„Ihr seid eine Brücke, die zur Einheit führen kann“

150- Jahrfeier katholischer Bulgaren und 13.Treffen der Orientalen in Sofia beendet

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Von Prof. Dr. Elmar Bordfeld

SOFIA, 9. November 2010 (ZENIT.org). - "Wir sind an Euerer Seite, liebe Katholiken in Bulgarien, damit Ihr ‚eine Brücke' bilden könnt, die zur Einheit führt." Mit diesen Worten hat sich der Präfekt der Kongregation für die Orientalischen Kirchen, Kardinal Leonardo Sandri an die Teilnehmer eines Festgottesdienstes gewandt, den bulgarische Katholiken am 6. November aus Anlass der 150-Jahrfeier ihrer Union mit Rom in Sofia feierten. An der Liturgie im byzantinisch-slawischen Ritus, den der Apostolische Exarch von Sofia, Bischof Christo Proykov leitete, nahmen auch rund 35 Würdenträger anderer orientalischer  Bistümer in Europa teil, die aus Anlass ihres 13. Jahrestreffens in die Bulgarische Hautptstadt gekommen waren. An die Bischöfe und die zahlreichen anwesenden Gläubigen appellierte Kardinal Sandri, in Einheit mit dem Nachfolger Petri ein mutiges und authentisches Glaubenszeugnis zu geben und sich „sowohl auf ökumenischer wie auch interreligiöser Ebene für den Fortschritt in der Gesellschaft einzusetzen und damit Zeiten des Friedens und wahrer Solidarität in Europa und in der Welt vorzubereiten."

Der Kardinal aus Rom überbrachte eine Grußbotschaft und den Apostolischen Segen von Papst Benedikt XVI., der auch an die beiden Slawenapostel Kyrill und Method sowie an die zahlreichen Glaubenszeugen Bulgariens vor allem in der Epoche der atheistischen  Unterdrückung und Verfolgung erinnerte. Der Papst forderte in seiner Botschaft dazu auf, mit gleichem Eifer und Überzeugungskraft den Glauben an die junge Generation weiterzugeben.

Das 150jährige Jubiläum der nur sehr kleinen Gemeinschaft bulgarischer Katholiken des byzantinisch-slawischem Ritus, der in nur 20  übers Land verstreuten Pfarreien knapp 10.000 Gläubige angehören, hat in der mehrheitlich orthodoxen bulgarischen Öffentlichkeit erhebliche Aufmerksamkeit hervorgerufen. Zahlreiche Medien, auch das nationale Fernsehen verfolgten die Ereignisse und registrierten vor allem, dass der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation in seiner Ansprache einen ausdrücklichen Gruß an das Oberhaupt der Bulgarisch-Orthodoxen Kirche, Patriarch Maxim, an den Hl. Synod und an alle Priester und an alle Priester und Gläubigen Bulgariens richtete.

In einem zu Beginn des Jubiläums veranstalteten Symposium, an dem auch der bulgarische Religionsminister Bojidar Dimitrov teilnahm, hatte unter anderen der Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE), der Budapester Kardinal Erdö seine Glückwünsche überbracht und alle Kirchen und Glaubensgemeinschaften aufgefordert, sich auf der Basis seiner christlichen Fundamente mutig und gläubig für ein gerechtes und friedliches Haus Europa einzusetzen.

Das nächste Treffen der orientalischen Bischöfe wird im kommenden Jahr zum Thema „ Die Neuevangelisierung in den orientalischen Kirchen Europas" in der rumänischen Stadt Oradea stattfinden. 

[Prof. Dr. Elmar Bordfeld war von 1973 bis 1987 Chefredakteur von L`Osservatore Romano, deutsch]