IN VIA fordert Verbesserung des Asylrechts für Frauen

Geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen als Asylgrund anerkennen

Rom, (ZENIT.org) Britta Dörre | 323 klicks

Der Katholische Frauenverband IN VIA fordert ein längerfristiges Bleiberecht und bedarfsgerechte Hilfen für Frauen und Mädchen, die nach Deutschland fliehen.

Angaben der UNO-Flüchtlingshilfe zufolge sind weltweit nahezu 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht. 15,4 Millionen gelten nach völkerrechtlicher Definition als Flüchtlinge. Rund 42.000 kommen jedes Jahr nach Deutschland. Die Hälfte aller Flüchtlinge sind Frauen und Mädchen, die aus politischen oder religiösen Gründen, wegen Unterdrückung und Verfolgung, Witwenverbrennungen, genitalen Verstümmelungen oder Vergewaltigungen aus ihrer Heimat fliehen müssen.

Während der Flucht sind die Frauen und Mädchen vielfältigen Gefahren ausgesetzt; meist sind sie von den schrecklichen Erfahrungen, die sie erleiden mussten, traumatisiert. Angst ist ihr ständiger Begleiter. Oft sind auch die Bedingungen im Flüchtlingslager nicht an die speziellen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen angepasst, wie zum Beispiel nach Geschlechtern getrennte sanitäre Anlagen. Die Frauen und Mädchen, die schließlich nach Deutschland kommen, leiden häufig unter schweren Depressionen und Angstzuständen. Entsprechende Hilfe, um die Traumata zu überwinden, ist erforderlich.

Deshalb erklärt die Vorsitzende von IN VIA Deutschland, Irme Stetter-Karp: „Weder mit der UN-Menschenrechtskonvention noch mit dem christlichen Menschenbild ist es vereinbar, dass die Notlage von Flüchtlingsfrauen in Deutschland ignoriert wird. Es ist unabdingbar, ihnen neben einem Bleiberecht sicheren Wohnraum, Angebote zur Traumabewältigung und Begleitung zu gewähren.“ Ihre Forderung lautet deshalb: „Wir fordern ein Asylverfahren in Deutschland, das geschlechtsspezifische Menschenrechtsverletzungen als Asylgrund anerkennt.“

Jährlich wird 1.200 Frauen Asyl in Deutschland gewährt.