Immer mehr irakische Christen flüchten nach Syrien

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BAGDAD/AMAN/KÖNIGSTEIN, 23. November 2006 (ZENIT.org).- Aus Angst und Verzweiflung flüchten Tausende Christen aus dem Irak nach Syrien. Die Zahl der Flüchtlinge sei in den vergangenen Monaten „explosionsartig“ gestiegen, teilte der katholisch-chaldäische Bischof der syrischen Diözese Aleppo, Antoine Audo, in diesen Tagen dem weltweiten katholischen „Kirche in Not“ mit. Zurzeit sollen sich rund 25.000 irakische Christen in Syrien aufhalten.



Bischof Audo berichtete, dass sich die Christen im Irak vor allem vor Entführungen und Morddrohungen fürchteten. Frauen würden dazu gedrängt, einen Schleier zu tragen. „Fanatiker wollen alle Christen einfach komplett loswerden“, so Bischof Audo. Er erzählte beispielhaft vom Fall eines Priesters, der seine irakische Heimat nach dem Erhalt mehrerer Morddrohungen fluchartig verlassen habe und sich noch immer unsicher fühle.

Bischöfe, Priester und katholische Gläubige kümmerten sich in Syrien um Übernachtungsplätze und um die medizinische Versorgung der leidgeprüften Flüchtlinge. Auch die syrischen Behörden hätten die Not irakischer Christen erkannt und erlaubten in der Zwischenzeit sogar ihre Einreise ohne Visum.

„Kirche in Not“ hilft den Flüchtlingen nach eigenen Angaben vor allem durch Notfallpakete und die Ermöglichung notwendiger Operationen, sollten sie verletzt sein. Das 1947 von Pater Werenfried van Straaten gegründete Werk päpstlichen Rechts organisiert darüber hinaus gegenwärtig die religiöse Unterweisung für 300 Flüchtlingskinder.