Impulse zur Erneuerng der Einzelbeichte

Pastoralschreiben der Schweizer Bischofskonferenz

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FRIBOURG, 5. Dezember 2007 (ZENIT.org).- Wir veröffentlichen das heute veröffentlichte Pastoralschreiben der Schweizer Bischofskofnerenz zur Erneuerung der Einzelbeichte.

„Sünde und Sündenvergebung sind etwas sehr Persönliches“, erläutert Bischof Kurt Koch in seinem Vorwort. Diese Tatsache deute darauf hin, „dass Gott den Menschen nicht einfach als Teil eines Kollektivs begegnet, sondern dass er jeden einzelnen persönlich kennt, ihn bei seinem Namen ruft und ihm einen Neuanfang ermöglicht, wenn er in Schuld gefallen ist. Ebenso persönlich soll deshalb auch unsere Antwort Gott gegenüber sein“.

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SCHWEIZER BISCHOFSKONFERENZ

IMPULSE ZUR ERNEUERUNG DER EINZELBEICHTE
IM RAHMEN DER BUSSPASTORAL

Dezember 2007


GELEITWORT



Nach dem Johannesevangelium kommt Jesus am Abend von Ostern in die Mitte seiner Jünger, die hinter verschlossenen Türen versammelt sind, und spricht ihnen seinen Friedensgruss zu. Dann haucht er sie an und sagt zu ihnen: „Empfangt den Heiligen Geist. Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20, 22-23). Sündenvergebung ist demnach ein Ostergeschenk des auferstandenen Herrn, und zwar das erste und kostbarste, und zugleich ein Auftrag an die Kirche im Werden.

Sünde und Sündenvergebung sind etwas sehr Persönliches, das den einzelnen Menschen unmittelbar betrifft. Dabei wird in besonderer Weise deutlich, dass Gott den Menschen nicht einfach als Teil eines Kollektivs begegnet, sondern dass er jeden einzelnen persönlich kennt, ihn bei seinem Namen ruft und ihm einen Neuanfang ermöglicht, wenn er in Schuld gefallen ist. Ebenso persönlich soll deshalb auch unsere Antwort Gott gegenüber sein, auch und gerade bei der Verarbeitung von Schuld und Sünde, wie sie im persönlichen Bekenntnis im Beichtgespräch zum Ausdruck kommt. Das persönliche Bekenntnis ist letztlich die Sprachform, in der Sünde und Schuld ihren adäquaten Ausdruck finden können. Denn im Bekenntnis betätigt und bestätigt der Mensch seine eigene Freiheit als Ursprung seiner Schuld und verzichtet auf jedes Alibi und jede Schuldzuweisung an andere.

Diese persönliche Dimension von Sünde, Umkehr, Busse und Versöhnung ist in den vergangenen Jahren dem gläubigen Bewusstsein teilweise entschwunden. Denn es ist üblich geworden, das kirchliche Bussakrament in der Gestalt der gemeinsamen Bussfeier zu vollziehen. Diese Form hat durchaus ihren eigenen Sinn, wenn sie die kirchlich-öffentliche Dimension von Busse und Versöhnung zum Ausdruck bringt. Demgegenüber liegt der schöne Sinn der persönlichen Beichte darin, dass der einzelne Christ sein eigenes Leben aus der Taufe vor Gott überdenkt, sich selbst mit seiner eigenen Schuldgeschichte konfrontiert und sich durch sein Sündenbekenntnis vor dem Priester als Repräsentanten der Kirche vergewissert, dass auch er mit seiner Sünde der Glaubwürdigkeit der Kirche als des Leibes Christi Schaden zufügt. Im Beichtgespräch kann der Mensch sein schuldhaftes Verhalten zur Sprache bringen, seine Bereitschaft zur Erneuerung persönlich aussprechen und die tröstliche Zusage empfangen, dass die Sünden von Gott her vergeben sind. Denn das persönliche Schuldbekenntnis und der persönliche Empfang des Zuspruchs der Sündenvergebung entsprechen der persönlichen Zuwendung des dreifaltigen Gottes zu jedem einzelnen Getauften.

Wie die menschliche Schuld – bei all unseren Verbindungen mit der Gemeinschaft – letztlich etwas ungemein Persönliches ist, so soll auch deren Heilung, nämlich die Vergebung der Schuld und die Versöhnung Gottes mit uns Menschen, etwas sehr Persönliches sein. Deshalb ist es uns Schweizer Bischöfen ein grosses Anliegen, dass wir uns auf die individuelle und persönliche Dimension von Sünde und Vergebung zurückbesinnen. Die grundsätzlichen Überlegungen und die konkreten Erfahrungsberichte im vorliegenden Dokument sind diesem Anliegen verpflichtet, zumal in der heutigen Zeit, in der ein besonderer Akzent auf die Individualität und Persönlichkeit des einzelnen Menschen gelegt zu werden pflegt. Wir Schweizer Bischöfe hoffen, dass unsere Überlegungen helfen, neuen Zugang und neue Freude am ersten und kostbarsten Ostergeschenk zu erhalten, das uns der Auferstandene gemacht hat.

+ Kurt Koch
Präsident der Schweizer Bischofskonferenz

IMPULSE ZUR ERNEUERUNG DER EINZELBEICHTE
IM RAHMEN DER BUSSPASTORAL



Ganz werden, versöhnt leben, die verschiedenen Facetten der eigenen Person in einer Mitte integrieren – dies sind Sehnsüchte von Menschen (auch) unserer Tage. Die kirchlichen Formen von Busse und Versöhnung kommen diesem Suchen entgegen und bezeugen die barmherzige Liebe Gottes zu uns Menschen. Gleichwohl steckt dieser Dienst der Versöhnung heute in einer kritischen Phase. Verschiedene Widerstände sind zu benennen: Es fällt schwer, zu vergeben und um Vergebung zu bitten. Beides wird als Schwäche ausgelegt. Während es in der medialen Öffentlichkeit einen Boom an säkularisierten Instanzen des Bekennens und des öffentlichen Verzeihens gibt, gerät die kirchliche Busspraxis teilweise in Vergessenheit. Warum Versöhnung leben? Warum liturgische Weisen des Sakraments der Versöhnung pflegen? Es gilt, in Theologie und Verkündigung nach gangbaren Wegen zu suchen, die das Geschenk der Versöhnung Gottes mit uns Menschen wieder ins Bewusstsein des ganzen Volkes Gottes bringen.

Wenn wir als Christen und als Bischöfe fragen, welche Hilfen wir Menschen zur Verwirklichung ganzheitlichen, versöhnten Lebens geben können, so ist unter den verschiedenen Formen der Busse und auch des Busssakramentes die Einzelbeichte hervorzuheben. Denn – in unvoreingenommener Weise betrachtet – erscheint sie als überraschend aktuelle Antwort auf Suchbewegungen von Menschen heute.

Die folgenden Überlegungen wollen deswegen Priester, Diakone, Ordensleute, Pastoralassistenten und Pastoralassistentinnen, Katecheten und Katechetinnen sowie andere Verantwortliche in der Pfarreiseelsorge ermutigen, das Sakrament der Versöhnung in der Feierform der Einzelbeichte neu zu entdecken.

