Ignatius von Loyola (1491-1556)

Papst Franziskus feiert einen Gottesdienst am Gedenktag des Heiligen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 987 klicks

Heute Vormittag feierte Papst Franziskus in der Kirche „Il Gesù“ in Rom einen Gottesdienst zu Ehren des Ordensgründers der Jesuiten, Ignatius von Loyola, dessen die katholische Kirche heute gedenkt.

Iñigo López Oñaz de Recalde y Loyola wurde 1491 als Sohn eines Adeligen auf Schloss Loyola im Baskenland geboren. Am Hofe König Ferdinands V. von Spanien durchlief er die Offizierslaufbahn. Ignatius, der als Lebemann für seinen ausschweifenden Lebensstil bekannt war, fand sich durch eine schwere Beinverletzung im Jahr 1521 vor das Ende seiner Militärkarriere gestellt. Trotz langer Monate der Genesung blieb der junge Mann ein Invalide und damit untauglich für den Militärdienst. Doch Ignatius hatte die Genesungsphase genutzt, um religiöse Schriften zu lesen, und in ihm war der Entschluss gereift, fortan sein Leben in den Dienst Christi zu stellen. Zunächst begab sich Ignatius 1522 in das Kloster auf dem Montserrat, wo er in strenger Askese lebte. Danach folgte ein Aufenthalt in Manresa in Einsamkeit und Armut. Sein Leben war vom Gebet geprägt. In dieser Zeit arbeitete der Heilige die „Exercitia spiritualia“ aus. Schon ein Jahr später, 1523, pilgerte Ignatius ins Heilige Land. Nach seiner Rückkehr absolvierte er ein Studium der Theologie in Barcelona, Alcalá de Henares und Salamanca sowie anschließend, von 1528 bis 1535, in Paris.

1534 gründete Ignatius auf dem Montmatre in Paris den Jesuitenorden, der 1540 von Papst Paul III. anerkannt wurde. Die Ordensmitglieder legten das Gelübde der Armut, Keuschheit, der Missionsarbeit bzw. der Papsttreue ab. 1537 wurde Ignatius in Venedig zum Priester geweiht und 1541 zum Ordensgeneral gewählt.

Ignatius von Loyola starb am 31. Juli 1556 in Rom. Sein Grab befindet sich in der Kirche „Il Gesù“ in Rom.  

Ignatius von Loyola hinterließ neben den Exerzitien und den Ordenregeln mehr als 6800 Briefe, einen Pilgerbericht sowie Fragmente eines Tagbuchs.

Während der Messe, an der rund 250 Ordensmitglieder, Freunde und Mitarbeiter des Jesuitenordens teilnahmen, legte Papst Franziskus, der selbst Jesuit ist, einige Grundzüge der jesuitischen Spiritualität dar.

Schon während der Pressekonferenz im Flugzeug am 29. Juli 2013 hatte der Papst erklärt, er fühle sich als Jesuit der jesuitischen Spiritualität, den Exerzitien, verbunden.

Wichtig sei für das „Jesuitsein“ die Zentralstellung Christi, wie Papst Franziskus in der Messe erläuterte: „Stelle ich wirklich Christus ins Zentrum meines Lebens? Wir leben immer in der Versuchung, uns selbst ins Zentrum zu stellen. Und wenn ein Jesuit sich selbst ins Zentrum setzt und nicht Christus, dann irrt er.“ Ein weiterer Punkt sei die enge Verbundenheit mit der Kirche und ihre zentrale Bedeutung: „Und auch hier sind wir Jesuiten und die gesamte Gesellschaft [Jesu] nicht im Zentrum; wir sind sozusagen ‚versetzt‘, wir stehen im Dienst Christi und der Kirche, der Braut Christi, unseres Herrn, die unsere Heilige Mutter, die hierarchische Kirche ist [EB 353]. In der Kirche verwurzelte und gegründete Männer zu sein, das will Jesus von uns. Dafür braucht es Kreativität, aber immer in Gemeinschaft, in der Kirche, von deren Zugehörigkeit die Kraft kommt, weiterzugehen.“

Papst Franziskus zitierte im Folgenden mehrfach Passagen aus dem Exerzitienbuch des Ignatius von Loyola. Grundlegend sei für den Dienst an Christus und der Kirche die Demut: „Demut lässt uns jeden Tag sehen, dass nicht wir das Reich Gottes aufbauen, sondern dass es immer die Gnade des Herrn ist, die in mir handelt; Demut, die uns dazu bringt, uns selbst nicht in unseren eigenen Dienst oder den unserer eigenen Ideen zu stellen, sondern in den Dienst Christi und der Kirche, wie tönerne Gefäße, zerbrechlich, unzureichend, ungenügend, aber in diesen tragen wir und teilen wir einen immensen Schatz [2 Kor 4,7].“

Papst Franziskus nutzte die Gelegenheit, um des entführten italienischen Mitbruders, Paolo Dall’Oglio, zu gedenken, der wohl in Syrien Opfer einer Entführung wurde.

Nach der Messe betete der Papst am Altar des heiligen Franz Xaver, am Grab des Ordensgenerals Pedro Arrupe und des Ordensgründers, Ignatius von Loyola.