In der Kirche ist die wahre Macht der Dienst

Papst Franziskus erklärt die Demut vor dem Kreuz

Rom, (ZENIT.org) Luca Marcolivio | 452 klicks

Die wahre Macht in der Kirche sei das Dienen, Machtstreben dürfe nicht existieren. Dies waren die Worte Papst Franziskus’ während der Morgenmesse in der Residenz „Domus Sanctae Marthae“, die er gestern mit Andrezej Kopowski, dem Direktor der Programme von Radio Vatikan, konzelebrierte.

An der Messe nahmen Mitarbeiter von Radio Vatikan teil, eine Gruppe von Angestellten des Pilgerbüros und des Vatikanischen Governatorates und der Direktor der „Civiltà Cattolica“, P. Antonio Spadaro SJ, sowie Maria Voce, Präsidentin der Fokolar-Bewegung, und Giancarlo Faletti, ihr Vizepräsident.

Der Papst kommentierte das Tagesevangelium (Mk 9, 30-37) mit einer Erklärung, dass in der Kirche „Machtstreben keinen Platz hat“, das habe „schon mit Christus begonnen.“ Machtgier sei mit der Ethik der Kirche vollkommen inkompatibel, denn die wahre Macht sei „die Macht des Dienens“, wie Christus lehre.

Jesus sei nicht in die Welt gekommen, „um bedient zu werden“, sondern im Gegenteil, um zu dienen, „im Dienst am Kreuz“, mit dem „er sich bis zum Tod erniedrigt hat“, um den Menschen zu dienen, und vor allem, um sie zu erlösen.

„Es gibt keinen anderen Weg, um vorwärts zukommen“, kommentierte der Papst. „Für den Christen bedeutet fortzuschreiten, sich zu erniedrigen. Wenn wir diese christliche Regel nicht lernen, dann können wir niemals die wahre Botschaft von Jesu Macht verstehen.“

In der Kirche, unterstrich der Papst, „ist der Größte derjenige, der dient, der im Dienst an den anderen steht.“ Machtstreben wurde aber auch der Kirche nicht erspart, bis „zu der Art hin, wie wir sprechen.“

So wie man in der weltlichen Art für geleistete Arbeit von „Beförderung“ zu sprechen pflege, so werde dieser Begriff auch im kirchlichen Bereich angewandt, kommentierte der Papst. Einen Unterschied gebe es jedoch: die höchste Beförderung sei „die Beförderung zum Kreuz“, zur „Demütigung“. Diese Art der Beförderung sei diejenige, die Christus am meisten gleiche.

Paradigmatisches Beispiel dieser Spiritualität sei der hl. Ignatius von Loyola, der in den geistlichen Exerzitien Gott um „die Gnade der Demütigungen“ bittet.

Der Weg zum Herrn sei „in seinem Dienst“, dem wir folgen können, wenn wir „hinter ihm gehen“; darin bestehe „die wahre Macht der Kirche.“

Der Heilige Vater schloss die Predigt mit einem Gebet, dass der Herr uns die Gnade schenken möge zu verstehen, „dass die wahre Macht der Kirche im Dienst liegt“ und die „goldene Regel“ zu verstehen, mit der der Christ immer weiter fortschreiten könne, wenn er sich „erniedrigt“.