Die hier vorgelegten Impulse beabsichtigen keine gesamthafte Darstellung der Busstheologie oder -praxis. Sie wollen thesenhaft das heilsame und befreiende Potenzial des Busssakraments benennen, praktische Anstösse zur Suche nach angemessenen Orten der Versöhnung geben sowie mit Hinweis auf gute Erfahrungen Diskussionen anstossen und zu einer erneuerten Praxis der Einzelbeichte motivieren.

I. Zu den Chancen der Einzelbeichte heute

1. Ein Sakrament in der Krise
Wenn von Chancen der Einzelbeichte heute die Rede ist, kann nicht ausgeblendet werden, dass diese von vielen als Problem, als Relikt aus früheren Zeiten oder als fremd und befremdlich empfunden wird. Diese Einschätzung des Sakraments kann mehrere Gründe haben. Manchen wurden die klassischen Unterscheidungen zwischen schwerer und lässlicher Sünde unverständlich. Die Religionskritik der Neuzeit sah die kirchliche Rede von Schuld und Sünde grösstenteils als einen bewussten Versuch an, die Menschen in Abhängigkeit zu halten. Das Postulat der Aufklärung, der Mensch habe sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, rief zur Emanzipation von der kirchlichen Schuld- und Busslehre auf.

Die Frage nach dem ‚rechten Schuldverständnis’ treibt viele um: Wie kann man im heutigen Leben von Schuld sprechen? Eine Zeit lang sprach man vom ‚Unschuldswahn’ der modernen Gesellschaft. Ereignisse der vergangenen Jahre liessen uns aber wieder die Relevanz der Rede von Schuld neu entdecken. Wo liegen die Gründe für einen personalen Gebrauch der Worte von Unschuld und Schuld?

Manche Wurzeln der Krise liegen in der kirchlichen Praxis selbst. Negative Erfahrungen mit dem Sakrament der Busse während der Zeit der religiösen Sozialisation können lebenslang nachwirken. In der religiösen Erziehung ist eine neue Sensibilität für die Frage nach dem angemessenen Alter für die Busserziehung gewachsen. Pfarreien sind in diesen Fragen neue Wege gegangen.

Die Genderthematik und ein neues Suchen nach dem Verhältnis von Individuum und Gemeinschaft erfordern es, wieder neu über dieses Sakrament nachzudenken.

In vielen Pfarreien ist die regelmässige Praxis des Busssakramentes stark zurückgegangen oder wird gar nicht mehr gepflegt. Nicht selten haben Priester selbst den Zugang zur Einzelbeichte verloren. An manchen Orten fehlen Priester für den Dienst am Busssakrament.

Wie können Gemeinden, Gemeinschaften, einzelne Christen und Christinnen in einer solchen Situation einen Neuzugang zum Busssakrament finden? Was würden wir Suchenden und Nichtchristen sagen, wenn sie uns auf das Sakrament der Versöhnung ansprechen sollten? Warum kommt dieser religiösen und liturgischen Praxis der Rang eines Sakramentes zu? Wie erleben wir in unserem Alltag den Ruf zur Umkehr?

Was gilt es im Umgang mit dem Sakrament der Busse neu zu entdecken, was muss als historischer Ballast beiseite geräumt werden, um einen evangeliumsgemässen Umgang mit dem Sakrament der Versöhnung leben zu können? Neue Aufbrüche in der Busspastoral zeigen ein Umdenken im Blick auf die Einzelbeichte.

Es lohnt sich also, gemeinsam zu suchen, wie die Einladung zu dieser Form der Versöhnung heute neu und ansprechend hörbar werden kann.

2. Die heilsame Bedeutung von kritischer Reflexion des eigenen Lebens und Umkehr
In einer Zeit, in der Menschen auf der Suche nach Lebenskunst sind, ist die Sensibilität gewachsen, dass es nicht gut tut, wenn man in den Tag hinein lebt, ohne den eigenen Weg zu überdenken. Dabei gehört zum Gelingen des Lebens auch die Umkehr von Gewohnheiten, die sich als Sackgassen erweisen.

Christen schöpfen aus einem reichen Schatz von Erfahrungen mit kritischer Reflexion des eigenen Lebens („Gewissenserforschung“, „Révision de vie“). Dieser Schatz kann im Rahmen der gegenwärtigen Wertschätzung von Lebenskunst ins Gespräch gebracht werden. Dabei darf das Niveau, auf dem Menschen sich bei der Suche nach einer guten Gestalt ihres Lebens bewegen, nicht unterschätzt und nicht unterboten werden. Zugleich dürfen „schwierige“ Themen wie die Rede von Schuld, Sünde und Vergebung nicht ausgeblendet werden. Sie gehören zur christlichen Lebensgestaltung, weil sie unverzichtbare Wegmarkierungen hin zu befreitem Leben sind. Christen haben Mut zum Eingeständnis von Schuld, weil sie ihr Leben unter den Umkehr-Ruf Jesu stellen (Mk 1,15), seinem Zuspruch der Vergebung trauen und dies als befreienden Weg in die Zukunft entdeckt haben.

3. Freiheit und Verantwortung des Menschen
Wenn die christliche Verkündigung das Bewusstsein für Schuld wecken oder wach halten will, geschieht dies um der menschlichen Würde willen. Auf dem Spiel steht ein Menschenbild, welches die Freiheit des Menschen und seine Verantwortung für das eigene Leben hochhält. Schuldig werden können setzt voraus, schuldfähig zu sein. Christen bezeugen, dass Gott die Menschen auf ihre Schuld anspricht, weil er ihnen zutraut, anders handeln und sich für das Gute entscheiden zu können. Trotz aller (biographischen, psychischen, sozialen, gesellschaftlichen) Bedingtheit ist menschliches Handeln nicht festgelegt. Wird die Verantwortung dafür wachgerufen, zugetraut und zugemutet, so dient dies dem Guten für die Menschen und dem Gelingen ihres Lebens.

4. Verdrängung von Schuld und Leiden unter Schuld
Situationen, in denen Menschen sich dem Guten versagen und das Böse tun, konfrontieren sie mit der Gebrochenheit ihrer selbst. Diese Erfahrung ist schwer erträglich. Deswegen ist mit der Schuld von Anbeginn an ein „Sich-Verstecken“ verbunden. Schuld will sich verbergen. Die Rahmenbedingungen unserer heutigen Gesellschaft fördern die Verdrängung von Schuld , so dass es für die einzelnen umso schwieriger ist, sich ihr zu stellen. Weil Orte der Auseinandersetzung mit Schuld fehlen, sind Menschen mit ihrer Schuld alleingelassen. Viele kommen damit nicht zurecht. Das Leiden unter Versagen ist umso bedrückender, als die Hoffnung auf Vergebung vielfach verloren gegangen ist. In diesem Kontext ist die christliche Botschaft von der Vergebung heute nicht weniger befreiend als früher.

