Hongkong: Kardinal Zen ermutigt Gläubige, für die Demokratie einzutreten

Großkundgebung zum zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung mit China am 1. Juli

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HONGKONG, 20. Juni 2007 (ZENIT.org).- Der Hongkonger Bischof Joseph Kardinal Zen Ze-kiun hat mit Blick auf die Feiern zum zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung mit China (1. Juli 1997) darauf hingewiesen, dass sich die Lebensumstände für die armen und nicht privilegierten Menschen im vergangen Jahrzehnt eher verschlechtert haben. Außerdem ermutigte er die Gläubigen, am 1. Juli an einer Großkundgebung für die Demokratie teilzunehmen.



Der „Marsch für die Demokratie“ ist in Hongkong seit dem 1. Juli 2003 Tradition. Damals gingen mehr als 500.000 Menschen auf die Straße, um gegen eine Gesetzesvorlage zur Vorbeugung eines Umsturzes zu protestieren und die Fehler des ersten von der Volksrepublik China eingesetzten Regierungschefs der Sonderverwaltungszone, Tung Chee-hwa, offen zu kritisieren. In diesem Jahr soll für die Einführung des allgemeinen Wahlrechts protestiert werden.

Kardinal Zen bekräftigte am 17. Juni während der Versammlung der bischöflichen Kommission „Justitia et Pax“ in Hongkong, dass sich die Kirche besonders für die armen Menschen einsetze. „Die Armen müssten unsere Lehrer sein“, so der 1932 in Shanghai geborene Kardinal, der der Ordensgemeinschaft der Salesianer Don Boscos angehört, nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AsiaNews.

Bereits am 16. Juni hatten der buddhistische, konfuzianistische, taoistische, muslimische, protestantische und katholische Hirte beziehungsweise Führer den zehnten Jahrestag der Wiedervereinigung Hongkongs mit China gemeinsam feierlich begangen. Kardinal Zen betete bei dieser Gelegenheit um Freiheit, soziale Gleichheit und die Ausrottung der Armut.