Im Vertrauen auf Gott allein - „Dankt für alles“ (1 Thess 5,18)

Geistlicher Impuls zum zweiten Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2008

| 941 klicks

ROM, 18. Januar 2008 (ZENIT.org).- Die Danksagung ist das Leitthema des Impulses zum morgigen zweiten Tag der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2008. In Deutschland gilt es in diesem Sinn, dankbar auf die 1948 gegründete Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) zurückzuschauen, die die Gebetsoktav durchträgt.

„Der ökumenische Pilgerweg ist ein Weg, auf dem wir uns der Wundertaten Gottes bewusst werden“, heißt es in der unten stehenden Anregung. „Christliche Gemeinden, die voneinander getrennt und dabei häufig verfeindet waren, kommen zusammen.“

Für den ACK als Dachverband, der 2008 an seine Gründung vor 60 Jahren erinnert, bedeutet das, ein Verbund von zur Zeit 16 christlichen Kirchen und Gemeinschaften als Vollmitglieder zu sein.


* * *

2. Tag (Samstag, 19. Januar): Im Vertrauen auf Gott allein - „Dankt für alles“ (1 Thess 5,18)


Texte aus der heiligen Schrift:
1 Kön 18,20-40 „… Jahwe ist Gott“
Ps 23 „Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln“
1 Thess 5,13b-18 „Dankt für alles; denn das will Gott von euch, die ihr Christus Jesus gehört“
Joh 11,17-44 „… Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast“

Meditation

Beten gründet in dem Vertrauen, dass Gott mächtig und treu ist. Gott ist der, der allein alles in seinen Händen hält, die Gegenwart und die Zukunft. Sein Wort ist vertrauenswürdig und wahrhaftig.

Die Geschichte des Elija im 1. Buch der Könige bezeugt in eindringlicher Weise die Einzigartigkeit Gottes. Elija spottet über die Abtrünnigen, die den Götzen „Baal“ anbeten, der ihre Gebete nicht erhören kann. Er betet zu dem einen Gott Israels und erhält unmittelbar und auf wunderbare Weise eine Antwort. Als sie das sehen, kehren die Israeliten ihre Herzen wieder Gott zu.

Psalm 23 ist ein starkes Bekenntnis des Vertrauens. Er zeigt einen Menschen, der fest daran glaubt, dass Gott ihn leitet und auch in der Dunkelheit des Lebens und in Situationen der Verzweiflung und Unterdrückung bei ihm bleibt.

Wir können in Umstände geraten, die schwierig, ja sogar stürmisch sind. Wir können Zeiten der Verzweiflung und Resignation erleben. Manchmal empfinden wir, dass Gott verborgen ist. Aber er ist nicht abwesend. Er wird seine Macht der Befreiung mitten in den Bedrängnissen offenbaren. Darum danken wir ihm in allen Lebenslagen.

Die Auferweckung des Lazarus von den Toten ist eine der dramatischsten Szenen im Johannesevangelium. Sie ist ein Zeichen für die Macht Christi, die Fesseln des Todes zu lösen, und ein Vorzeichen der neuen Schöpfung. In Anwesenheit der Menschen betet Jesus laut und dankt seinem Vater für die machtvollen Taten, die er vollbringen wird. Gottes rettendes Tun wird durch Christus erfüllt, damit alle zum Glauben kommen.

Der ökumenische Pilgerweg ist ein Weg, auf dem wir uns der Wundertaten Gottes bewusst werden. Christliche Gemeinden, die voneinander getrennt und dabei häufig verfeindet waren, kommen zusammen. Sie entdecken ihre Einheit in Christus und erkennen, dass sie alle Teil einer Kirche sind und einander brauchen.

Die Vision der Einheit kann auch verdunkelt werden. Manchmal wird sie durch Frustrationen und Spannungen bedroht. Manchmal kann die Frage aufkommen, ob wir Christen wirklich dazu berufen sind, zusammenzubleiben. Unser gemeinsames fortwährendes Gebet stärkt uns, weil wir dabei auf Gott schauen und vertrauen. Wir glauben daran, dass er unter uns wirkt und uns zum Licht seines Sieges führen wird. Seine allumfassende Königsherrschaft ist die bewegende Kraft unserer Versöhnung und unserer wachsenden Einheit.

Gebet

Gott aller Schöpfung, erhöre deine Kinder, wenn wir beten.
Hilf, dass wir unseren Glauben und unser Vertrauen in dich bewahren.
Lehre uns, in allen Situationen und Bedrängnissen zu beten
und an deiner Barmherzigkeit festzuhalten.
Gib uns Wahrheit und Weisheit, damit deine Kirche
zu neuem Leben und einträchtiger Geschwisterlichkeit erweckt wird.
Du allein bist unsere Hoffnung. Amen.