5. Glaube als Voraussetzung für die Rede von Sünde
„Sünde” ist nicht ein blosses Synonym für „das Böse” oder für „Schuld”. Der Begriff Sünde gründet auf dem Glauben, dass im Kern des Bundes zwischen Mensch und Gott eine Beziehung der Liebe und der Freundschaft eröffnet ist. Bei Menschen, die in einer solchen gläubigen Beziehung zu Gott leben, kann das Gespür geweckt und genährt werden, dass diese Beziehung gepflegt werden will. Sie werden aufmerksam sein für das Zurückbleiben hinter dieser Beziehung, wenn Glauben und Leben nicht mehr in Einklang zueinander stehen und die eigene Lebensgestalt nicht mehr der Gemeinschaft mit Gott entspricht. Der christliche Glaube entlarvt Schuld als Beschädigen oder Brechen der Beziehung zu Gott, als wachsendes oder gar radikales Sich-Entfernen von der Liebe Gottes durch das konkrete Handeln. Die Sünde führt zur Verhärtung der Herzen, durch die wir unfähig werden, uns für Gott und die anderen Menschen weiter zu öffnen. Damit einher geht ein Sich-Verfehlen an der Freundschaft mit Gott und den Mitmenschen. Das Wort Gottes will wie ein Licht die Gewissen erhellen und leiten, auf dass wir Gut und Böse recht unterscheiden und den Zustand unseres Entferntseins von Gott ermessen können.

6. Der Zusammenhang von Sünde und Kirche
Menschen sind heute sensibel für die Glaubwürdigkeit der Kirche. Für Christen ist es nur ein kleiner Schritt zu der Einsicht, dass diese Glaubwürdigkeit auch an der eigenen Person und der eigenen Lebensweise, dem eigenen Handeln als Glied der Kirche hängt. Wenn Christen mit unwahrem, lieblosem Verhalten ein Gegenzeugnis geben, trübt dies die Glaubwürdigkeit der Kirche. So lässt sich einsichtig machen, dass die persönliche Sünde auch etwas mit der Kirche zu tun hat und ggf. im expliziten Raum der Kirche zu bereinigen ist.

Darüber hinaus schwächt die Sünde die guten Kräfte in der Welt. Wer sündigt, trägt dazu bei, dass die Zeitgenossen wie auch die kommenden Generationen die Welt nicht in einer Güte erfahren, wie sie sein könnte und sollte.

7. Das Busssakrament als Weg zu neuem Leben
Das Busssakrament will die Schuld in eine heilsame Bewegung bringen.

Wer seine Schuld am liebsten vor sich selbst und anderen verstecken würde, damit aber dem Leiden daran nicht entgeht, legt im Bekenntnis seine Not offen und überlässt sie der Barmherzigkeit Gottes.
Wer sich selbst ob seiner Taten nicht mehr leiden mag, wer fürchtet, von anderen im Licht des eigenen Versagens gesehen zu werden, darf sich im Vollzug der Beichte von seinen Taten distanzieren. Die göttliche Vergebung, welche die Sünde vom Sünder unterscheidet, wehrt einer (Selbst- oder Fremd-)Identifikation des Täters mit seinen Taten.

Wer durch Schuld letztlich in Isolation gerät, sucht im Sakrament erneut die Verbindung mit der kirchlichen Gemeinschaft – Vorzeichen erneuerter Beziehungen auch ausserhalb des Sakramentes.
Wer die Vergebung Gottes empfängt, darf sich angenommen wissen, nicht aufgrund der eigenen Leistung, vielmehr – trotz allen Versagens – allein aufgrund der Barmherzigkeit Gottes.

Wer den Weg in dieses Geschehen von Bekenntnis und Vergebung wählt, stellt sich erneut seiner Verantwortung, die für die Zukunft neue Handlungsmöglichkeiten eröffnet.

Mag es manchmal nicht einfach sein, die Schwelle zum Busssakrament zu überschreiten: es erweist sich – immer wieder auch erfahrbar – als befreiender Schritt.

II. Die Einzelbeichte im Kontext verschiedener Formen von Busse und Versöhnung

1. Die Vielfalt der Formen von Busse
Es gibt verschiedene Wege für die kritische Reflexion des eigenen Lebens, für das Eingeständnis von Sünde, für Umkehr und Neuanfang durch den Empfang der Vergebung.

Gelegenheiten zum Zurückblicken auf das eigene Leben sind vielfältig. Die traditionelle Gewissenserforschung am Abend, eine Weise der täglichen Bekehrung, wird heute von vielen im „Gebet der liebenden Aufmerksamkeit“ gepflegt. Schriftlesung oder andere geistliche Lektüre werfen Licht auf das eigene Leben und lassen auch die Schatten erkennen. In verschiedenen liturgischen Feiern gibt der Bussakt Raum für ein Innehalten im alltäglichen Lebensfluss. Auch das Gespräch mit anderen Menschen, nicht zuletzt in der geistlichen Begleitung, hilft, das eigene Versagen zu erkennen und einzugestehen.

Aus der Einsicht in die eigene Sünde ergeht der Impuls, Wege der Erneuerung zu suchen: Zeichen der Versöhnung zu setzen und konkrete Sorge für das Wohl der Mitmenschen zu tragen. Die grossen Busszeiten der Kirche rufen immer wieder dazu auf, solche Umkehrwege zu gehen.
Diese Schritte der Busse und Umkehr sind nicht Leistungen, in denen Menschen aus eigener Kraft ihr Leben heil machen könnten und sollten. Der menschlichen Umkehr geht die Einladung Gottes, sich ihm zuzuwenden, immer schon voraus. Er ist der barmherzige Gott, der sich nach der Umkehr der Menschen sehnt und bereitwillig Vergebung schenkt. Seine Vergebung ist den Menschen tagtäglich vonnöten und tagtäglich zugesagt. Nach alter Tradition der Kirche sind Fasten, Beten und das Geben von Almosen, das Lesen der Schrift, die Sorge um das Heil der Nächsten wie auch gemeinschaftliche Formen der Busse Weisen, in denen sich die göttliche Vergebung konkret vermittelt.

Im seelsorglichen Gespräch etwa im Zusammenhang geistlicher Begleitung kann auch ausserhalb der Beichte Vergebung erbeten und zugesprochen werden. Sündenvergebung ist Gabe aller Sakramente. Grundlegend wird sie in der Taufe geschenkt, die von Sünden reinigt und den Weg in das neue Leben öffnet. Die Eucharistiefeier vergegenwärtigt die Selbsthingabe Jesu zur Vergebung der Sünden. Sie gibt teil an Jesu Tod und Auferstehung und damit an der Erlösung. Neben dem Sakrament der Versöhnung steht die Krankensalbung ausdrücklich unter der Verheissung der Sündenvergebung.

Das Busssakrament selbst stellt die Versöhnung mit Gott und mit der Kirche ganz in den Mittelpunkt. Die geschenkte Vergebung ermöglicht die Rückkehr in die volle Wirklichkeit des in der Taufe geschenkten neuen Lebens und stiftet damit einen Neuanfang. Das Busssakrament kann, unterschiedlichen Situationen entsprechend, in verschiedenen Formen gefeiert werden. Das liturgische Buch „Die Feier der Busse“ kennt neben der klassischen Form der Einzelbeichte die gemeinschaftliche Feier der Versöhnung, die entweder als Feier der Versöhnung mit Bekenntnis und Lossprechung der Einzelnen oder – in bestimmten Fällen – mit allgemeinem Bekenntnis und Generalabsolution gestaltet werden kann.

