethlehem, Pater Marwan während seiner Predigt.

Als letztes Ziel hatten die Reliquien die „Milchgrotte“, ohne dass die Freude und der Gesang der Christen in Bethlehem je verstummt wären.