"In der Kurie gibt es Menschen, die Heiligen nahekommen, aber..."

Papst Franziskus hat die Existenz einer homosexuellen Lobby im Vatikan zugegeben

Vatikanstadt, (ZENIT.org) Maike Sternberg-Schmitz | 569 klicks

Nach einem chilenischen online-Bericht von Reflexión y Liberación habe Papst Franziskus gegenüber Vertretern Lateinamerikas von einer „korrupten Strömung“ innerhalb der römischen Kirche, so wie von einem homosexuellen Machtapparat gesprochen. Pater Federico Lombardi, Generaldirektor des Senders Radio Vatikan und Leiter des vatikanischen Presseamtes, sprach von einem privaten Treffen und gab dazu keinen Kommentar ab, von lateinamerikanischer Seite wurde „von allgemeingültigen Stichpunkten aus dem Gedächtnis“ gesprochen.

Nach Presseberichten habe der Papst hinzugefügt: ”Wir müssen sehen, was wir diesbezüglich ausrichten können“, so die chilenische Internetseite. Seine Aussagen habe Papst Franziskus letzten Donnerstag während einer Audienz mit Vertretern der CLAR (Confederación Latinoamericana y Caribeña de Religiosas y Religiosos) gemacht, dem Verband der Ordensleute in Lateinamerika und den karibischen Inseln. Auf die Fragen nach seinen Reformwünschen habe der Papst geantwortet, dass die Umsetzung schwierig sei. In der Kurie gebe es Menschen, die Heiligen nahe kämen, aber eben auch eine korrupte Strömung. Auch spreche man von einer Schwulenlobby; man müsse schauen, was man dagegen tun könne. Er selber sei nicht die richtige Person für diese Reform, da er nicht ausreichend organisiert dafür sei; allerdings habe er vollstes Vertrauen in die eigens dafür zusammengestellte Kommission.

Wie italienische Zeitungen berichten, dementiere die Pressestelle des Vatikans die Aussagen nicht. Pater Lombardi spreche von einem Treffen privaten Charakters, dessen Inhalt er nicht kommentieren wolle. Indirekt bestätigten den Sachverhalt hingegen die Vorsitzenden des Verbands der Ordensleute in Lateinamerika in Form einer Erklärung, in der sie die nicht autorisierte Publikation eines aus dem Gedächtnis aufgezeichneten Gesprächs mit dem Heiligen Vater und die daraus entstandene Verwirrung bedauert.