"Im Humor und in der Demut zeigt sich die Freiheit des Menschen"

Kardinal Marx in Radiobeitrag: Fähigkeit, sich zurücknehmen zu können, ist Gewinn für das Leben

München, (Erzbistum Muenchen und Freising) | 281 klicks

Nach Ansicht von Kardinal Reinhard Marx zeigt sich „im Humor und in der Demut die Freiheit des Menschen, die dazu befähigt, sich selbst auch zurücknehmen zu können“. Dies stelle „beileibe keine Relativierung oder Beschränkung des menschlichen Lebens“ dar, sondern sei  „ein Gewinn für das eigene Leben und für das Zusammenleben mit anderen“, unterstreicht der Erzbischof von München und Freising in einem Radiobeitrag für den Bayerischen Rundfunk, der am Samstag, 1. März, ausgestrahlt wird.

Marx verweist darauf, dass das Wort ‚Humor‘ den gleichen Ursprung habe wie das Wort ‚Demut‘, lateinisch ‚humilitas‘: Beide „leiten sich ab aus dem Wort ‚humus‘, das heißt also vom ‚Boden‘, von der Erde her“. Darin klinge an, dass, wer Humor hat, auch „Bodenhaftung“ habe, und dass, wer demütig sein kann, „nicht in luftige Höhen“ entschwebe, sondern „erdverbunden auf dem Boden“ bleibe. So verhindere die Demut auch, „dass unser Lachen überheblich wird und andere verletzt“. Kardinal Marx erinnert an Papst Johannes XXIII., der „als eine Art Grundregel für sich selbst formulierte: ,Johannes, nimm dich nicht so wichtig!‘“. 

Im Weinen und Lachen unterscheide sich der Mensch von anderen Lebewesen, wie schon Aristoteles angemerkt habe, so Marx. Lachen habe oft „eine befreiende Wirkung“, führt Marx aus: Es helfe, „Abstand zu sich selbst und den eigenen Marotten zu bekommen. Und auch Gott lacht über manche menschliche Eitelkeiten, wie es im Buch der Psalmen heißt“. Mit Humor auf die Welt und sich selbst zu schauen, „erweitert den Blick und ermöglicht Veränderung“. Wer lachen könne, mache die tröstliche Erfahrung, „dass wir mit den Widersprüchen der Welt, in denen wir leben und die wir nicht alle auflösen können, gut leben können“, erklärt Marx. Dabei die eigenen Grenzen zu erkennen, sei „der Humus, der Nährboden, auf dem auch Gott wirken kann“. (ck)

Hinweis:
Der Beitrag wird am Samstag, 1. März, um 17.55 Uhr im zweiten Hörfunkprogramm des Bayerischen Rundfunks gesendet.

(Quelle: Webseite des Erzbistums München und Freising)