Hybrid-Forschung: IMABE ruft Wissenschaftler zur Selbstbeschränkung auf

„Die Hybrid-Forschung ist abzulehnen, weil sie eine gefährliche Manipulation mit menschlichem Material bedeutet“

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WIEN, 15. April 2008 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen die Erklärung, die das in Wien angesiedelte Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) im Hinblick auf die jüngsten Klon-Experimente an der britischen Universität Newcastle ausgearbeitet hat. Dem Wissenschaftler Dr. Lyle Armstrong war es nach Medienberichten gelungen, geklonte Mensch-Tier-Embryonen herzustellen und diese bis zu drei Tagen am Leben zu erhalten (vgl. ZENIT vom 2. April).

Wie IMABE berichtete, hat das Forscherteam um Dr. Armstrong nach eigenen Angaben aus menschlichen Hautzellen Zellkerne entnommen, in denen die Erbinformation des Menschen als Desoxyribonukleinsäure (DNS) gespeichert ist. Diese Kerne wurden Kuh-Eizellen eingepflanzt. So entstand unter Einwirkung von Elektroschocks, der die so manipulierte Eizelle zur Teilung brachte, ein Embryo, der zu 99 Prozent Menschen-Erbgut enthielt. Aus ihm sollten später Embryonale Zellen gewonnen werden.

Selbst Befürworter der Forschung mit Embryonalen Zellen haben kritisieren nach Angaben von IMABE dieses Vorgehen. Die Methode sei weder neu noch sinnvoll, sagte etwa Oliver Brüstle, Direktor des Instituts für Rekonstruktive Neurobiologie der Universität Bonn. Da die Rückprogrammierung von Hautzellen zu stammzellähnlichen Zellen wesentlich besser erforscht sei, müsste der Sinn solcher Experimente überprüft werden.

Das 1988 gegründete IMABE-Institut verfolgt das Ziel, den Dialog von Medizin und Ethik in Forschung und Praxis auf Grundlage des christlichen Menschenbildes zu fördern. Die Österreichische Bischofskonferenz übernahm 1990 die Patronanz des Vereins.

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1) Die Hybrid-Forschung ist abzulehnen, weil sie eine gefährliche Manipulation mit menschlichem Material bedeutet. Als Begründung kann sie keine wissenschaftlichen Argumente vorweisen. Sie ist reiner Selbstzweck zur Befriedigung wissenschaftlicher Neugierde ohne Rückfrage, worin die materiellen und immateriellen Kosten dieser Forschung liegen. Dies steht im krassen Widerspruch zum Forschungsethos. Deshalb ist hier eine Selbstbeschränkung der Forscher gefragt, die nicht eine Beschränkung der Freiheit der Forschung darstellt, sondern ein Gebot der Verantwortung ist.

2) Es liegen wissenschaftlich klare Alternativen zur Gewinnung pluripotenter Zellen vor, etwa durch die Methode der Verjüngung von ausgewachsenen Zellen mit implantierten Genen (induzierte pluripotente Zellen, iPS). Die Hybrid-Zellen könnten angesichts der tierischen Verunreinigung ohnehin nicht in der Medizin eingesetzt werden. Es besteht die Gefahr einer Übertragung genetischer Krankheiten vom Tier auf den Menschen.

3) Hybride sind in diesem Stadium wohl kaum als „Mensch-Tier-Menschen“ zu bezeichnen. Dennoch gibt es keine ausreichende Rechtfertigung, diesen Forschungsweg zu beschreiten. Wenn in der Ökologie Verantwortung angemahnt wird, muss man gerade im Bereich der Artenhybriden sehr vorsichtig sein, noch mehr dort, wo es um die Verwendung von Keimbahnzellen und menschlich biologischem Material geht.

4) Forschung ist zweifelsohne wichtig. Im Bereich der Embryonenforschung verschieben sich heute die Grenzen immer weiter in Richtung „Ersatzteillager Mensch“, der Embryo wird zum Rohstoff degradiert und missbraucht. Technische Machbarkeit bedeutet nicht an sich Fortschritt im eigentlichen, menschlichen Sinn. Dieser schließt nämlich die bedingungslose Achtung vor jedem menschlichen Leben ein.

[Von IMABE veröffentlichtes Original]