Honduras: Dramatische Situation der Straßenkinder

3.000 Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren von Prostitution und Missbrauch betroffen

Rom, (Fides) | 299 klicks

Auf den Straßen von San Pedro Sula, nach der Hauptstadt Tegucicalpa die zweitgrößte Stadt in Honduras, leben viele Minderjährige zwischen Schmutz und Verderben. Nur rund 10 Prozent von ihnen haben eine Unterkunft, in die sie sich nachts zurückziehen können.

Auf der Grundlage einer jüngsten Studie beklagt das „Instituto Hondureño de la Niñez y la Familia“ (Ihnfa) die Situation der Straßenkinder, die ohne Schutz und oft zu Arbeit oder Prostitution gezwungen sind. Rund 20 Prozent laufen Gefahr von kriminellen Banden für illegale Tätigkeiten rekrutiert zu werden, und etwa die Hälfte ist in Geschäfte des Drogenhandels verwickelt.

Nach Angeben der Ihnfa leben alleine in San Pedro Sula rund 5.000 Minderjährige auf der Straße. Davon handelt es sich bei rund 3.000 um Mädchen im Alter zwischen 12 und 17 Jahren, die sich prostituieren. Rund 20 Prozent der Straßenkinder sind Analphabeten, und 79 Prozent gehen nicht zur Schule. Oft sind sie nicht nur Opfer der Prostitution, sondern müssen auch betteln. Kinderprostitution findet nicht nur im Stadtzentrum, sondern auch in den Stadtrandgebieten und Vororten statt. Oft fliehen die Minderjährigen vor der Misshandlung in der eigenen Familie, oder sie werden von ihren Familien verlassen.

In der psychologischen Beratungsstelle „Catrachos al Cambio“ wird professionelle Hilfe angeboten, die den Minderjährigen helfen soll, ihre Krise und die erlittenen Traumata zu überwinden.

In San Pedro Sula werden insgesamt 415 Kinder in Rehabilitationszentren des Ihnfa, christlichen Einrichtungen oder Anlaufstellen von Nichtregierungsorganisationen betreut. (AP)

(Quelle: Fides 13/1/2014)