In den Großeltern liegt die Zukunft eines Volkes

Predigt des Papstes in Santa Marta

Rom, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 432 klicks

Ein Volk, das nicht die Großeltern respektiere, sei ohne Erinnerung und demnach ohne Zukunft, so die Worte von Papst Franziskus in Santa Marta. Ausgangspunkt seiner Ausführungen war die Lesung aus dem zweiten Buch der Makkabäer (6,18-31). Papst Franziskus sagte, Eleasar stehe für einen alten Mann, der durch sein mutiges Verhalten den jungen Menschen ein Vorbild sei.

„Die Glaubwürdigkeit dieses Mannes, die Echtheit seines Glaubens, aber auch die Verantwortung, ein edles Erbe zu hinterlassen, ein wirkliches Erbe. Wir leben in einer Zeit, in der die alten Menschen keine Bedeutung haben. Es ist nicht schön, das zu sagen, aber man entsorgt sie. Weil sie stören. Die älteren Menschen sind diejenigen, die uns die Geschichte näherbringen, die uns die Doktrin bringen, die uns den Glauben bringen und uns alles vererben. Sie sind wie ein guter alter Wein, sie haben in sich die Kraft, uns ein edles Erbe zu vermachen.“

Anschließend erzählte der Papst eine Geschichte, die ihm erzählt wurde, als er noch ein Kind war, in der ein Großvater von seinem erwachsenen Sohn einen kleinen Tisch neben dem der Familie bekommt, weil er sich beim Essen beschmutzt. Als er eines Tages nach Hause kommt, spielt eines seiner vier Kinder mit einem Stück Holz und antwortet ihm auf die Frage hin, was dieses darstelle, es sei der Tisch für den Vater, wenn dieser alt geworden sei.

„Diese Geschichte hat mir während meines ganzen Lebens gut getan. Die Großeltern sind ein Schatz. … Die Erinnerung unserer Vorfahren bringt uns zur Imitation des Glaubens. Das Alter ist oft ein bisschen hässlich, nicht wahr? Aufgrund der Krankheiten, die es mit sich bringt und all das, aber die Weisheit, die unsere Großeltern haben, ist das Erbe, das wir erhalten müssen. Ein Volk, das nicht seine Großeltern schützt, ein Volk, das nicht seine Großeltern respektiert, hat keine Zukunft, denn es hat keine Erinnerung, es hat die Erinnerung verloren.“

Es werde allen gut tun, an die vielen älteren Menschen zu denken, die von den Ihren verlassen worden seien.

„Beten wir für unsere Großeltern, unsere Großmütter, die oft eine heldenhafte Rolle bei der Weitergabe des Glaubens in Zeiten der Verfolgung hatten. Wenn Vater und Mutter nicht zu Hause waren und merkwürdige Ideen hatten, die die Politik dieser Zeit lehrte, waren es die Großmütter, die den Glauben vermittelten. Viertes Gebot: Es ist das einzige, das etwas zurückgibt. Es ist das Gebot der Barmherzigkeit. Mit unseren Vorfahren barmherzig zu sein. Bitten wir heute die alten Heiligen um die Gnade – Simon, Anna, Polykarp und Eleasar – viele alte Heilige: Bitten wir sie um die Gnade, unsere Vorfahren, unsere Großeltern zu schützen, zu erhören und zu verehren.“