Hunger und Armut wirksam bekämpfen: „Mary’s Meals“

356.000 Kinder werden am Ausbildungsort mit einer Mahlzeit versorgt

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WIEN, 21. Februar 2009 (ZENIT.org).- Nicht das Vorhaben, den 300 Millionen Kindern, die weltweit hungern müssen, eine Mahlzeit am Tag und schulische Basisausbildung zu ermöglichen, ist verrückt, sondern die Tatsache, dass sie überhaupt noch hungern müssen. Vor allem, wenn bewiesenermaßen nur 10 Euro erforderlich sind, um diesen Plan für ein Kind und ein ganzes Jahr lang tatsächlich Wirklichkeit werden zu lassen.



Die Initiative Mary’s Meals, die 1992 vom Schotten Magnus McFarlane-Barrow gegründet und heute in der Wiener Innenstadt vorgestellt wurde, erscheint auf den ersten Blick allzu einfach zu sein, aber die bisherigen Resultate lassen sich sehen: Nach bescheidenden Anfängen in einem kleinen Dorf im ostafrikanischen Malawi (mit 200 Mahlzeiten pro Tag) ist die Nachfrage und die Unterstützung ständig gestiegen, so dass gegenwärtig 356.000 Kinder in 14 der ärmsten Nationen der Welt Nahrung und Schulausbildung erhalten.

„Das geht nur, indem man die Grundnahrungsmittel vor Ort kauft: Getreide, Mais, Vitamine und Spurenelemente, die hinzugefügt werden“, erklärte der praktische Arzt Dr. Christian Stelzer gegenüber ZENIT. Er setzt sich dafür ein, dass die Initiative „Mary’s Meals“ in Österreich bekannt wird. Der Name verweist auf die Jungfrau Maria, unter deren Schutz die gesamte Unternehmung operiert. Grund dafür ist eine tiefe Glaubenserfahrung, die der Familie McFarlane-Barrow 1982 in Medjugorje zuteil wurde.

„Die Kinder konnten nicht zur Schule gehen, weil sie Nahrung suchen mussten. Jetzt können sie gehen, weil ihnen Nahrungsmittel zur Verfügung gestellt werden. Die Mütter kochen ihnen das Essen. Es gibt wunderschöne Fotos, aus denen ihre Freude spricht“, berichtete Stelzer.

„Mary’s Meals“ stützt sich nach Worten von Initiator McFarlane-Barrow auf ein großes Heer von freiwilligen Mitarbeitern. Man habe sich selbst dazu verpflichtet, niemals mehr als sechs Prozent der finanziellen Mittel für Zwecke des Fundraisings auszugeben und niemals mehr als ein Prozent für andere Verwaltungstätigkeiten. „Wir bewegen uns weit unter diesen Grenzen“, fügte der Schotte hinzu.

Die Kinder, die direkt an ihrem Ausbildungsort einen nahrhaften Brei erhalten – und häufig erst aus diesem Grund zum Lernen anfangen – unterscheiden sich nicht in ihrer Armut, aber in Herkunft und Umfeld: In Nigeria und Uganda sind es beispielsweise ehemalige Kindersoldaten, denen geholfen wird, und im Norden Kenias sind es Kinder aus Nomadenstämmen. In Haiti werden junge Menschen versorgt, die in den Slums aufwachsen, und auf den Philippinen beziehungsweise in der Ukraine handelt es sich größtenteils um Straßenkinder. „Das Prinzip ist immer dasselbe: eine Nahrung an einem Ort der Ausbildung“, so McFarlane-Barrow. Das sei ein wirksamer Weg, um aus dem Teufelskreis von Armut und Hunger auszubrechen.

Neben dem großen Ziel, dafür zu sorgen, dass weltweit überhaupt keine Kinder mehr hungern müssen, verfolgen die engagierten Christen um McFarlane-Barrow auch kurzfristige Ziele. Eines davon betrifft Malawi, wo dank „Mary’s Meals“ aktuell zehn Prozent der Schulkinder eine Mahlzeit am Tag bekommen. „Wir wollen gerne alle erreichen“, laute nun die Devise. Ginge dieser Plan auf, wäre das ein „Zeichen für die Welt“; dann könnten alle sehen, dass eine wirksame und nachhaltige Bewältigung des Hungerproblems tatsächlich möglich sei. Heute stirbt alle fünf Sekunden ein Kind auf der Welt, weil es nicht genügend zu essen hatte.

Auch andere Vorhaben der Hilfsorganisation sind bereits bis ins Detail ausgearbeitet worden. Zu ihrer Umsetzung bedarf es aber noch entsprechender finanzieller Mittel (Weitere Informationen unter www.marysmeals.org bzw. marysmeals.at).

Von Dominik Hartig