IMABE: Neues Bioethik-Dokument betont kompromissloses „Ja zum Leben“

Embryonen haben dieselbe Würde wie Forscher – Kranke und Behinderte sind keine „Sonderkategorie“

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WIEN, 16. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Zum neuen Bioethik Dokument, das unter dem Titel Dignitas personae („Die Würde der Person“) veröffentlicht wurde, hat das „Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik“ (IMABE) mit Sitz in Wien Stellung genommen. Das aktuelle Vatikan-Schreiben stelle einen „wichtigen Beitrag zur Kultur des Lebens“ dar und biete „klare Richtlinien für aktuelle Probleme der biotechnologischen Forschung“, erklärt IMABE-Direktor Univ.-Prof. Dr. Johannes Bonelli.

Die Einrichtung, die sich bemüht kritische Anfragen an die Kommerzialisierung und Ideologisierung der Medizin  zu stellen, bezeichnete den Text der Glaubenskongregation, der auf der bereits 1987 erschienenen Instruktion „Donum vitae" („Über die Achtung vor dem beginnenden menschlichen Leben und die Würde der Fortpflanzung“) basiert, als „kompromissloses ‚Ja zum Leben’".

Das Dokument wolle jene kulturelle Perspektive stärken, die in der Wissenschaft einen „wertvollen Dienst (…) an der Würde jedes Menschen sieht“ (Art. 3), so die Verlautbarung von IMABE, das Ende November sein zwanzigjähriges Bestehen mit einem hochkarätigen Symposion im Erzbischöflichen Palais in Wien feierte. Die Würde als Person und sein unantastbarer Wert müssten jedem Menschen von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod zuerkannt werden. Dies gelte auch für den „embryonalen Menschen“, der „ganz Mensch und ganz als solcher zu achten“ (Art. 5) sei.

Das neue Dokument der Glaubenskongregation begründe die Position der katholischen Kirche aus einer vorwiegend philosophisch-anthropologischen Perspektive, nämlich aus der unantastbaren Menschenwürde, die jedem Individuum der Spezies Mensch von der Befruchtung bis zum natürlichen Tod zukomme. „Nicht selten wird versucht diese Argumentation als religiös motiviert zu etikettieren und sie dadurch für den zivilen Diskurs zu disqualifizieren. Diese Kritik ist aber alles andere als sachlich und redlich,“so Bonelli.

Die Instruktion zeige in aller Schlichtheit, dass durch die Technik der künstlichen Befruchtung der Mensch zum Objekt technischer Rationalität gemacht werde, d. h. an sich zum Instrument und Mittel eines technischen Prozesses, was dem Konzept der Menschenwürde diametral widerspreche.

Das Dokument ermuntere zugleich die Wissenschaft, Wege zu beschreiten, die der Menschenwürde entsprechen. Naturgemäß greife das Schreiben jene Methoden auf, die aus ethischer Sicht nicht vertretbar seien. Diese Perspektive habe jedoch eine klare Intention: „Hinter jedem ‚Nein’ steht ein großes ‚Ja’, das die unveräußerliche Würde und den Wert jedes einzelnen unwiederholbaren Menschen anerkennt – eine Botschaft, die viele Menschen positiv annehmen werden“, so Bonelli.