Die Pflege dieser Vielfalt von Busswegen steht nicht in Konkurrenz zur Einzelbeichte, sondern ist das Umfeld, in dem auch der Weg zur Einzelbeichte gangbar ist.

2. Die Chance der Einzelbeichte
Die Gabe der göttlichen Vergebung kann Menschen, wie beschrieben, auf sehr verschiedenen Wegen erreichen. Die Einzelbeichte zeichnet sich dadurch aus, dass sie einzelne Momente des Buss- und Versöhnungsgeschehens besonders ausdrücklich macht.

Auf der einen Seite lädt die Einzelbeichte die Beichtenden ein, die Sünde, die ihnen bewusst geworden ist und unter der sie leiden, zu benennen. Das Bekenntnis begegnet der Tendenz des Menschen, seine Schuld zu verbergen. Die benannte Sünde verliert an Kraft, weiterhin zerstörerisch zu wirken. Das Dunkel menschlichen Lebens wird hervorgeholt, damit Licht darauf fallen kann.

Denn auf der anderen Seite ist die sakramentale Vergebung in der Einzelbeichte ausgezeichnet durch ihre Ausdrücklichkeit. Die Einzelbeichte lässt die Lossprechung direkt auf eine ausgesprochene und in dieser Weise schmerzhaft wachgerufene Schuldsituation treffen. Genau in ihr und für sie darf der bekennenden Person die dankbare Gewissheit wachsen, dass Gott sie trotz dieser Schuld annimmt und die Sünde vergibt. Wenn die unverborgene Blösse und die aufgedeckte Not der Schuld derart mit dem konkreten Vergebungszuspruch beantwortet wird, kann erfahren werden, dass Gottes Vergebung wahrhaftig diese eigene, konkrete Situation einholt und heilt. Wo Schuld quälend auf einem Menschen lastet und die Möglichkeit eines Neuanfangs verschlossen zu sein scheint, ist dies heilsam. Denn der Glaube an geschenkte Vergebung ist gerade da, wo Menschen die Schwere ihrer Schuld empfinden, nicht selbstverständlich.

So ist die Einzelbeichte eine Form der Busse, die in besonderer Weise auf die Lebenssituationen einzelner Menschen eingeht, um diese mit der Vergebung Gottes in Berührung zu bringen. Sie fordert einerseits eine persönliche Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben und der eigenen Gottesbeziehung und bringt andererseits die erbarmende Zuwendung Gottes zum Einzelnen zum Ausdruck. Sie ist ein Weg, die dunklen Schatten menschlichen Lebens unmittelbar dem Licht der Gnade auszusetzen. Auch das Beichtgespräch kann auf die persönliche Situation der beichtenden Person eingehen und konkrete Impulse für die Erneuerung geben. Wenn Menschen aussprechen, wofür sie sich schuldig fühlen, wird ihnen nicht selten durch die Unterscheidung echter Schuld von nicht schuldhaftem Verstricktsein in Unheilszusammenhänge geholfen.

3. Die Bindung der sakramentalen Lossprechung an den ordinierten Amtsträger
Viele fragen sich, warum es für die Beichte einen Priester braucht. Die Bindung der sakramentalen Lossprechung an den ordinierten Amtsträger lenkt den Blick auf die Gabe der Vergebung Gottes, die wir Menschen uns nicht selbst geben und die wir auch einander nicht von uns selbst her gewähren können. In der sakramentalen Lossprechung durch den Priester, der nicht aus sich heraus, sondern an der Stelle Jesu Christi und im Auftrag der Gemeinschaft der Kirche Vergebung zusagt, wird erfahrbar, dass Jesus Christus selbst vergibt und dass die Gemeinschaft mit der Kirche wieder geheilt wird.

4. Gute Erfahrungen mit der Einzelbeichte ermöglichen
Gebotener Bussweg ist die Einzelbeichte für schwere Schuld. Darüber hinaus ist sie heilsame Möglichkeit, auf dem Lebensweg Vergebung zu finden und einen Neuanfang zu machen. Dies aber müssen Menschen auch erfahren können. Deswegen lassen sich die Fragen, die an den Sinn der Einzelbeichte gestellt werden, nicht allein mit Hinweis auf Gebote und Kirchenrecht beantworten. Es gilt, eine gute Praxis des Sakramentes zu ermöglichen, auf die Menschen in dieser oder jener Situation zurückkommen können. Insbesondere Kinder und Jugendliche, die in der Erstbeichte und bei anderen Gelegenheiten die Beichte als etwas Befreiendes und Frohmachendes kennen lernen durften, haben die Chance, sich in späteren Lebenszusammenhängen an diese Erfahrung zu erinnern und die Einladung zum Busssakrament erneut anzunehmen.

III. Einige praktische Anstösse zur Suche nach neuen Versöhnungsorten

1. Beichtorte: Pfarreien und Beichtzentren im Dekanat
Angesichts der Schwierigkeiten hinsichtlich der Einzelbeichte und zugleich der Einsicht in ihre Chancen stellt sich die Frage, welche Orte für die Einladung zum Busssakrament heute geeignet sind. Vorrangiger Ort ist und bleibt die Pfarrei. Jedoch ist der Situation Rechnung zu tragen, dass in vielen Pfarreien kein eigener Priester mehr zur Verfügung steht. Zudem ziehen viele Menschen, die beichten möchten, es vor, dies ausserhalb der eigenen Pfarrei zu tun. Deshalb ist es angeraten, dass jedes Dekanat in einem Zentrumsort eine Aussprache- und Beichtgelegenheit anbietet. Hier sollten die Priester des Dekanates, eventuell verstärkt durch Ordensleute, Priester im Ruhestand oder Spezialseelsorger regelmässig Beichte hören. Die gewählten Zeiten und Rhythmen sollten situationsgerecht sein. In City-Kirchen hat es sich bewährt, täglich regelmässig Beichtzeiten vorzusehen oder sogar tagsüber für eine ständige Präsenz von Priestern zu sorgen, so dass hier ein „verlässlicher“ Ort der Beichtmöglichkeit gegeben ist.

2. Klöster als Beichtzentren
Ergänzend zu den Dekanatszentren eignen sich die Klöster als Beichtzentren, besonders aufgrund ihrer spirituellen Tradition und Ausstrahlung. Sie können aber nur so weit belastet werden, wie dies in ihr Leben und ihre Arbeitsfelder passt.

3. Anderssprachigenseelsorge
Für die anderssprachigen Gläubigen ist analog eine zentrale Beichtmöglichkeit zu schaffen, bei der die dazu delegierten Priester und eventuell die Klöster beteiligt sind.

4. Zusammenarbeit mit Frauen
Im Rahmen der Beichtzentren und Klöster sind neue Möglichkeiten der Zusammenarbeit von Priestern und Ordensfrauen bzw. Seelsorgerinnen zu fördern. Das Problem, dass manchen Frauen der Zugang zur Beichte bei Männern schwer fällt, lässt sich mit amtstheologischen Argumentationen nicht lösen. Nicht selten können Frauen als Brückenbauerinnen wirken und einen Weg zur Versöhnung ebnen.

