In den USA wächst die Zahl der Erwachsenentaufen

Die von den einzelnen Diözesen veröffentlichten Zahlen signalisieren einen erheblichen Anstieg

Rom, (ZENIT.org) Federico Cenci | 287 klicks

Die vorliegenden Zahlen stehen im Widerspruch zur Globalisierung. Wie aus den in der vergangenen Woche von ZENIT publizierten Daten hervorgeht, hat sich in Frankreich die Zahl der im Erwachsenenalter zum Katholizismus Konvertierten maßgeblich erhöht. Eine weitere positive Nachricht in diesem Zusammenhang erreichte uns heute aus den Vereinigten Staaten.

Obwohl die Bischofskonferenz die Gesamtzahl der bevorstehenden Erwachsenentaufen im Rahmen der Osternacht nicht bekannt gegeben hat, liefern die Diözesen diesbezüglich einige wichtige Hinweise. 

Beispielsweise liegt die von der Diözese Washington verlautbarte Zahl der erwachsenen Taufwerber, die das Sakrament in der Osternacht empfangen werden, bei 650. Sara Blauvelt, die Leiterin des Amtes für Katechese in der US-amerikanischen Hauptstadt, gab gegenüber dem „National Catholic Register“ bekannt, angesichts der „deutlichen Zunahme der Anzahl der Katechumenen sehr ergriffen“ zu sein.

Sie führte aus: „Die Erwachsenentaufe ist von großer Bedeutung, denn sie ist Ausdruck einer tiefen Veränderung im Leben eines Menschen“. Zwar schließt Blauvelt die Möglichkeit eines „Papst-Franziksus-Effektes“ nicht aus, betont jedoch, dass die im Erwachsenenalter empfangenen Taufen in den vergangenen drei Jahren einen kontinuierlichen Anstieg erfahren hätten.

In den Vereinigten Staaten existiert  neben den zahlreichen  Katechumenen auch die Figur der so genannten „Kandidaten“. Dabei handelt es sich um in den Kirchen anderer Bekenntnisse getaufte Christen, die der katholischen Kirche beitreten möchten. 

In der Diözese Cleveland werden in diesem Jahr insgesamt 511 Erwachsene Katechumenen bzw. „Kandidaten“ in die Kirche aufgenommen werden. Im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht dies einem Anstieg von 100.

In St. Petersburg, einer weniger als 250.000 Einwohner zählenden Stadt im US-Bundesstaat Florida, wird sich die Zahl der Katholiken in diesem Jahr um 1100 erhöhen. Auf seinem Internetprofil bezeichnete der Bischof vor Ort, Msgr. Robert Lynch, diese Zahl der Bekehrungen als die höchste seit seinem Amtsantritt vor 18 Jahren.

Ähnliche Ergebnisse verzeichnet die Stadt Boston, die traditionell über einen hohen Prozentsatz an Katholiken verfügt. Die Stadt, die der „Boston Tea Party“ ihren Namen gab, erzielte mit 650 Katechumenen und somit um etwa 100 mehr als im Vorjahr, ein Rekordergebnis. Der Bischof, Kardinal Sean Patrick O’Malley, kommentierte diese Entwicklung folgendermaßen: „Dabei handelt es sich um die zahlenmäßig größte Gruppe seit den letzten Jahren“.

In Städten mit einem hohen Anteil an Protestanten – beispielsweise Louisville, Kentucky, wo dieser bei 17% der Gesamtbevölkerung liegt – bleibt die Zahl der Katechumenen (etwa 450) stabil.

In den Vereinigten Staaten sind der Anstieg der Gläubigen und deren  Rückgewinnung seitens der katholischen Kirche größtenteils auf gemischte Ehen zurückzuführen. Dieses Phänomen führt oft zu einer Art „Domino-Effekt“, wonach die Verwandten der bekehrten Braut bzw. des bekehrten Bräutigams von der Idylle einer auf dem katholischen Glauben gründenden Ehe fasziniert sind und sich ebenso zur Bekehrung entschließen.

Von einem Beispiel in diesem Zusammenhang wurde auf der Seite „ReligionenLibertad“ berichtet. Demnach wurde in der Diözese Kansas City – Katholiken stellen dort 16% der Bevölkerung – eine Frau namens Deborah Kerr während der Osternacht des vergangenen Jahres katholisch getauft. Ihr Beispiel wurde für den Herrn zum Werkzeug, um ebenso die Herzen ihrer Mutter und ihres Stiefvaters zu bekehren. Diese werden in der kommenden Osternacht gemeinsam mit 109 weiteren Katechumenen die Taufe empfangen. „Ich erlebte die Bekehrung meiner Tochter zum Katholizismus und fühlte mich zum ersten Mal in meinem Leben im Haus des Vaters aufgehoben“, so deren selbst aus einem methodistischen Elternhaus stammende Mutter Sue. Seit dem Tag ihrer Taufe gehen Deborah und ihr Mann Greg an jedem Sonntag gemeinsam mit ihrer Mutter und deren Mann Phil zur hl. Messe. Phil äußerte sich dazu folgendermaßen: „Zwar bin ich zuvor nie in die Kirche gegangen, hatte jedoch viele katholische Freunde. Ich habe mir immer gedacht, dass ich mich für die katholische Kirche entscheiden würde, wenn ich jemals eine Kirche für mich fände“. 

In der kommenden Osternacht werden Phil und Sue eine wichtige neuen Etappe auf ihrem Weg antreten: Ab diesem Zeitpunkt werden sie neben dem Besuch der hl. Messe auch die Kommunion empfangen dürfen.