Indien: Bollywoodfilm beleidigt christlichen Glauben

Christen protestieren

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ROM, 28. September 2012 (ZENIT.org).Der Bollywoodfilm „Kamal Dhamaal Malamaal“ („Lache und sei glücklich“), der heute in den indischen Kinos anläuft, „beleidigt den christlichen Glauben und das Empfinden der Gläubigen.“ Wie der Pressesprecher der katholischen Bischofskonferenz in Indien, Pfarrer Dominic D’Abrio, dem Fidesdienst mitteilt, „sind die indischen Bischöfe enttäuscht und beklagen, dass die zuständigen Filmbehörden nicht reagieren“ und dass „die Produzenten wenig Verantwortungsbewusstsein zeigen.“ In diesem Zusammenhang fordern sie die Zivilbehörden auf, „die Achtung der religiösen Symbole und Inhalte des christlichen Glaubens in Indien zu garantieren.“ Nach Aussage von Pfarrer D’Abrio macht der Film die Figur des christlichen Priesters lächerlich und beleidigt an anderer Stelle den Rosenkranz.

Katholische Organisationen, darunter das „Catholic Secular Forum“ (CSF) luden unterdessen am 26. September zu einer Protestkundgebung in Bombay ein. Die Demonstranten äußerten ihre Proteste unter anderem auch vor dem Sitz des regionalen Parlaments. Eine Delegation der katholischen Gruppen unter Leitung von Pfarrer Ruben Tellis vom erzbischöflichen Haus in Bombay sprach mit der Vorsitzenden des „Zentralen Rates für Filmzertifizierung“, Leela Samson, die um das Verbot der beleidigenden Szenen gebeten wurde. Über das Anliegen wurde auch der Minister für Information und Telekommunikation, Ambika Soni, informiert.

„Mit diesem Film hat Bollywood einen Tiefpunkt erreicht“, so Joseph Dias vom Catholic Secular Forum zum Fidesdienst, der in diesem Zusammenhang auch daran erinnerte, dass bereits in der Vergangenheit Filme produziert worden seien, die das Empfinden der christlichen Gläubigen beleidigten. Christen fordern deshalb einen ständigen Vertreter der christlichen Glaubensgemeinschaft im Kontrollausschuss für Kinofilme.

Der Sprecher der indischen Bischöfe betont abschließend, „wir haben gesehen, welche Auswirkungen der islamfeindliche Film „Die Unschuld der Muslime“ hatte. Auch indische Muslime sind betroffen und wütend. Nun werden Christen beleidigt. Derart unverantwortliche Dinge sollten nicht geschehen. Freiheit erfordert auch Respekt“.

In den vergangenen Tagen hatte die Schändung der Kirche der Madonna von Lourdes durch Unbekannte in Tamil Nadu die christliche Glaubensgemeinschaft in Indien erschüttert. Im Zeichen des Protests hatten christliche Gläubige am 19. September zu einem Tag des kollektiven Fastens aufgerufen, an dem rund 5.000 Christen, darunter auch Bischöfe und führende Vertreter der Kirche teilnahmen. Auch in diesem Zusammenhang hatte die Ortskirche die Regierung um den Schutz religiöser Minderheiten und deren Symbole gebeten.