Im Vatikan endet Konferenz gegen Menschenhandel

Der Papst plane etwas Aufsehenerregendes

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 374 klicks

Am Sonntag ging im Vatikan die Konferenz gegen Menschenhandel zu Ende, zu der Papst Franziskus selbst den Anstoß gegeben hatte. Die internationale Tagung wurde von der Päpstlichen Akademie für Sozialwissenschaften geplant und durchgeführt. Die EU-Verantwortliche für den Kampf gegen den Menschenhandel, Myria Vassiliadou, zeigte sich gegenüber Radio Vatikan mit den Ergebnissen der Konferenz zufrieden. Sie sagte: „Das wird dem Leiden der Opfer von Menschenhandel in aller Welt eine neue Sichtbarkeit geben. Die religiösen, namentlich die christlichen Verbände leisten schon jetzt in vielen Teilen der Welt Großes bei der Opferhilfe.“ Es gebe gute Gesetze, die aber noch nicht angewandt würden.

Die Konferenz wurde vom Weltverband der katholischen Ärzte mit organisiert, deren Generalsekretär Ermanno Pavesi verlauten ließ: „Es ist ausgesprochen wichtig, das Problem Menschenhandel von allen Seiten zu untersuchen, weil man es meistens nur aus dem legalen und dem statistischen Blickwinkel sieht. Unserer Meinung nach sollte man stärker auf Prävention setzen und Kunden den Zugang zum Sex-Markt erschweren, weil dieser sonst einfach immer weiter wächst.“ Ein besonders schwieriger Punkt sei die Verwicklung einiger Ärzte in den Handel mit menschlichen Organen. In diesem Zusammenhang gehe es auch um eine ethische Ausbildung der Ärzte, was es bisher nicht überall gegeben habe.

Der Ehrenpräsident der Konferenz und neben seiner Tätigkeit als Vizedekan des Kardinalskollegiums zuständig für Fragen der Gerechtigkeit und des Friedens im Vatikan, der französische Kardinal Roger Etchegaray, sagte: „Wenn wir hier von moderner Sklaverei sprechen, dann heißt das zunächst einmal, dass es Sklaverei leider von Anbeginn der Menschheit gegeben hat. Menschenhandel ist die moderne Sklaverei, und den meisten Menschen ist die Tragweite dieses Phänomens nicht klar. Darum hat sich der Papst für eine solche Konferenz der größten Experten eingesetzt: Er will die Gewissen von uns allen aufrütteln. Es geht doch nicht, dass auf allen Kontinenten der Handel mit Menschen, ich denke vor allem an Frauen und Kinder, immer stärker wächst!“

Der Kanzler der Päpstlichen Akademien für Wissenschaften und für Sozialwissenschaften, Bischof Marcelo Sanchez Sorondo, ließ gestern im Abschluss an die Konferenz verlauten, Papst Franziskus plane eine aufsehenerregende Aktion gegen Menschenhandel, Prostitution und Organhandel, ging jedoch auf keine Details ein. Papst Franziskus kenne das Problem von Buenos Aires her sehr genau und werde etwas Wichtiges tun.

Der aus Buenos Aires stammende Bischof teilte den versammelten Journalisten mit, dass 2015 im Vatikan eine Großkonferenz zum Thema Menschenhandel stattfinden soll. In der Vergangenheit habe das Thema nicht genug Aufmerksamkeit gefunden und erhalte nun eine neue Priorität im Vatikan.