In das eigene Herz schauen

Besuch des Papstes in römischer Pfarrei

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 357 klicks

Am Sonntagnachmittag besuchte Papst Franziskus die Pfarrei San Tommaso Apostolo am Stadtrand Roms. Die Pfarrei existiert seit 50 Jahren und liegt im Viertel „Infernetto“ in der Nähe der Hafenstadt Ostia. Zu den vielen anwesenden Kindern sagte er:

„Ich sage euch ein Geheimnis, um Jesus zu lieben. Hört mir gut zu: Um Jesus zu lieben, muss man sich von ihm lieben lassen. Habt ihr verstanden? Er macht die ganze Arbeit, nicht wir! Er liebt uns zuerst!“

Nach einer Unterhaltung mit Eltern, die im Verlauf des vergangenen Jahres getauft worden waren, begegnete Papst Franziskus alten und kranken Menschen, behinderten Kindern und einigen Priestern. Einigen anwesenden Gläubigen nahm er die Beichte ab. Anschließend feierte er mit allen die Messe und hielt eine kurze, improvisierte Predigt, die auf dem Evangelium nach Matthäus (Mt 5,17-37) aufbaute. Er betonte, wie sehr die zwischenmenschlichen Beziehungen in einem Nachbarschaftsviertel von dem Kriterium der Aufrichtigkeit und Wahrheit geprägt sein müssten. Er sagte:

„Ich denke, es wird uns heute gut tun, nicht darüber nachzudenken, ob meine Seele sauber oder schmutzig ist, sondern daran, was in meinem Herzen ist, was ich in mir habe. Uns die Wahrheit über uns selbst zu sagen.“

Jedoch reiche eine einfache Selbstbefragung nicht aus, man müsse sein Herz aus tiefster Seele befragen, um die wirklichen Gefühle zu entdecken.

„Gibt es dort Liebe? … Gibt es dort Gott? … Gibt es dort Verzeihen gegenüber denjenigen, die mich verletzt haben oder gibt es dort Rache? Wir müssen uns fragen, was es dort gibt, denn das was drinnen ist dringt nach außen und macht Böses, wenn es böse ist; und wenn es gut ist, dringt es nach außen und tut Gutes.“

Dies sei kein einfacher Weg, so Papst Franziskus weiter, und man brauche dafür das Gebet und das Eingreifen des Herrn. Abschließend sagte er:

„Immer um diese Gnade bitten: Zu wissen, was in meinem Herzen vor sich geht, um immer die richtige Entscheidung treffen zu können, die Entscheidung für das Gute. Indem wir uns daran erinnern, dass das, was unser Leben beschmutzt auch das ist, was an Bösem aus unserem Herzen kommt. Und bitten wir darum, dass der Herr uns helfe.“