"Ich umarme euch alle!"

Der Papst hat Rio de Janeiro verlassen und ist nach Rom zurückgekehrt

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 501 klicks

Gestern Abend um 18.30 Uhr europäischer Zeit begann die Verabschiedungszeremonie von Papst Franziskus auf dem internationalen Flughafen von Rio de Janeiro Galeao – Antonio Carlos Jobim, bevor der Pontifex um 19.00 Uhr seinen Rückflug nach Rom antrat, wo er heute gegen 11.30 Uhr erwartet wurde. Der Papst zeigte sich nach seinem intensiven Aufenthalt in Brasilien anlässlich des 28. Weltjugendtages in Rio de Janeiro ausgesprochen bewegt und sprach von Sehnsucht nach den vergangenen Tagen und einer immensen Hoffnung, die er in die Jugendlichen setze.

In seiner Abschiedsansprache dankte er den Jugendlichen Brasiliens und der ganzen Welt, Christus bereite einen neuen Frühling auf der ganzen Welt vor. Dies beteuerte der Papst in seiner letzten Ansprache, die er in Zusammenhang mit dem Weltjugendtag hielt. Anschließend dankte er der Präsidentin Dilma Roussef und den Autoritäten des Landes für die gelungene Realisierung des Weltjugendtages und für die große Wärme und Herzlichkeit, mit der er aller Orten aufgenommen worden sei.

Sehnsucht. Ein einziges, aber umso vielsagenderes Wort, das für Papst Franziskus die Eindrücke seiner ersten internationalen Pastoralreise zusammenfasst. Sehnsucht nach Brasilien, nach der Madonna von Aparecida. Nach dem so freundlichen Volk der Brasilianer und den Jugendlichen aus aller Welt. Der Pontifex sagte, das Motorengeräusch auf dem Flughafen weise daraufhin, dass eine unvergessliche Woche zu Ende gehe. Der anwesenden Menschenmenge, die mit ihrer „lebendigen, tiefen und fröhlichen Teilnahme die Umrisse der Copacabana nachgezeichnet haben“, erteilte er anschließend den Segen:

„Viele von euch sind auf diese Pilgerreise als Jünger gegangen. Ich habe keinen Zweifel daran, dass sie nun als Missionare wieder abreisen. Mit eurem Zeugnis der Freude und des Dienstes bringt ihr die Zivilisation der Liebe zum blühen. Beweist mit dem Leben, dass es sich lohnt, für große Ideale zu leben, die Würde jedes einzelnen Menschen zu schätzen und auf Jesus Christus und das Evangelium zu bauen.“

In diesen Tagen seien alle zusammengekommen, um Jesus zu suchen, der sie als erster gesucht habe. Und es sei er, der ihnen das Herz entflamme, die Frohe Botschaft in allen Teile der Erde zu verkünden.

„Ich werde weiterhin eine enorme Hoffnung in die Jugend Brasiliens und der ganzen Welt setzen: Durch sie bereitet Christus einen neuen Frühling in der ganzen Welt vor. Ich habe die ersten Resultate in dieser Woche gesehen!“

Papst Franziskus enthüllte den Inhalt seines Gebets, das er am vergangenen Mittwoch der Schutzheiligen Brasiliens im Wallfahrtsort von Aparecida anvertraut hatte. Er habe Maria gebeten, in den Jugendlichen den christlichen Glauben zu stärken, der ein Teil der edlen Seele Brasiliens wie anderer Länder sei. Er sei ein Schatz ihrer Kultur, Ermutigung und Kraft, um eine neue Menschheit in Eintracht und Solidarität zu errichten.

„Dieser Papst geht und sagt ‚bis bald‘, ein ‚bald‘ voll von Sehnsucht, und er bittet euch, nicht zu vergessen, für ihn zu beten. Dieser Papst braucht die Gebete von euch allen. Ich umarme euch alle. Möge Gott euch segnen!“

Vatikansprecher Pater Federico Lombardi teilte Radio Vatikan mit, es habe auf der Reise des Papstes drei für den Pontifex entscheidende Momente gegeben, die man als die drei wichtigsten Ereignisse für ihn bezeichnen könne. Der erste Moment sei das Gebet vor der Ikone in Aparecida gewesen. Für Papst Franziskus habe das Heiligtum eine besondere Bedeutung und sei ein fundamentaler Moment seiner Vision der Kirche der Welt von heute und der damit verbundenen Mission der Kirche von heute. Der zweite Moment sei die Weihung eines Altars in einer kleinen Kapelle in der Favela gewesen, die der Papst besuchte. Er sei zu Tränen gerührt gewesen, da das Zusammensein und die Arbeit mit den Armen ein fundamentaler Bestandteil der Mission der Kirche seien. Der dritte entscheidende Moment sei die Aussendung der drei Millionen Jugendlichen am Ende der Abschlussmesse gewesen.