5. Die notwendige Ausbildung
Bemühungen zur Erneuerung der Einzelbeichte können nur Frucht bringen, wenn die Beichthörenden gut ausgebildet sind. Deshalb ist der Grundausbildung und der permanenten Fortbildung nicht zuletzt in Gesprächsführung und Psychologie grosses Gewicht beizumessen. Bei pathologischen Fällen ist auf die Notwendigkeit der Beiziehung von Fachleuten für die psychiatrische Seite der Probleme aufmerksam zu machen.

6. Anlässe für die Einladung zur Einzelbeichte
Besinnungstage, Wallfahrten, besondere pfarreiliche oder überregionale Anlässe usw. können für Pfarreien Versöhnungstage werden. Hierzu bedarf es einer sorgfältigen Vorbereitung, nicht zuletzt um zu gewährleisten, dass eine genügende Anzahl von Priestern zur Verfügung steht. Dies kann auch bei Klöstern nicht ohne Absprache vorausgesetzt werden.


Erfahrungen mit der Einzelbeichte
- in der Jugendseelsorge- in einer Stadtpfarrei
- in einer Klosterkirche
- in einer Bergpfarrei im Grenzgebiet
aus den verschiedenen Sprachregionen




Erfahrungen mit der Einzelbeichte in der Jugendseelsorge
(französischsprachige Schweiz)

I. Beobachtungen


1. Anlässe
Seit einigen Jahren beobachten wir in der Schweiz bei Jugendlichen eine Wiederbelebung des Sakramentes der Versöhnung mit Einzelabsolution. Diese Wiederbelebung geschieht in verschiedenen Weisen. Manchmal ist es eine Gebetsnacht, während derer die Beichte parallel zur Stille oder zur eucharistischen Anbetung angeboten wird. Andere Gelegenheiten sind der Firmweg, gemeinsam verbrachte Wochenenden, Wallfahrten oder Jugendlager.

2. Zeiten
Für solche Angebote sind die traditionellen Hoch-Zeiten des Kirchenjahres geeignet, insbesondere die Karwoche oder die Adventszeit. Daneben kann man feststellen, dass die Jugendlichen manchmal bei ungewöhnlichen Gelegenheiten bereit sind, diesen Schritt zu machen; so zum Beispiel in der Fasnachtszeit oder am Abend des 31. Oktobers. Paradoxerweise scheinen diese weltlichen Feste sie zu motivieren, sich von als oberflächlich empfundenen gesellschaftlichen Zusammenhängen zu distanzieren.

Auch bestätigt sich das allgemeine Prinzip, dass man bei Jugendlichen am meisten erreicht, wenn man von ihnen etwas fordert; denn gerade bei Gelegenheiten, die ihnen eine klare Positionierung abverlangen, bezeugen viele Jugendliche gerne ihre christliche Identität.

3. Orte
Eine bedeutende Rolle spielt der Ort dieser Feiern. Die Jugendlichen sind sehr empfänglich für eine Atmosphäre, die sie an speziellen Orten finden, wie etwa in einem Kloster oder in einem Hospiz in den Bergen. Eine lange Wanderung, eine Nachtwache im Fackelschein oder eine nächtliche Anbetung fördern die Bereitschaft, in sich selbst zu gehen und das Versöhnungssakrament zu empfangen.
Auch wenn solche Veranstaltungen nur eine Minderheit der jungen Katholiken unseres Landes ansprechen, ist ihre Existenz trotzdem ein wichtiges Zeichen der Hoffnung.

II. Analyse: Was Jugendliche bei der Einzelbeichte anspricht

1. Ein persönlicher Schritt im Rahmen einer gemeinsamen Feier
Ein Grund für den Erfolg dieser Feiern des Versöhnungssakramentes liegt sicherlich darin, dass die Jugendlichen anlässlich einer Gemeinschaftsfeier einen ganz persönlichen Schritt vollziehen können. Hier erfahren sie besser, welche Auswirkungen ihre Handlungen gegenüber ihren Mitmenschen haben. Sie entdecken, wie wichtig das Verzeihen für das Wohl einer Gemeinschaft ist. Gleichzeitig verlangt die Einzelbeichte einen grossen persönlichen Einsatz. Sie fordert den jungen Menschen auf, in einem Akt grossen Vertrauens auf sein Leben zu blicken. Im Gegenzug bietet ihm die Beichte eine tiefe innere Befreiung, Frieden und die wieder gefundene Gewissheit, dass Gott ihn liebt. Somit ist sie hervorragend dazu geeignet, Jugendliche durch die Gnade Gottes von einem rein „formellen“ Glauben hin zu einer echten Begegnung mit Jesus Christus zu führen.

2. Persönliches Gespräch
Ein weiterer wichtiger Grund für die Wiederbelebung des Versöhnungssakramentes mit Einzelabsolution bei den Jugendlichen ist sicherlich die persönliche Begegnung mit dem Beichtvater. In einer immer anonymeren Welt kann der ehrliche und aufrichtige Dialog mit dem Priester eine bevorzugte Gelegenheit des persönlichen Gesprächs und Nachdenkens sein. Der Priester ermöglicht dem Jugendlichen zudem die Erfahrung der ihm zugewandten Barmherzigkeit Gottes. Der Jugendliche seinerseits fasst seine Gefühle in Worte und analysiert sein eigenes Leben. Zugleich befreit er sich von der Last, deren er sich vielleicht nicht einmal bewusst war. Des Weiteren erneuert er – nicht zuletzt durch das Hören der Worte der Absolution – sein Vertrauen in die Kraft der Worte und in die Bedeutung der Wahrhaftigkeit der Worte.

3. Geschenkte Vergebung
Die Wiederbelebung des Versöhnungssakramentes mit Einzelabsolution bei den Jugendlichen ermöglicht es, auf die Wichtigkeit des Verzeihens hinzuweisen. Unsere Gesellschaft weiss oft nicht mehr um das Wesen der Sünde. Gleichzeitig sieht sie sich – paradoxerweise – der Möglichkeit der Vergebung beraubt. Man will für nichts verantwortlich sein, aber man trägt stets eine Art latenter Schuldgefühle mit sich. Im Gegensatz dazu ermöglicht es die individuelle Absolution, den Jugendlichen einen umfassenden und befreienden Zugang zum christlichen Verständnis von Sünde und von Heil zu schenken. Dies geschieht unter Einbezug der verschiedenen Verantwortlichkeiten jedes Einzelnen und der Gemeinschaften.

III. Neue Herausforderungen

1. Notwendige Achtsamkeit für die Würde des Sakramentes
Die erneuerten Formen des Sakramentes der Versöhnung mit Einzelabsolution stellen für die Seelsorge eine Herausforderung dar. Das Busssakrament wird oftmals aus dem üblichen Rahmen herausgenommen und bei den beschriebenen Anlässen wie einer Gebetsnacht oder einer Wanderung gefeiert. Solche Angebote berücksichtigen in guter Weise die „existenzielle“ Dimension des Glaubens und können Jugendliche für fröhliche und gesellige religiöse Praktiken begeistern. Dabei gilt es jedoch im Auge zu behalten, dass es nicht zu einer Banalisierung oder zum Verlust der Würde dieses Sakramentes kommt. Lärm, eine schlechte Vorbereitung oder ein der Feier des Sakramentes nicht förderlicher Kontext können Hindernisse für eine gute Beichte sein. Generell ist alles zu meiden, was dem geistlichen Nutzen der Beichte schaden kann.

