In der Adventszeit Zeugen des Lichts sein

Papst besucht römische Gemeinde S. Maria delle Grazie in Casal Boccone

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von Salvatore Cernuzio

ROM, 12. Dezember 2011 (ZENIT.org). – Eine große Menschenmenge begrüßte Papst Benedikt XVI. bei seiner Ankunft in der römischen Gemeinde Santa Maria delle Grazie in Casal Boccone im nördlichen Gebiet der Stadt Rom.

„Ihr seid Zeugen der Liebe, vor allem da, wo Gott fern zu sein scheint und wo das Leid bei denen, die in schwierigen Situationen sind, groß ist", erklärte Benedikt XI. den versammelten Gläubigen in seiner Ansprache.

Der Papst lud die Versammelten dazu ein, in dieser Erwartungszeit auf die Geburt Christi die Beziehung zu Gott lebendig zu halten.

Indem er sich besonders den Kindern zuwandte, von denen er viele vor der Messe empfangen und begrüßt hatte, mahnte er, sich auf Weihnachten „nicht nur im Hinblick auf die Geschenke, sondern im Herzen" vorzubereiten.

„Der Prophet Jesaja spricht in seinem ersten Buch von einer freudigen Nachricht an die Armen: eine Nachricht, die auch heute überaus aktuell ist; eine Nachricht, die die Hoffnung wieder aufrichtet",unterstrich der Papst. Seinen Blick auf die Figur Johannes des Täufers im Evangelium lenkend, erklärte er: „Er ist eine Stimme in der Wüste, ein Zeuge des Lichts und einer, der unsere Herzen berührt, da wir alle in dieser Welt der vielen Schatten und der Dunkelheit aufgerufen sind Zeugen des Lichts zu sein."

„Wir brauchen Stimmen, die bezeugen können, dass Gott immer nahe ist, auch wenn er fern zu sein scheint", betonte Benedikt XVI., indem er die Bedeutung der Mission der Christen in dieser Adventszeit herausstellte: „Wir können nur Zeugen des Lichts werden, wenn wir das Licht in uns tragen, nicht nur indem wir wissen, dass das Licht existiert, sondern, weil wir von diesem Licht einen Schimmer gesehen haben".

In Bezug auf die anderen sieben Religionen, die in jener Region vertreten sind, ermahnte der Papst die Anwesenden, die Arbeit der Missionierung durch die Katechese und die wahrheitsgemäße Weitergabe von Information gemäß der Lehre der Kirche voranzutreiben, „bereit dem, der euch nach dem Grund für eure Hoffnung, die ihr in euch tragt, fragt, zu antworten, wie es der Heilige Petrus formulierte (1 Petr 3,15)“.  

Der Papst warnte, treu und wachsam gegenüber der Lehre der Kirche zu sein und sich vor allen Formen religiöser Lehre in Acht zu nehmen, die die tiefen Nöte und Wünsche der menschlichen Seele ausnutzten, indem sie schnelle, illusorische Befriedigung vorgaukelten.

Zusätzlich zur Einladung und Aufforderung, die Messe als zentralen Angelpunkt des Sonntags, des Tages Gottes und der Gemeinschaft wiederzuentdecken und treu zur Communio in der Eucharistie zu stehen, rief er in Erinnerung: „Die ersten Christen waren bereit, dafür ihr Leben zu geben; sie wussten, dass sie das Leben bringt und das Leben gibt".

Der Papst beendete seinen Besuch damit, dass er die Bedürfnisse eines solchen Randgebietes wie dem von Casal Boccone, das sich aus vielen Familien, Jugendlichen und Kindern zusammensetzt, herausstrich.

Er wandte sich daher an alle Anwesenden mit der Versicherung: „Ich wünsche sehr, dass sich eure Gemeinde, auch mit Hilfe des Vikariats von Rom, so schnell wie möglich in eine gut strukturierte Gebetsstätte verwandelt, auch mit angemessenen Räumlichkeiten für Spiel und Gemeinschaft, um so dem Bedarf an Wachstum im Glauben und an einer gesunden Gemeinschaft für die neuen, jungen Generationen gerecht zu werden.“

[Übersetzung aus dem Italienischen von Anna Finkbeiner]