Holland hat einen neuen Kardinal

Wim Eijk, der achtundfünfzigjährige Erzbischof von Utrecht, wird Nachfolger von Kardinal Simonis

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Von Paola De Groot-Testoni

AMSTERDAM, 7. Februar 2012 (ZENIT.org). - Die Niederlande haben einen neuen Kardinal. Der 58-jährige Willem („Wim”) Jacobus Eijk, Erzbischof von Utrecht, wurde von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt, nachdem Kardinal Simonis, der diese Würde seit 1985 innehatte, im vergangenen November seinen achtzigsten Geburtstag feierte und daher nicht mehr am Konklave für die Papstwahl teilnehmen kann. Die Kardinalswürde ist ein Ehrenamt in der katholischen Kirche und nur der Papst kann bestimmen, wem es verliehen werden soll.

Erzbischof Eijk befand sich in Köln, als seine Ernennung am vergangenen 6. Januar bekanntgemacht wurde. Die Erzdiözese Utrecht gratulierte ihm „mit dem Wunsch, diese Aufgabe mit Weisheit und mit der Hilfe des göttlichen Segens erfüllen zu können“.
Willem  Jacobus Eijk kam in Duivendrecht zur Welt und machte 1978 seinen Abschluss in Medizin an der Universität Amsterdam.

Danach entschloss er sich, dem Seminar von Rolduc in Kerkrade beizutreten, um Priester zu werden. 1979 nahm er zusätzlich zu seiner religiösen Ausbildung das Studium der medizinischen Bioethik an der Universität Leiden auf. 1985 zum Priester geweiht, wurde Eijk Pfarrer in der Kirche zum hl. Antonius von Padua in Blerick in der Diözese Roermond. 1987 erlangte er den Doktortitel in medizinischer Bioethik mit einer Dissertation über Euthanasie. 1990 kam noch ein Doktortitel in Philosophie hinzu, den er von der Päpstlichen Universität des Angelicums für eine Dissertation über Genmanipulation erhielt.

Wenig später begann Eijk, am Seminar in Rolduc Moraltheologie zu unterrichten. Nach 1996 zog er nach Lugano zur Lehre an der Theologischen Fakultät der dortigen Universität. Von 1997 bis 2002 war er Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission.

Am 17. Juli 1999 wurde er als Nachfolger von Bischof Möller zum Bischof von Groningen ernannt und wählte als sein Motto „Noli recusare labore“ („Lehne keine Mühen ab“). 2001 erlitt er eine Hirnblutung und war gezwungen, seine Aufgaben eine Zeitlang dem Generalvikar zu überlassen, übernahm sie aber schon nach wenigen Monaten wieder, nachdem er vollständig genesen war.

Am 11. Dezember 2007 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Erzbischof von Utrecht ernannt, als 70. Nachfolger des hl. Willibrord und unmittelbarer Nachfolger von Kardinal Simonis. Am 26. Januar 2008 trat er in der Kathedrale der heiligen Katharina sein Amt an. 2011 wurde er zum Vorsitzenden der niederländischen Bischofskonferenz gewählt. Am 6. Januar 2012 machte Papst Benedikt XVI. seine Ernennung zum Kardinal bekannt, die er zusammen mit 21 weiteren Kardinälen aus verschiedenen Ländern der Welt im Konsistorium am kommenden 18. Februar vollziehen wird.

Seit der Ernennung von Jan de Jong im Jahr 1946 ist es üblich geworden, dass der Papst in den Niederlanden den Erzbischof von Utrecht zum Kardinal wählt.

[Übersetzung des italienischen Originals von Alexander Wagensommer]