2. Notwendigkeit der Einwurzelung in die eigene Pfarrei
Es fällt auf, dass junge Menschen das Angebot der Einzelbeichte besonders gerne bei grossen religiösen Veranstaltungen oder während religiösen Gruppenanlässen wahrnehmen. Die Tradition der religiösen Gruppenanlässe bietet die Gelegenheit, den Glauben in Gemeinschaft zu leben. In diesem gemeinschaftlichen Leben des Glaubens finden wir seit jeher ein konstitutives Element der Katholizität unserer Kirche.

Wir sehen in den letzten Jahren vermehrt, dass die religiösen Anlässe für Jugendliche grösser werden und manchmal sogar auf weltweiter Ebene organisiert werden. Man darf sich darüber freuen, dass Jugendliche anlässlich von solchen Veranstaltungen die Einzelbeichte neu entdecken. Allerdings sollte in der Folge dieses Erlebnis in eine regelmässige religiöse Praxis und in eine Verwurzelung im eigenen Bistum und in der eigenen Pfarrei übergehen.

3. Notwendige Ausbildung der Priester
Die Hinführung Jugendlicher zur Einzelbeichte bringt gerade wegen der Bedeutung des persönlichen Gesprächs eine grosse Anforderung an die beichthörenden Priester mit sich. Sie haben die Aufgabe, den Jugendlichen bei ihrer Gewissensbildung zu helfen und ihnen den Weg zu einer wahren inneren Freiheit aufzuzeigen.

Dies verstärkt die Notwendigkeit, die Ausbildung der Priester zu verbessern, welche die Beichten von Jugendlichen abnehmen. Es muss jede Art von Manipulation der Jugendlichen durch den Beichtvater vermieden werden.

Erfahrungen mit der Einzelbeichte in einer Stadtpfarrei
(deutschsprachige Schweiz)

1. Beichtgelegenheiten
In der Liebfrauenkirche (ZH) ist jeden Morgen und jeden Abend Beichtgelegenheit, jeweils vor der Eucharistiefeier und abends parallel zum Rosenkranzgebet. Am Samstagnachmittag ist die Zeit auf anderthalb Stunden ausgedehnt. Dann sind drei Priester gleichzeitig präsent. Neueren Datums sind zwei Angebote, die ebenso stark in Anspruch genommen werden: eine Stunde am Dienstagabend während der eucharistischen Anbetung und zweimal im Jahr ein Segnungs- und Salbungsgottesdienst mit persönlicher Aussprache, Gebet und Krankensalbung. Hier besteht jeweils auch die Gelegenheit, sich zum Gespräch und Gebet um Heilung der Pastoralassistentin zu öffnen statt dem Priester.

2. Notwendigkeit ergänzender Formen der Kontaktseelsorge
Doch die Zeit in der Beichte ist beschränkt. Es wäre oft nötig, Lebensverhältnisse zu ordnen. Institutionen haben eine zu hohe Schwelle, oder die Hilfe kostet. Wir müssten im Rahmen der Kontaktseelsorge Weisen finden, wie schnell, unkompliziert und gratis geholfen werden kann, auch mit Rechtsberatung, Arbeits- und Wohnungssuche, Formularen und Verkehr mit Behörden.

3. Traditionelle Beichtformen und Beichtgespräch
Wir beobachten, dass zu den traditionellen Beichtzeiten die traditionelle Form im Beichtstuhl mit seiner grösseren Anonymität vorgezogen wird. In den neuen Gefässen werden mit der Beichte eher das Seelsorgegespräch und die geistliche Begleitung kombiniert. Es kommt uns vor, als seien wir für viele die einzige Vertrauensperson, ja manchmal die einzigen Gesprächspartner, mit denen nicht nur existentielle Fragen, sondern auch kleine Probleme des Alltags besprochen werden. Es ist häufig spürbar, wie einsam Menschen sind. Bewegend ist auch zu merken, wie viel Vertrauen Priestern entgegengebracht wird.

4. Skrupulosität
Unter den regelmässig und häufig Beichtenden sind viele skrupulöse Menschen, die Angst haben, zu versagen und tatsächliche oder vermeintliche Erwartungen nicht erfüllen zu können. Gerade sie sind darauf angewiesen, Trost und Stärkung zugesprochen zu bekommen. Ist solche Bedürftigkeit nicht Kennzeichen der Armen im Sinne des Evangeliums? Der Verdacht, dass heutige Menschen kein Gespür mehr für die Sünde hätten, wird hier fraglich. Eher scheint es, dass unsere erbarmungslose Gesellschaft die Möglichkeit des Vertrauens in Vergebung zuschüttet.

5. Probleme mit dem Vergeben können
Eine eigene Form von Gewissensdruck lastet auf Menschen, die meinen, anderen alles vergeben zu müssen, es aber nicht können: wo also ein Konflikt entsteht zwischen dem Ideal, das ihnen beigebracht wird oder das sie selber setzen, und ihren Kapazitäten. Eine kluge Seelsorge wird sehen, dass Menschen sich zuerst besitzen müssen, bevor sie sich weggeben können. Opfer bringen können nur stabile Menschen.

6. Psychologische Hilfe
Gewiss wäre nicht selten eine psychologische oder gar psychiatrische Hilfe angezeigt. Wir ver- mitteln sie auf Wunsch und raten sie oft an. Wird ein Exorzismus erbeten, steckt dahinter des öfteren eine magische Erwartung, aber auch echtes Leiden und eine starke Sehnsucht nach Erlösung. Schon regelmässiges Beten und Handauflegung, manchmal auch die Krankensalbung können heilend wirken.

7. Einladung zu weiteren Seelsorgegesprächen
Menschen, die vor wichtigen Entscheiden oder in Lebenskrisen sind, laden wir zu weiterführenden Seelsorgegesprächen ein. Es wäre dringlich, Zuhörende auszubilden, die Menschen begleiten und auf Beichtgespräche vorbereiten, und Frauen sollten vermehrt Frauen als Gesprächspartnerinnen haben können.

8. Wunsch nach Lebensgestaltung aus dem Glauben
Beeindruckend ist aber auch die grosse Zahl regelmässig Beichtender, die einen ernsten Weg der Lebensgestaltung aus dem Glauben gehen wollen und mit Sensibilität sonst eher selten berührte Bereiche wie das Verhalten gegenüber Natur und Umwelt ansprechen oder die Verantwortung für Mitarbeitende, die Einstellung zu Fremden und Asylanten, die soziale Gerechtigkeit im eigenen Umfeld, die Sorge um alte Eltern oder den Umgang mit dem Geld. Ihnen geht es tatsächlich um Entwicklung und Verfeinerung des Gewissens.

