"Ihr seid für die Kranken die Umarmung Jesu"

Papst Franziskus trifft Mitarbeiter italienischer Hilfsorganisation

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 338 klicks

Am Samstag empfing Papst Franziskus in einer Audienz im Vatikan anlässlich des 110. Jahrestags ihrer Gründung Mitarbeiter der italienischen Organisation Unitalsi (Unione Nazionale Italiana Trasporto Ammalati a Lourdes e Santuari Internazionali – Nationale italienische Vereinigung für den Transport von Kranken nach Lourdes und internationale Wallfahrtsorte) und dankte ihnen für ihre Arbeit.

Sie seien der „Blick, der empfängt“ und die „zärtliche Umarmung“ für die Kranken und Behinderten, gegen das „Frömmlertum“ und die „Resignation“ der Welt, die dazu neigten, diejenigen die leiden, beiseite zu schieben. Dass Papst Franziskus eine besondere Liebe für Kranke und Behinderte hegt, ist bekannt, und so herzlich und lebendig war die Begrüßung zwischen ihm und den Menschen in der Aula Pauls VI.

„Der kulturelle und soziale Kontext von heute neigt dazu, körperliche Schwäche zu verstecken, sie nur als ein Problem zu sehen, das Resignation und Frömmlertum mit sich bringt oder manchmal den Ausschluss der Menschen. Die Organisation Unitalsi ist dazu aufgerufen, ein prophetisches Zeichen zu setzen und gegen diese weltliche Logik anzugehen – die Logik der Aussonderung -, indem sie den Leidenden hilft, Protagonisten der Gesellschaft, in der Kirche und der Organisation zu sein.“

Bezüglich der Arbeit der Organisation sagte Papst Franziskus:

„Eure Arbeit ist keine Entartung des Wohlfahrtsstaates oder Philanthropie, sondern eine reine Verkündung des Evangeliums der Barmherzigkeit; es ist ein Mysterium des Trostes. Und das ist großartig. (…) Ihr seid Männer und Frauen, Mütter und Väter, viele junge Menschen, die, bewegt von der Liebe Christi und nach dem Beispiel des guten Samariters, vor den Leiden der anderen nicht das Gesicht abwenden. Und dieses Nicht-Abwenden ist eine Tugend: Macht weiter mit dieser Tugend!“

Papst Franziskus fasste die Arbeit der Organisation in wenigen Stichworten zusammen: „ein Blick, der empfängt; eine Hand, die hochhebt und begleitet; ein Wort des Trostes, eine zärtliche Umarmung.“ Dann wandte er sich an diejenigen, die meinen könnten, sie seien aufgrund ihrer Beeinträchtigung dazu gezwungen, in ein Schattendasein zu geraten.

„Liebe kranken Schwestern und Brüder, denkt nicht von euch, dass ihr nur Objekte der Solidarität und Barmherzigkeit seid, sondern fühlt euch ganz im Leben und in der Mission der Kirche. Ihr habt euren Platz, eine besondere Rolle in der Gemeinde und in jedem kirchlichen Bereich. Eure Anwesenheit, leise, aber eloquenter als viele Worte, euer Gebet, die tägliche Spende eurer Leiden in Gemeinschaft mit denjenigen Jesu für die Rettung der Welt, das geduldige und auch freudige Akzeptieren eurer Kondition sind eine spirituelle Quelle, ein Vermögen für jede christliche Gemeinde. Schämt euch nicht, ein kostbarer Schatz für die Kirche zu sein!“

Abschließend gedachte Papst Franziskus der Mutter Jesu.

„Maria weiß, was wir brauchen! Sie kümmert sich um uns (…). Sie greift immer ein und betet für uns, besonders in Stunden der Schwierigkeiten und der Schwäche, des Kummers und des Verlustes, besonders in Stunden der Sünde. Aus diesem Grund sagen wir im Gebet des Ave Maria: Bitte für uns Sünder.“

Im Anschluss an seine Worte verweilte Papst Franziskus ungefähr zwei Stunden mit den Kranken und segnete jeden einzelnen von ihnen.