"Hülle und Zier. Mittelalterliche Textilien im Reliquienkult"

Eine Ausstellung der Abegg-Stiftung

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 283 klicks

Das Museum der Abegg-Stiftung in Riggisberg (Schweiz) zeigt bis zum 9. November 2014 eine Sonderausstellung zum Thema Reliquien: „Hülle und Zier. Mittelalterliche Textilien im Reliquienkult“.

Die Ausstellung geht der Frage nach, welche Bedeutung Textilien im Reliquienkult zukommt. Textilien dienten sowohl zum Schutz als auch zum Schmuck der sterblichen Überreste der Heiligen; auch die Textilien der Heiligen selbst galten als Reliquien und wurden entsprechend sorgfältig aufbewahrt. In der Ausstellung ist eine entsprechend große Bandbreite an Textilien zu besichtigen: „große, prachtvoll gemusterte Stoffstücke für die Gebeine von Heiligen, fein gearbeitete Beutelchen für kleinere Reliquien und luxuriöse Seidenstöffchen, die zur Verpackung von winzigen Splittern dienten“. Die ältesten Stoffe stammen aus der Zeit vom 4. bis zum 6. Jahrhundert, die jüngsten Exemplare aus dem 14. Jahrhundert. Zu den Höhepunkten unter den Exponaten zählen das Messgewand des heiligen Bernward von Hildesheim aus dem 11. Jahrhundert und Stoffe aus dem Schrein des heiligen Godehard in Hildesheim. Letztere sind „Reste der Grabgewänder des Heiligen sowie spektakuläre Seidengewebe und Altartücher aus feinstem Leinen“. Nur dank der aufwendigen Restaurierung durch das Textilkonservierungsatelier der Abegg-Stiftung ist es möglich, die wertvollen und hochempfindlichen Stoffe dem breiten Publikum zeigen zu können.

Die Abegg-Stiftung verfügt über eine der bedeutendsten Textilsammlungen mit Textilien und andere Kunstgegenstände aus Europa, dem Vorderen Orient und dem Gebiet der Seidenstraßen, die aus der Zeit vom 4. Jahrhundert vor Christus bis um 1800 stammen.