9. Sexualität
Auffälligerweise ist das am häufigsten berührte Thema die Sexualität: Beziehungen, bevor die Ehe kirchlich geschlossen ist, aussereheliche Beziehungen, Selbstbefriedigung. Die Ursachen solcher Schwierigkeiten können sehr komplex sein, und die persönliche Verantwortung ist nicht einfach zu beurteilen. Manchmal taucht eine überwunden geglaubte Kasuistik wieder auf.

10. Kinder
Mit Kindern ergeben sich neue Chancen, weil sie von ängstigenden Erlebnissen früherer Generationen frei sind. Den Eltern nicht gehorchen ist ja weder das ganze Leben lang noch in der Kindheit immer eine Sünde. Schritt für Schritt Selbstverantwortung, Kritikfähigkeit und Lebensmut zu erlernen, ist doch ursprünglich in den Zehn Geboten geradezu gefordert. Es ist erstaunlich, wie feinfühlig Kinder für Ungerechtigkeiten, für eigene Feigheit und für ein Zurückbleiben hinter der Rücksicht auch auf Tiere und Pflanzen sind. Dies zu fördern, kann unsere Fixierung auf Fehler aufbrechen und bewusst machen, dass auch Unterlassungen Sünden sind. Das ergäbe vielleicht einen Perspektivenwechsel zum Positiven. „Und was hast du Gutes gemacht? Was ist dir gelungen?“ Mit erstarktem Selbstwertgefühl kann man leichter zur Unvollkommenheit des Lebens stehen, kann also empfänglicher werden für Vergebung.

Erfahrungen mit der Einzelbeichte in der Klosterkirche Einsiedeln

1. Neuentdeckung der Beichte nach abgebrochener Beichtpraxis
Die Erfahrung zeigt, dass bei zahlreichen Gläubigen eine Beichtpraxis in Jugendjahren vielleicht begonnen hatte, aber schnell abbrach. Während der Prozesse des Erwachsenwerdens wandelte sich die Einstellung zu Kirche und Glaube; dabei ging auch die Beichtpraxis verloren. Doch kann bei einer Begegnung, die hilfreich auf aktuelle Einzelsituationen eingeht, die kirchliche Sakramentenspendung in Form der Einzelbeichte als helfende Lebensstütze und Lebensweisung von Erwachsenen wieder neu entdeckt werden.

2. Beichtende mit regelmässiger Beichtpraxis
Eine sehr kleine Minderheit von – zumeist älteren, aber auch jüngeren – Menschen, mehr Frauen als Männer, hat sich eine regelmässige Praxis bewahrt. Ältere Gläubige beichten eher nach einem angelernten Schema und bekunden etwas Mühe, tiefer und persönlicher ihr Leben zur Sprache zu bringen. Jüngere Menschen dagegen integrieren die Beichte nicht selten in ihre Suche nach Lebensgestaltung und stehen zu ihren unsicheren, diffusen Erfahrungen und Gefühlen bezüglich ihres Ungenügens/Versagens/Schuldigwerden („ich weiss gar nicht, ob es Sünde ist“). Diesen Menschen kann es mit der Zeit gelingen, ihre Lebensgeschichte als Glaubensgeschichte zu lesen. Dies bedeutet biblisches Verständnis von Gott, Geboten und Leben zu erwerben und daraus zu leben. Die Beichtpraxis kann Menschen so zur Reifung führen und ihnen zu grösserer Unabhängigkeit gegenüber gesellschaftlichen Mainstreams verhelfen.

3. Selten Beichtende
Für zahlreiche unserer Poenitenten ist die Beichte ein seltenes (einmal jährlich) bis äusserst seltenes Geschehnis (nach jahrzehntelangem Fernbleiben), das sehr freie Formen annimmt. Die Erwartung dieser Menschen an das Seelsorgegefäss „Beichte/Busse/Versöhnung“ ist deshalb sehr unterschiedlich und hat mit den üblichen kirchlichen Vorstellungen über das Sakrament nicht immer etwas zu tun. Beichte bekommt so ein breites Inhaltsspektrum, verliert damit bei diesem Teil der Hilfesuchenden aber auch etwas vom zentralen Charakter des Sakramentes. Es ist hier vermehrt zu überlegen, wie statt einer Vorbereitung eine Nacharbeit vertiefend wirken könnte. In vielen Fällen ist es schwierig, Leben und Glauben schon in genügendem Mass zu verbinden, weil die Voraussetzungen zum Verständnis noch ungenügend sind. Das eigene Leben wird zu segmentarisch gesehen, d.h. ein Aspekt steht im Vordergrund; Zusammenhänge werden nicht erkannt. Der Beichtvater kann vielleicht erste Anstösse geben, damit bisher Unverbundenes im Leben verbunden wird.

4. Die Bedeutung der Beichtvaters
Die selten oder nach langem Fernbleiben wieder neu Beichtenden reagieren stark auf den Beichtvater. Sie geben ihrer Unsicherheit meist gleich anfangs Ausdruck und es hängt vom Geschick des Beichtvaters ab, ob die Menschen genügend Vertrauen gewinnen, um weiter zu gehen. Kirchlich Fernstehende sind oft überrascht, wenn sie Annahme und das Eingehen auf ihre Situation erfahren. Hier liegt eine bedeutsame Chance für den weiteren Weg. Aber die Gefahr des Missglückens auf beiden Seiten darf nicht unterschätzt werden, da die einmalige Begegnung nicht alles bewältigen kann.

5. Schwierigkeiten und Chancen der Rolle des Beichtvaters
Damit ist die Frage nach der Rolle des Beichtvaters und nach dem sachgemässen sakramentalen Handeln in der komplexen Situation angesprochen. Im Vergleich mit der traditionellen Beichte hängt heute vieles vom Beichtvater ab, was für diesen eine starke Belastung mit sich bringt. Das Hervortreten seiner Person kann zu Verengung, Projektion oder Missverständnis führen und damit zum Scheitern beitragen. Umgekehrt kann durch ihn existentiell wirksame Wegweisung und Öffnung von neuen Horizonten erfolgen. Er hat heute meist die Rolle eines Deuters, viel weniger die des Richters.

6. Anlässe für die Einladung zum Busssakrament
Es ist schwierig festzustellen, ob spezielle Gelegenheiten des Kirchenjahres für die Einladung zum Empfang des Busssakramentes besonders günstig sind. Bei den regelmässig Beichtenden hat der liturgische Kalender zwar einen grossen Einfluss, bei den anderen – der Mehrzahl – indessen sehr selten. Hier kommen die persönliche Situation und auch der Zufall zum Zug. Im Falle von Einsiedeln spielt die Kirche als stimulierendes Kunstwerk eine Rolle, die Menschen auf einmal doch mit Gott, Kirche, Glaube in Verbindung bringt. Spirituell-theologische Kirchenführungen können Anstösse vermitteln. Disponibilität und Offenheit sind die wichtigsten Voraussetzungen, wenn wir Gläubige ansprechen wollen, die bisher keinen Zugang zum Busssakrament hatten. Generell stellt sich die Frage, wie das Sakrament mit seinem Potential besser bekannt wird. Es ist hier Phantasie gefragt.
Die traditionellen Massenwallfahrten bringen nicht mehr viele Menschen zur Beichte. Einzelwallfahrer, nicht selten Ehepaare, schliessen eine Beichte ein, selbst wenn dies ursprünglich nicht in ihrer Absicht lag. Es gibt Einzelwallfahrer, die regelmässig einmal im Jahr hier beichten. Diese erwarten vor allem Ermutigung für ihren Weg, da sie oft familiär isoliert sind und den Sinn ihrer Einstellung und ihrer Verhaltensweisen hinterfragen.

