In der Glaubensbegleitung die Vater-und Mutterschaft wiederentdecken

Sorge für die Familie bei der Generalversammlung der italienischen Bischofskonferenz im Zentrum

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Von Chiara Santomiero

ROM, Montag, 30. Mai 2011 (ZENIT.org). - Zurück zur Wertschätzung „alter und  traditioneller  Formen“ wie das Patenamt, aber auch neue Formen wie die eines „Tutors“ für die Begleitung im Glauben, dies sind einige Vorschläge einer Studiengruppe, die sich am 24. Mai im Rahmen der 63. Generalversammlung der italienischen Bischöfe in Rom mit der „Einführung und Begleitung zur Begegnung mit Christus in der kirchlichen Gemeinschaft. Subjekt und Methoden der Glaubenserziehung“ unter der Leitung von Msgr. Marcello Semeraro auseinandergesetzt  hat .  Als Bischof von Albano und Präsident der kirchlichen Kommission für die Glaubenslehre, der Verkündigung und der Katechese in der italienischen Bischofskonferenz stand  Mons. Semeraro der Studiengruppe vor.

Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in der Aula Pauls VI. erklärte Bischof Semeraro, dass „in allen Arbeitsgruppen sich als neuralgischer Punkt das Thema der Familie bezüglich der Glaubenserziehung als dringlich herauskristallisiert hat, nicht nur wegen der Zentralstellung des Gegenstandes, sondern auch wegen der beängstigenden Situation, in der sie sich befindet und in der sie Begleitung benötigt.“

Die pastorale Orientierung für das Jahrzehnt der ‚Erziehung  zu einem guten Leben aus dem Evangelium‘ zitierend,  erinnerte Semero daran, dass  „der Erziehungsprozess  dann wirksam ist, wenn zwei Personen, der Erzieher und der zu Erziehende, sich begegnen und sich auf tiefe Weise ansprechen.“  So sei es auch im Zentrum der christlichen Erfahrung, die „nicht eine ethische Entscheidung ist, sondern die Begegnung mit einer Person, mit Christus.“

Daher sei  in den Studiengruppen immer wieder die Bedeutung vom  „Wert  des Zeugnisgebens  bei  der Weitergabe der Glaubenserfahrung“ hervorgehoben worden. „Dies hat bereits Papst Paul VI. in der Enzyklika ‚Evangelii nuntiandi‘ mit dem eingängigen Ausdruck bestätigt, dass ‚die Welt mehr Zeugen als Lehrer braucht‘ – in dem Sinne, dass in der Pfarrgemeinde eine Atmosphäre der Annahme und der Freude herrschen möge.“

Dies sollten  besonders die  sogenannten „Zurückkehrenden“ erleben,  von denen Angelo Kardinal Bagnasco, Präsident der italienischen Bischofskonferenz , in seiner Eröffnungsrede der Versammlung sprach.  Bischof Semeraro erklärte, dass  es „Erwachsene sind, die aus verschiedenen Gründen das Glaubensleben,  wenn auch nicht vollständig abgelegt, so jedoch verlassen haben. Dennoch spüren sie eine Sehnsucht danach, was sie dazu bringt, die kirchliche Gemeinschaft erneut  zu  suchen. Es ist sehr wichtig für sie, nicht die gleiche Atmosphäre wieder  vorzufinden, die sie zum Weggehen bewogen hat.“

Neben den „Zurückkehrenden“  wächst die Zahl der Katechumenen, das sind „Erwachsene, die Christen werden möchten.“  Bischof Semeraro erläuterte : „Die Erfahrung  zeigt, dass ungefähr  50 Prozent derjenigen, die darum bitten, mit dem Weg der Glaubensvorbereitung beginnen zu dürfen, keine Immigranten oder Mitglieder anderer Religionen sind, sondern Menschen, die in unserer Diözese geboren wurden.“ Damit dieser Wunsch wachsen könne, bedürfe es „der Nähe eines Freundes, eines Verlobten, eines Schulgefährten  oder Arbeitskollegen, einer  Form der ehrenamtlichen Tätigkeit:  ein Beweis der Unvorhersehbarkeit der Wege Gottes jenseits unserer Bemühungen.“

Alle diese Personen könnten  im Glauben begleiten, wie es „heute sehr häufig die Großeltern tun. Sie sind oft das Bindeglied der Generationen zum  Glauben hin, mehr als die Eltern, die durch den  Rhythmus der Arbeit gehindert sind.“ Auch deswegen, weil „die Großeltern von heute nicht mehr einen weißen Bart haben, sondern sie ebenso noch jung sind.“ In diesem Zusammenhang müsse auf das Risiko hingewiesen werden, dass „es dabei nicht allein um eine Glaubensbelehrung, sondern  um eine Glaubensbegleitung geht.“

Auf die Frage von Journalisten zu einer kürzlich veröffentlichten Verlautbarung der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, die ein Pilotprojekt in der Diözese Bozen-Brixen, die das Alter des Empfangs der Firmung  auf 12-18 Lebensjahre festlegte,  beendet hat, erklärte Msgr. Semeraro, dass es  Diskussionen um das geeignete  Firmalter gebe: „Ausgehend vom festgelegten Alter von 12 Jahren gibt es in den Diözesen legitime Unterschiede, die mit ihrer Geschichte und lokalen Traditionen zusammenhängen.  Er schloss mit den Worten: „ Das nationale katechetische Amt  hat bereits vor längerer Zeit mit einer Untersuchung in den verschiedenen Diözesen  begonnen   und schließt eine Änderung der Norm nicht aus, aber das Alter ist nicht das einzige Problem im Zusammenhang mit diesem Sakrament.“

Am Nachmittag des 26. Mai trafen sich die Bischöfe in der Basilika S. Maria Maggiore  zum  Rosenkranzgebet, an dem auch Papst Benedikt XVI. teilnahm,  anlässlich der 125-Jahrfeier der Gründung Italiens.

[Übersetzung aus dem Italienischen von Maria Raphaela Hölscher]