In Simbabwe wird Kirche zum Hoffnungsträger

Missionsdominikanerinnen stehen an der Seite der Kinder, die am meisten Not leiden

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HARARE/TETTNANG, 10. März 2009 (ZENIT.org).- In Simbabwe wird die Kirche während der Ausbreitung der Cholera-Epidemie an vielen Orten zum Hoffnungsträger. Die Schwestern des Dominikanerinnen-Konvents in Harare nehmen sich insbesondere der verletzbaren Kinder an. Viele Kinder haben ihre Eltern aufgrund einer Krankheit verloren, die Großeltern fehlen und sie haben keine Kraft mehr für den täglichen Überlebenskampf.

Sr. Philothea Thanner OP stammt aus Tettnang, einer Stadt im Bodenseekreis in Baden-Württemberg. Sie wirkt seit Jahrzehnten als Missionsdominikanerin in Emerald Hill. Dort haben die Ordensschwestern ein Zentrum für Kinder aufgebaut. „Emerald Hill Children's Home“ ist ein gemischtes Heim und gibt rund 100 Kindern und Jugendlichen im Alter von drei bis 20 Jahren ein Zuhause. Viele der Jungen und Mädchen haben in ihrem jungen Leben Schreckliches durchgemacht. Unter ihnen sind immer mehr AIDS-Waisen, denen ohne fremde Hilfe ein schrecklicher und einsamer Tod bevorstünde. In Emerald Hill können sie ihr kurzes Leben wenigstens glücklich und in Würde leben. Angeschlossen an das Projekt ist auch eine Schule.

Simbabwe befindet sich in einer schweren Krise mit Massenarmut und Hyperinflation. Der Kollaps des öffentlichen Dienstes hat den Ausbruch einer Cholera-Epidemie begünstigt. Bislang sind daran rund 4.000 Menschen gestorben, 88.000 sind erkrankt (ZENIT berichtete).

Unterstützung für das Projekt, kranken und verwaisten Kindern ein menschenwürdiges Leben und eine Zukunft zu ermöglichen, bekommt die Gemeinschaft vin Sr. Philothea Thanner auch aus ihrer deutschen Heimatgemeinde in Tettnang. Die letzte Sternsinger-Aktion ermöglichte für Simbabwe eine Spende von 21.000 Euro. Mit einem Teil des Geldes konnte in Harare ein Generator für die Stromerzeugung angeschafft werden. „Damit ist wenigstens der Strom für die medizinische Versorgung und für die Kühlgeräte gewährleistet“, so Sr. Philothea Thanner OP.

Willkürliche Stromabschaltungen durch die Behörden sind an der Tagesordnung. „Die Polizei ist kriminell und hat somit mit der Ordnung im Lande nicht mehr viel zu tun“, erklärt die Missionsdominkanerin. „Die medizinische Versorgung ermöglicht eine Verbesserung der Lebensqualität der Erwachsenen. Sie können damit wenigstens ein paar Jahre länger für ihre Kinder leben, und das ist viel wert. Die Lebenserwartung in Simbabwe ist so gering wie nirgends auf der Welt. Die Frau kann 34 Jahre erwarten, während der Mann eine Lebenserwartung von 37 Jahre hat.“

Insgesamt habe die Kolpingsfamilie in Tettnang bereits über 250.000 Euro für Projekte in Simbabwe zur Verfügung gestellt, erklärt Eberhard Rapel gegenüber ZENIT. „Wir in Tettnang geben nicht auf und spenden weiter, da wir verlässlich und nachhaltig wirken wollen. Ein Mugabe kann uns nicht beirren, und unsere Geduld ist mit Gottes Hilfe am längeren Hebel. Wir haben den längeren Atem.“