"In der Treue im Kleinen liegt ihre Größe"

Sr. Maria Euthymia (1914-1955)

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 313 klicks

Sr. Maria Euthymia wurde am 8. April 1914 mit dem bürgerlichen Namen Emma Üffing in Halverde geboren. Sie wuchs in einer gläubigen Familie auf und erhielt eine religiöse Erziehung. Mit 18 Monaten erkrankte Euthymia an Rachitis und litt zeitlebens unter den Folgeschäden.

Schon mit 14 Jahren war in Euthymia der Entschluss gereift, in einen Orden einzutreten. Sie verspürte den Wunsch, mit Menschen zu arbeiten und den Nächsten zu helfen. Am 1. Novemver 1931 begann die Selige zunächst eine Ausbildung als Hauswirtschafterin im Krankenhaus St. Anna in Hopsten, die sie im Mai 1933 abschloss. Während ihrer Ausbildung lernte sie die „Clemensschwestern oder Barmherzigen Schwestern von der allerseligsten Jungfrau und schmerzhaften Mutter Maria“ kennen. Die damalige Superiorin, Sr. Euthymia Linnenkämper, schätzte Euthymias Einsatz und ihr herzliches Wesen sehr.

Doch bevor Euthymia dem Orden beitreten konnte, kehrte sie 1932 in ihr Elternhaus zurück, um sich dort um ihren sterbenden Vater zu kümmern. Im März 1934 bat sie schließlich um die Aufnahme in die Kongregation; so trat sie am 23. Juli dem Orden bei und nahm den Namen „Euthymia“ an, im Gedenken an die gleichnamige Superiorin. Ihr Gelübde legte Euthymia am 11. Oktober 1936 ab.

Seit 1936 arbeitete sie im St. Vinzenz-Krankenhaus in Dinslaken, zunächst auf der Frauenstation, später auf der Isolierstation.

Während der Kriegsjahre kümmerte sich Euthymia um die Kriegsgefangenen und Fremdarbeiter. Sie sorgte für ihre medizinische Versorgung und betete mit den Menschen. Nach dem Krieg wurde Schwester Euthymia in die Wäscherei versetzt. Obgleich sie es vorgezogen hätte, weiter karitativ und seelsorgerisch zu arbeiten, nahm sie auch diese Aufgabe mit Hingabe war. Sie blieb stets freundlich, herzlich und hilfsbereit.

Sr. Euthymia starb am Morgen des 9. September 1955 nach einer Krebserkrankung.

Am 7. Oktober 2001 wurde Sr. Euthymia vom seligen Johannes Paul II. seliggesprochen. Vorausgegangen war ein langjähriges Verfahren; die Clemensschwestern hatten Ende 1959 unter der Leitung des damaligen Bischofs von Münster, Dr. Michael Keller, den Seligsprechungsprozess eingeleitet. 1962 wurden der zuständigen Kongregation die entsprechenden Dokumente übergeben. Schon unmittelbar nach dem Tod hatte die Verehrung von Sr. Euthymia eingesetzt.

Als Wunder wurde im März 2000 schließlich die Heilung anerkannt, die sich an der Hand einer Mitschwester Euthymias, Schwester Avelline, zugetragen hatte. Schwester Avelline hatte sich schwere Verbrennungen und Quetschungen zugezogen. Es wurde festgestellt, dass die Heilung allein durch die Fürsprache von Schwester Euthymia herbeigeführt worden sei. Schwester Avelline hatte am offenen Sarg von Schwester Euthymia gebetet.

Der selige Johannes Paul II. beschrieb die selige Euthymia am 7. Oktober 2001 mit den Worten: „Ein Zeugnis ganz anderer Art hat die selige Schwester Euthymia abgelegt. Unermüdlich hat sich die Clemensschwester in der Pflege der Kranken, besonders der Kriegsgefangenen und Fremdarbeiter, eingesetzt. Daher nannte man sie auch ‚Mama Euthymia‘. Nach dem Krieg musste sie von der Krankenpflege in die Wäscherei wechseln. Sie hätte viel lieber Menschen als Maschinen bedient. Trotzdem blieb sie die einfühlsame Schwester, die für jeden ein freundliches Lächeln und ein gutes Wort hatte. Ihr Vorsatz lautete: ‚Der Herr soll mich brauchen, ein Sonnenstrahl zu sein, der alle Tage leuchtet.‘ Die Ordensfrau lebte nach dem Motto: Was immer wir tun, wir sind nur ‚unwürdige Diener. Wir haben nur unsere Schuldigkeit getan‘ (Lk 17, 10). In der Treue im Kleinen liegt ihre Größe.“