Hochfest Peter und Paul: Benedikt XVI. überreicht 34 Erzbischöfen das Pallium

Zeichen der Gemeinschaft mit dem Papst

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ROM, 25. Juni 2009 (ZENIT.org).- Am kommenden Montag, dem Hochfest der Apostel Petrus und Paulus, wird Papst Benedikt XVI. während des Pontifikalhochamts im Petersdom 34 neu ernannten Bischöfen von Metropolitan-Erzdiözesen das Pallium auflegen. Das Pallium ist ein besonderes Zeichen der Verbundenheit mit dem Bischof von Rom.



In seiner Predigt zur Amtsübernahme erklärte der Papst am 24. Mai 2005 den mit dem Pallium verbundenen Symbolismus: Das Pallium sei Zeichen des „Joches Christi“, das das „Joch Gottes“ ist. Konkret deute das auf die Arbeit des Hirten hin: Das Pallium stelle das „verirrte Lamm oder auch das kranke und schwache Lamm“ dar, „das der Hirt auf seine Schultern nimmt und zu den Wassern des Lebens trägt“.

Das Pallium, so erläuterte Benedikt XVI. damals, „sagt uns zuallererst, dass wir alle von Christus getragen werden. Aber er fordert uns zugleich auf, einander zu tragen. So wird das Pallium zum Sinnbild für die Sendung des Hirten.“

Seit dem vierten Jahrhundert tragen die Bischöfe von Rom das Pallium, um so ihre besondere Jurisdiktion symbolhaft zum Ausdruck zu bringen. Das Pallium, das ursprünglich dem Nachfolger Petri vorbehalten war, wurde in der Folge als Zeichen der besonderen Verbundenheit mit dem Heiligen Stuhl allen Metropolitan-Erzbischöfen verliehen. Papst Symmachus gewährte dieses Privileg zum ersten Mal dem Bischof von Arles, Caesarion, im Jahr 513. Seit dem neunten Jahrhundert ist das Pallium Insignie aller Erzbischöfe. Es handelt sich um eine ringförmig über dem Messgewand getragene Wollstola, von der vorn und rückwärts je ein bleibeschwertes Endstück herabhängt.

Die Wolle, aus der die römischen Pallien verfertigt werden, stammt von zwei weißen Lämmern, die von den lateranensischen Regularkanonikern am Fest der heiligen Agnes (21. Januar) in Sant’Agnese fuori le Mura dem Kapitel von St. Johann im Lateran als Abgabe entrichtet, nach dem Pontifikalamt feierlich auf dem Hochalter der Kirche gesegnet und dann dem Papst übergeben werden.

Die neuen Pallien werden alljährlich am Festtag der heiligen Apostel Petrus und Paulus vom Papst gesegnet und anschließend in der „Palliennische“ der „Confessio“-Kapelle über dem Grab des Apostels Petrus verwahrt.

Seit dem Frühmittelalter haben die Päpste ein Pallium getragen, das auf der Brust und dem Rücken in der Form eines Y lag. Die Stola ist mit fünf gestickten schwarzen oder purpurnen Kreuzen – Symbol der fünf Wundmale Christi – geschmückt. Diese Form wurde zu Beginn des neuen Jahrtausend aufgegeben.

Das päpstliche Pallium unterscheidet sich mit seinen fünf roten Kreuzen von denen der übrigen Erzbischöfe, um die anders geartete Jurisdiktion gegenüber den Metropolitan-Erzbischöfen zu betonen. Seit einem Jahr trägt der Papst wieder ein Pallium in der klassischen Form. Das vorhergehende, auf der Schulter getragene wurde aus praktischen Gründen sowie aufgrund eines ungerechtfertigten „Archaismus“ aufgegeben. Während seines Besuchs in der Erdbebenregion in den Abruzzen brachte Benedikt XVI. am 28. April sein ehemaliges Pallium zum Grab seines Vorgängers, des heiligen Coelestin V. (1215-1296).

Folgenden Metropolitan-Erzbischöfen wird Papst Benedikt am kommenden Montag, dem 29. Juni, das Pallium umlegen:

Domingo Díaz Martínez, Erzbischof von Tulancingo (Mexiko)
Víctor Sánchez Espinosa, Erzbischof von Puebla de Los Ángeles (Mexiko)
Carlos Aguiar Retes, Erzbischof von Tlalnepantla (Mexiko)
Carlos Osoro Sierra, Erzbischof von Valencia (Spanien)
Braulio Rodríguez Plaza, Erzbischof von Toledo (Spanien)
Ismael Rueda Sierra, Erzbischof von Bucaramanga (Kolumbien)
Manuel Felipe Díaz Sánchez, Erzbischof von Calabozo (Venezuela)
José Luis Escobar Alas, Erzbischof von San Salvador (El Salvador)
Sérgio da Rocha, Erzbischof von Teresina (Brasilien)
Maurício Grotto de Camargo, Erzbischof von Botucatu (Brasilien)
Gil Antônio Moreira, Erzbischof von Juiz de Fora (Brasilien)
Orani João Tempesta, Erzbischof von São Sebastião do Rio de Janeiro (Brasilien)
Allen Henry Vigneron, Erzbischof von Detroit (USA)
Timothy Michael Dolan, Erzbischof von New York (USA)
Robert James Carlson, Erzbischof von Saint Louis (USA)
George Joseph Lucas, Erzbischof von Omaha (USA)
Gregory Michael Aymond, Erzbischof von New Orleans (USA)
Pierre-André Fournier, Erzbischof von Rimouski (Kanada)
Michael Miller, Erzbischof von Vancouver (Kanada)
Giuseppe Betori, Erzbischof von Florenz (Italien)
Salvatore Pappalardo, Erzbischof von Siracusa (Italien)
Domenico Umberto D'Ambrosio, Erzbischof von Lecce (Italien)
Ghaleb Moussa Abdalla Bader, Erzbischof von Algeri (Algerien)
Mieczysław Mokrzycki, Erzbischof von Lviv der Lateiner (Ukraine)
Joseph Aké Yapo, Erzbischof von Gagnoa (Elfenbeinküste)
Paul Mandla Khumalo, Erzbischof von Pretoria (Südafrika)
Marcel Utembi Tapa, Erzbischof von Kisangani ( Kongo)
Anicetus Nongso Antonius Sinaga, Erzbischof von Medan (Indonesien)
Philip Naameh, Erzbischof von Tamale (Ghana)
Andrzej Dzięga, Erzbischof von Szczecin-Kamień (Polen)
Vincent Gerald Nichols, Erzbischof von Westminster (Großbritannien)
Philippe Ouédraogo, Erzbischof von Ouagadougou (Burkina Faso)
Francis Xavier Kriengsak Kovithavanij, Erzbischof von Bangkok (Thailand)
Patabendige Don Albert Malcolm Ranjith, Erzbischof von Colombo (Sri Lanka)