In der Gebetswoche der Einheit der Christen ruft der Papst zu Gebet und Bekehrung auf

Angelusansprache im Zeichen der Ökumene

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ROM, 23. Januar 2006 (ZENIT.org).- Benedikt XVI. rief am Sonntag vor Tausenden von Gläubigen dazu auf, für den Fortschritt in der Ökumene zu beten. Vor dem Angelusgebet erinnerte er außerdem an die unabdingbare Voraussetzung jeder christlichen Einheit: die eigene Bekehrung und die persönliche Verbundenheit mit Gott.



\"Gott ist Liebe, und nur wenn wir uns zu ihm bekehren und sein Wort annehmen, werden wir alle in einem mystischen Leib Christi vereint sein\", rief der Heilige Vater den Gläubigen zu. \"Der Ausdruck \'Gott ist Liebe\', der auf Lateinisch \'Deus caritas est\' lautet, ist der Titel meiner ersten Enzyklika, die am kommenden Mittwoch, dem 25. Januar, am Fest der Bekehrung des heiligen Paulus, veröffentlicht wird. Ich bin sehr froh darüber, dass die Veröffentlichung mit dem Abschluss der Gebetswoche für die Einheit der Christen zusammenfällt. An diesem Tag werde ich mich in die Basilika Sankt Paul vor den Mauern begeben, um das Vespergebet zu leiten, an dem auch die Vertreter der anderen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften teilnehmen werden. Möge die Jungfrau Maria, die Mutter der Kirche, für uns Fürsprache halten.\"

Das Motto der Gebetswoche für die Einheit der Christen 2006: \"Alles, was zwei von euch auf Erden gemeinsam erbitten, werden sie von meinem himmlischen Vater erhalten. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen\" (Mt 18,19-20), erfülle einen mit unerschütterlichen Vertrauen, fuhr Papst Benedikt XVI. fort. Diese Worte Jesu \"spornen die Christen an, Gott gemeinsam um jene vollkommene Einheit untereinander zu bitten, um die Christus selbst den Vater während des Letzten Abendmahls innig gebeten hat. Es ist daher leicht verständlich, wie wichtig es für uns Christen ist, um dieses Geschenk der Einheit mit beharrlicher Beständigkeit zu flehen. Wenn wir dies im Glauben tun, können wir uns sicher sein, dass unser Anliegen erhört wird.\"

Das Gebet für die Einheit bezeichnete der Papst als \"die Seele der ökumenischen Bewegung\", für deren weltweiten Fortschritte man Gott danken müsse. \"Sicherlich mangelt es nicht an Schwierigkeiten und Prüfungen, aber auch diese entbehren nicht eines geistlichen Nutzens, da sie uns antreiben, Geduld und Beharrlichkeit zu üben und in der brüderlichen Nächstenliebe zu wachsen.\"

Nach dem Angelusgebet richtete Benedikt XVI. folgenden Appell an die Pilger aus deutschsprachigen Nationen: \"Jesus Christus verkündet uns das Reich Gottes. Als seine Jünger wollen wir bereitwillig am Kommen dieses Reiches mitarbeiten.\"