Hoffnung, die Leiden und Schmerz überdauert: Benedikt XVI. ermutigt Hirten aus Myanmar

Der Apostel Paulus als Vorbild für unerschütterliche Zuversicht

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ROM, 30. Mai 2008 (ZENIT.org).- Nicht einmal ein großes Unglück kann gläubige Menschen von der Liebe Gottes trennen: Aus diesem Bewusstsein heraus ermutigte Benedikt XVI. heute die Bischöfe aus Myanmar, inmitten des menschlichen Leids und der Verwüstungen, die der Wirbelsturm „Nargis“ angerichtet hat, den Mut nicht sinken zu lassen.



„In dieser kritischen Stunde danke ich dem allmächtigen Gott dafür, dass er uns zusammengeführt hat, so dass wir uns von Angesicht zu Angesicht gegenüberstehen können, denn das gibt mir die Möglichkeit, euch darin zu bestärken, dass die Weltkirche mit allen geistig verbunden ist, die den Verlust derer beklagen, die sie lieben, und dass die Kirche ihnen allen die Verheißung des Herrn entgegenbringt, die Verheißung des Trostes und der Stärkung.“

Der Bischof von Rom würdigte das Engagement, das die Kirche und die kirchlichen Hilfsorganisationen seit dem Zeitpunkt der verheerenden Umweltkatastrophe an den Tag legen, und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Hilfskräfte der internationalen Gemeinschaft nun tatsächlich Zugang zu den betroffenen Gebieten erhalten mögen, insbesondere zu jenen Gegenden, wo ihre Unterstützung am dringendsten gebraucht werde.

„Möge Gott die Herzen aller Menschen öffnen, so dass ein gemeinsamer Kraftaufwand möglich wird, um die laufenden Bemühungen zu erleichtern und zu koordinieren und so den Notleidenden Hilfe zu bringen und die Infrastruktur des Landes wieder aufzubauen.“

Mit Blick auf die wachsenden Priester- und Ordensberufungen unter den Katholiken Myanmars verwies der Papst auf die Bedeutung der Katechese und der religiösen Bildung, die auch für die Erneuerung des Glaubenslebens unter den Laien von entscheidender Bedeutung sei, die sich ebenfalls als „Arbeiter im Weinberg“ des Herrn verstehen sollten.

Die Hirten sollten ihre Mitarbeiter daran erinnern, dass sie sich immer wieder bei der Eucharistie neue Kraft holen sollten – „durch die Teilnahme an der Liturgie und der stillen Anbetung“. Außerdem gelte es, wirkungsvolle Evangelisierungs- und Katechesenprogramme zu entwickeln und dabei auf alle verfügbaren Hilfsmittel wie Broschüren oder audio-visuelle Medien zurückzugreifen, Sie stellten eine Ergänzung zur mündlichen Vermittlung der katholischen Lehre dar.

Angesichts der Tatsache, dass in Myanmar der Großteil der Bevölkerung buddhistisch ist, ermutigte Benedikt XVI. seine Gäste in ihrem Bestreben, die gegenseitigen Beziehungen „zum Wohl der katholischen Gemeinden und der ganzen Nation“ zu verbessern.

Schließlich verwies der Heilige Vater auf das Paulusjahr, das die Kirche im kommenden Monat aus Anlass des 2000. Geburtstages des Völkerapostels eröffnen wird, und betonte die Beharrlichkeit dieses Jüngers Christi inmitten der vielen Verfolgungen und Drangsale, die er hatte erleiden müssen.

„Paulus ruft uns dazu auf, den Blick immer auf die Herrlichkeit zu richten, die uns erwartet, so dass wir angesichts der Schmerzen und Leiden von heute nicht verzweifeln. Das Geschenk der Hoffnung, das wir empfangen haben – Hoffnung, in der wir gerettet sind –, verleiht Gnade und verwandelt unsere Lebensweise (vgl. Spe Salvi, 3). Durch den Heiligen Geist erleuchtet, lade ich euch ein, such mit dem heiligen Paulus im sicheren Vertrauen zu verbinden, dass nichts – weder Bedrängnis noch Verfolgung oder Hunger, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges – uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (vgl. Röm 8,35-39).

In Myanmar leben rund 50 Millionen Menschen, darunter 653.000 Katholiken, die ihren Glauben in eingeschränkter Freiheit leben können. Nach den Zerstörungen, die der Zyklon „Nargis“ am 2. und 3. Mai anrichtete, fehlt es den Bürgern an der lebensnotwendigen Grundversorgung, an Trinkwasser, Lebensmitteln, Unterkunft und medizinischer Versorgung. Die Ortkirche konnte bisher rund 25.000 Menschen helfen.

Von Dominik Hartig