Hunderttausende demonstrieren in Paris gegen Gesetzesvorhaben von Hollande

Großdemonstration gegen die so genannte Ehe für alle

Rom, (ZENIT.org) Jan Bentz | 1132 klicks

Nach Angaben der Polizei (Deutschlandfunk) haben am Sonntag ca. 340 000 Menschen (die Organisatoren sprechen von mehr als einer Million Teilnehmern) in Paris gegen die Gleichstellung der „Homo-Ehe“ mit einer Ehe zwischen Mann und Frau und die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Partner demonstriert. Mehrere Sonderzüge und Hunderte von Bussen waren zum Transport von Teilnehmern in die französische Hauptstadt im Einsatz. Wegen des erwarteten Massenansturms war das Sonntagsspiel des Fußballclubs Paris-Saint-Germain vorverlegt worden.

Zur Demonstration hatte ein Bündnis mit dem Namen „La Manif Pour Tous“ (Die Demonstration für alle) aufgerufen, zu dem zahlreiche namhafte Personen und Organisatoren gehören. Die Aktion ist wesentlich auf die Initiative der Kabarettistin Virginie Tellenne (Frigide Barjot) zurückzuführen, der Autorin eines Buches mit dem Titel „Confessions d'une catho branchée (Geständnisse einer trendigen Katholikin)“, die bereits eine Kampagne zur Verteidigung von Papst Benedikt XVI. angestoßen hatte. Das Bündnis hatte auch mittels Facebook und Twitter landesweit operiert und informiert.

Zu den mehr als dreißig zusammengeschlossenen Organisationen gehören katholische Familienverbände, das „Kollektiv für das Kind“, der Verband „Liebe und Familie“, Homosexuellenvereine, evangelikale Protestanten, Buddhisten, Juden und Muslime. Aufrufe zur Teilnahme und Organisation von Transporten kamen auch von Pfarreien, Gemeindevorständen und Bischöfen sowie dem katholischen Civitas-Verband, der sich in einigen Punkten von Frigide Barjot distanziert.

Unterstützer der Aktion waren ebenfalls der Erzbischof von Paris, Kardinal Vingt-Trois, sowie der Oppositionsführer Jean-Francois Cope.

Frankreichs sozialistischer Präsident Francois Hollande hatte im Wahlkampf mit dem „Punkt 31“ durch die Homo-Ehe und das Adoptionsrecht Schwulen und Lesben die „Ehe für alle“ versprochen, womit er der Praxis in anderen europäischen Ländern nachfolgen will.

Die französische Regierung wird Ende Januar einen entsprechenden Gesetzentwurf in die Beratung des französischen Parlamentes einbringen.

„Dieses Projekt“, heißt es im Kundgebungsaufruf, „will per Gesetz die sexuelle Verschiedenheit abschaffen und damit die Grundlage menschlicher Identität.“

Laurent Wauquiez (UMP), der frühere Europa- und Forschungsminister, nannte den Gesetzentwurf eine „große politische Manipulation“, es gehe „um die Identität Frankreichs und der Familie“.

In Deutschland gibt das seit 2001 bestehende Gesetz zur eingetragen Lebenspartnerschaft homosexuellen Paaren in einigen Bereichen ähnliche Rechte wie Heterosexuellen, außer bei der Steuer und der Adoption von Kindern. Die leiblichen Kinder eines Partners kann der andere zwar adoptieren, einem homosexuellen Paar ist eine generelle Adoption von Kindern aber nicht möglich.

Ein erfolgter Vorstoß der FDP zu einer weitergehenden Gleichstellung wurde seinerzeit von der CDU/CSU abgelehnt.