7. Bedeutung niederschwelliger Möglichkeiten
Je einfacher der örtliche Zugang und je weniger zeitliche Beschränkung, desto eher ergibt sich für zufällige Kirchenbesucher die einmalige Gelegenheit, es zu wagen. Um mehr Menschen anzusprechen, wäre wohl eine noch grössere zeitliche Disponibilität notwendig, die jedoch angesichts der momentanen Situation der Klostergemeinschaft nicht denkbar ist. In Einsiedeln ist der Zugang verglichen mit City-Kirchen noch zu hochschwellig.

8. Beichtgespräch und Seelsorgsgespräch
Der Übergang von Beichtgespräch zu allgemeinem religiösen Lebensgespräch ist fliessend. Für viele Menschen gibt es nur in der Beichte die Möglichkeit, ihr Leben, und speziell das private und religiöse Leben, ihre Zweifel und Nöte, mit jemandem zu besprechen, der ihrer Situation wohlwollend, ernstnehmend, zugleich nicht moralisierend gegenüber steht. Wesentlich ist das Erkennen von Elementen, die entwicklungsfähig sind und mit denen man Menschen aufrichten und ermutigen kann.

Daraus ergibt sich, dass der Beichtvater im Idealfall auf konkrete Ziele hinarbeiten müsste, damit den Ratsuchenden bei seinem einzigen Kommen ein geistlicher Notvorrat bleibt und nicht bloss Unverbindlichkeit. Vielfach geht es um den Abschluss einer Problematik, einer Lebensphase, um hilflose Unentschlossenheit. Daraus kann man ein Ziel für einen Neuanfang, neue Praxis, Veränderung, formulieren. Nicht selten sind Menschen dankbar für einen Auftrag, der als Leitfaden dienen kann.

9. Die bedeutsamen und innovativen Chancen der Beichte Erwachsener liegen im persönlichen und situativen Zuschnitt des Geschehens. Das religiöse Leben bekommt eine eigenständige Sprache und kann persönliche Perspektiven entwerfen. Der hilfesuchende Mensch ist geschützt und wird in seinem Sosein respektiert, damit er die Freiheit bekommt, umzukehren, sich zu verändern, sich von äusseren Zwängen zu befreien.

Erfahrungen mit der Einzelbeichte in einer Bergpfarrei im Grenzgebiet
(italienischsprachige Schweiz)


1. Beichtgelegenheit
In Poschiavo (GR) wird einmal in der Woche Beichtgelegenheit angeboten, gewöhnlich eine Stunde am Samstag vor der Sonntagsmesse am Vorabend. Anwesend ist jeweils ein Priester. In den „Stosszeiten“ vor Weihnachten und Ostern kommt auch ein auswärtiger Priester für eine längere Dauer hinzu. Bei Abwesenheit des Pfarrers weilt ein Stellvertreter im Beichtzimmer. Der Andrang ist gewöhnlich nicht gross. Trotzdem ist es sinnvoll, an dieser wöchentlichen Beichtgelegenheit festzuhalten. Die in Treue durchgehaltene Anwesenheit ist ein wesentlicher Aspekt des Daseins für die Menschen im Dienste des Buss-Sakramentes.

2. Beichtgespräch
Mindestens ebenso wichtig wie die Beichtgelegenheit in der Kirche ist die Bereitschaft zum Beichtgespräch im Zusammenhang mit „Beratungsgesprächen“ im Pfarrhaus oder an anderen Orten, an denen sich der Priester für diesen Dienst aufhält. Denn oft, wenn es anlässlich von „Problemen“ zu einem Gespräch kommt, tritt dabei unbearbeitete und ungebeichtete Schuld zutage. Hier finden sich Gelegenheiten, auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen, die Schuld vor Gott zu stellen und ihn um Vergebung zu bitten. Das Urteil darüber, ob dies in der konkreten Situation der Fall ist, verlangt allerdings grosse Feinfühligkeit und Vorsicht von Seiten des Seelsorgers. Er muss ein Gespür dafür haben, ob die ratsuchende Person in der gegebenen Situation für diese Perspektive offen ist oder ob es besser ist, die Beichte auf später zu verschieben.

3. Andere Beichtgelegenheiten
In einer Pfarrei wie Poschiavo – anders als in einer Stadtpfarrei – kennt jeder jeden. Auch der Pfarrer kennt jeden und jede und umgekehrt, abgesehen von Feriengästen. Dies kann für das Buss-Sakrament von Vorteil sein, gerät aber heute mehr zum Nachteil, insofern ein Hang zur Individualität und zur „privacy“ ein Merkmal unserer Zeit ist. Insofern ist es hilfreich, wenn an einem entsprechend ausgewiesenen Ort in der Nachbarschaft Beichtgelegenheit gegeben ist bei Priestern, die nicht so bekannt sind wie der eigene Pfarrer.

4. Beichtgelegenheit mit Kindern
Vor Ostern und Weihnachten wird in der Pfarrei die Beichte mit den Schulkindern in Verbindung mit dem Religionsunterricht klassenweise organisiert, natürlich nach vorhergehender Besprechung und Vorbereitung in der Gruppe. Wenn die persönliche Bereitschaft für die Beichte nicht gegeben ist, wird vor allem in der Oberstufe auf die Möglichkeit eines einfachen Gesprächs mit dem Priester aufmerksam gemacht.

5. Pastoral auf der Suche nach der Verkündigung der Gnade
Seit ungefähr 1980 wird in unserer Pfarrei vor Weihnachten und Ostern eine Bussfeier gehalten. Wir laden dabei ausdrücklich ein, auch zur Beichte zu gehen, und weisen darauf hin, dass nach den Richtlinien der Kirche für die Lossprechung von schwerer Schuld die Einzelbeichte erforderlich ist. So sehr es solcher Richtlinien bedarf, so wenig sind sie indes als Mittel geeignet, um auf Menschen Druck auszuüben. Mit Druck können wir heutigen Menschen nicht helfen, die eigene Schuld nach biblischem Verständnis und in christlicher Liebe zu bewältigen und Vertrauen auf die Gnade Gottes zu finden.

Wir sind berufen und herausgefordert, das Sendungsbewusstsein und den Sendungsauftrag Jesu nach Lk 4,18-19 in unsere Zeit zeitgerecht hineinzuverlängern: „Der Geist des Herrn ruht auf mir, denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, um den Armen die Heilsbotschaft zu bringen, um den Gefangenen die Befreiung und den Blinden das Augenlicht zu verkünden, um die Zerschlagenen in Freiheit zu setzen und ein Gnadenjahr des Herrn auszurufen“.

[Von der Schweizer Bischofskonferenz veröffentlichtes Original]