In Christus besiegt das Gute endgültig das Böse, versichert der Papst

Der Heilige Vater zeichnet den gerechten Menschen

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ROM, 13. Januar 2005 (ZENIT.org).- Mit der Geburt Christi ist Gott in die Menschheitsgeschichte eingetreten, um den endgültigen Sieg des Guten über das Böse zu bewirken – ein sehr tröstlicher Gedanke für jeden Gläubigen, erklärte der Heilige Vater diesen Mittwoch während der Generalaudienz.



Die Worte des Papstes drehten sich diesmal um "Das Gericht Gottes" aus dem Buch der Offenbarung (11,17-18; 12,10b-12a), mit dem der Heilige Vater seine Reihe der Mittwochskatechese über Hymnen und Psalmen aus der Liturgie der Vesper, dem Abendgebet der Kirche.

Im genannten Hymnus ist von Gott und Christus, dem Opferlamm, die Rede, die "über das Gute und Böse in der Geschichte des Menschen Gericht halten" und so "ihr letztes Ziel, Heil und Herrlichkeit, zeigen".
Gottes Eintritt in die Geschichte verfolge "nicht nur das Ziel, die gewalttätigen Reaktionen der Aufständischen zu blockieren", sondern vor allem jenes, "die Gerechten zu verherrlichen und zu belohnen", so der Papst, der anschließend diese gerechten Menschen anhand der Schriftstelle charakterisierte: "Sie sind 'Diener', die dem göttlichen Gesetz in Treue anhangen. Sie sind 'Propheten', ausgestattet mit dem geoffenbarten Wort, das die Welt interpretiert und beurteilt. Sie sind 'Heilige', die Gott geweiht sind und vor seinem Namen Ehrfurcht besitzen, das heißt, dass sie bereit sind, ihn anzubeten und seinem Willen zu folgen."
Unter diesen Menschen gebe es sowohl "'Kleine' und 'Große' – ein Ausdruck, mit dem der Autor der Offenbarung besonders gern das Volk Gottes in seiner Einheit und Vielfalt bezeichnet", so der Papst.

Nach der Beschreibung des Falls von Satan, der nach seiner Vertreibung aus dem Himmelreich "keine große Macht mehr besitzt" erklärte der Heilige Vater, weshalb sich dieser bewusst sei, "dass ihm nur noch eine kurze Frist" gewährt sei: "Denn die Geschichte steht unmittelbar vor einem radikalen Wandel der Befreiung vom Bösen, weshalb der Teufel mit "großer Wut" reagiert", erklärte der römische Pontifex.

Während der Teufel gestürzt werde, erscheine "auf der anderen Seite der auferstandene Christus, dessen Blut das Heilsprinzip ist (…). An seinem Sieg beteiligt sind alle christlichen Märtyrer, die sich für den Weg des Kreuzes entschieden haben", so Johannes Paul II. weiter. "Sie haben dem Bösen und seinen Verlockungen nicht nachgegeben, sondern sich dem Vater überlassen und sich mit dem Tod Christi vereinigt (…). Es scheint, als höre man den Widerhall der Worte Christi: 'Wer an seinem Leben hängt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt gering achtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben', zitierte der Papst eine Passage des Johannesevangeliums (12,25).
Als Beispiel für solch einen Gerechten nannte der Heilige Vater den heiligen persischen Bischof Simeon, der zusammen mit seinen Kameraden am 17. April 341 den Märtyrertod erlitten hatte und von dem er ein wunderschönes Gebet verlas:

"Ich will in meiner Berufung heroisch aushalten, mit Starkmut die Aufgabe, die mir anvertraut worden ist, erfüllen und Vorbild sein für das ganze Volk des Orients (…). Ich werde das Leben empfangen, das weder Leid, noch Sorge, noch Angst kennt – weder Verfolger noch Verfolgten, weder Unterdrücker noch Unterdrückten, weder Tyrannen noch Opfer. Dort werde ich die Drohungen des Königs oder die Schrecken der Präfekten nicht mehr spüren. Niemand wird mich mehr zum Gericht führen oder mich einschüchtern. Niemand wird mich fortschleppen oder mich ängstigen", betete der heilige Simeon kurz vor seinem Tod.

"Die Wunden an meinen Füßen werden bei dir geheilt werden, Weg aller Pilger. Die Müdigkeit meiner Glieder wird bei dir Ruhe finden, Christus, Chrisma unserer Salbung. Durch dich, Kelch unserer Erlösung, wird die Trauer meines Herzens verschwinden. Von dir, unser Trost und unsere Freude, werden die Tränen meiner Augen getrocknet werden", schloss das Gebet und mit ihm auch die Ansprache des Papstes.
Der Heilige Vater schien in guter gesundheitlicher Verfassung zu sein. Bevor er sich verabschiedete, grüßte er die Pilgergruppen, insbesondere die polnischen Gläubigen, mit denen er einige frei gesprochene Worte wechselte und scherzte.

Die vorangegangenen Betrachtungen des Papstes über die Hymnen und Psalmen der Heiligen Schrift, die zur Liturgie der Vesper gehören, können auf der Internetseite von Zenit (www.zenit.org) abgerufen werden.

[Übersetzung der Papstzitate durch Zenit]