In der Erwartung Christi den Willen Gottes tun

Pastoralbesuch Benedikts XVI. in Sankt Laurentius vor den Mauern

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ROM, 1. Dezember 2008 (ZENIT.org).- Die Zeit des Advents erinnere daran, dass Christus unter uns ist. Sie fordere uns dazu auf, im fügsamen Gehorsam seinem Willen zu folgen.

Dies betonte Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt während seines Pastoralbesuchs in der Basilika Sankt Laurentius vor den Mauern am gestrigen Sonntag. Der Besuch fand anlässlich des 1750. Jahrestages des Martyriums des heiligen Diakons Laurentius statt.

Benedikt XVI. nahm den 50. Jahrestag des Verscheidens Papst Pius XII. zum Anlass, um des Wirkens seines Vorgängers unter den Bürgern des römischen Stadtviertels San Lorenzo nach den schweren Bombardements vom 19. Juli 1943 zu gedenken. Durch die Bombardierung seitens der alliierten Truppen waren der Basilika und dem Viertel schwere Schäden zugefügt worden. Gleichzeitig fanden 3000 römische Bürger den Tod. 12.000 wurden verletzt.

„Nie wird das großherzige Handeln aus dem Gedächtnis der Geschichte gelöscht werden können, das von meinem verehrten Vorgänger bei jener Gelegenheit an den Tag gelegt worden ist", so Benedikt XVI. Pius XII. sei sofort geeilt, um der schwer geschlagenen Bevölkerung zu helfen und sie zu trösten.

Des weiteren rief Benedikt XVI. in Erinnerung, dass in der Basilika zwei weitere große Persönlichkeiten bestattet sind: Der selige Pius IX. sowie Alcide de Gasperi, ein italienischer Politiker, der nach dem Zweiten Weltkrieg Italien in der schwierigen Zeit des Wiederaufbaus geführt habe und gleichzeitig fähig gewesen sei, den Blick auf Europa verbunden mit einer weiten christlichen Sichtweise zu richten.

Mit dem Wort Advent, so der Papst in seiner Predigt weiter, hätten die ersten Christen die besondere Beziehung zum Ausdruck bringen wollen, die sie mit dem Gekreuzigten und Auferstandenen verband. In der Feier der Eucharistie würden auch wir verkünden, dass Christus mit und unter uns ist.

Advent bedeute somit das Gedenken der ersten Ankunft des Herrn und gleichzeitig die Erkenntnis, das Christus unter uns als unser Reisegefährte im Leben der Kirche sei, die sein Geheimnis feiert. Dieses Bewusstsein müsse die Christen auf die endgültige Wiederkunft Christi vorbereiten. Der Advent sei für alle Christen eine Zeit der Erwartung und der Hoffnung, „eine privilegierte Zeit des Hörens und des Nachdenkens, sofern man sich von der Liturgie leiten lässt, die zur Begegnung mit dem Herrn, der kommt, einlädt".

Benedikt XVI. ging dann auf den Ort der Basilika Sankt Laurentius vor den Mauern ein, der vor allem vom glorreichen Martyrium des Diakons Laurentius spreche.

Die Heiligkeit sei zu Beginn des Advents die beste Botschaft, die dem Leben des heiligen Laurentius zu entnehmen sei. Laurentius rufe ins Gedächtnis, dass die Heiligkeit nie unmodern werde, so Benedikt XVI. Sie offenbare das stete Streben des Menschen nach Gott.

Das Jubiläum des Martyriums des Laurentius diene so „zu einer Erneuerung der Nachfolge Christi und einer Vertiefung des Sinnes der Zugehörigkeit zu seinem mystischen Leib, der die Kirche ist", sowie zu einem neuen Engagement in der Evangelisierung durch die Liebe.

Wachsam sein bedeute, das zu wählen, was Christus gewählt habe; das zu lieben, was er geliebt habe. „Wachsam sein bedeutet", so der Papst abschließend, „jeden Augenblick unserer Zeit im Horizont seiner Liebe zu verbringen, ohne uns von den unvermeidlichen Schwierigkeiten und alltäglichen Problemen niederschlagen zu lassen."