Indien: Christen befürchten neue gewalttätige Übergriffe

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ROM, 24. Februar 2009 (ZENIT.org).- Die Ermordung eines Christen im Osten des indischen Bundesstaates Orissa lässt eine neue Welle der Gewalt befürchten. Es besteht die Gefahr, dass der Normalisierungsprozess in der Region nach den Ausschreitungen im vergangenen Jahr gebremst wird.



Das Hilfswerk „Kirche in Not“ berichtet in einer Mitteilung an Zenit, dass sich letzte Woche nach dem Auffinden der Leiche des 45-jährigen Hrudyananda Nayak die Furcht im Distrikt Kandhamal rasch ausgebreitet habe.

Der Sprecher des Erzbischofs von Cuttack-Bhubaneswar, P. Madan Singh, gestand ein, dass unter den Christen aufgrund der gegen sie gerichteten Gewalttaten Panik herrsche. Mehr als 10.000 Menschen aus Kandhamal leben nach den im August 2008 ausgebrochenen Übergriffen in Flüchtlingslagern. Jetzt ist die Furcht vor einer Rückkehr nach Hause gestiegen. „Die Menschen aus den Flüchtlingslagern hatten damit begonnen, langsam in ihre Dörfer zurückzukehren“, so Singh. „Nach dieser Gewalttat aber hat sich die Angst verdoppelt.“

Das Opfer der Gewalttat wurde zum letzten Mal am Abend des 18. Februar gesehen, nachdem er sein Dorf verlassen hatte, um seine Schwester zu begleiten. Gerüchte besagen, dass ein Augenzeuge gesehen hätte, wie Nayak von einer Gruppe von hinduistischen Extremisten festgehalten worden sei. Keine 24 Stunden später wurde sein Leichnam zwischen den Felsen in einem Wald aufgefunden.

Bis zum heutigen Tag hat die Polizei den Verdacht auf Mord nicht bestätigt. Nayak war verheiratet und Vater von zwei Kindern. Ein Nachbar, der seine Verletzungen gesehen hatte, brachte die Überzeugung zum Ausdruck, dass es sich um einen Mord gehandelt habe.

Rudangia ist ein mehrheitlich christliches Dorf und hat während der Anschläge auf die Christen, die im Distrikt von Kandhamal zu Weihnachten 2007 und dann im August 2008 entflammt waren, einen sehr hohen Preis bezahlt. 80 Menschen sind bei den Ausschreitungen ums Leben gekommen. Extremisten hatten rund 300 Dörfer angegriffen und dabei 6.000 Wohnungen und beinahe 300 Kirchen zerstört.

Die Welle der Gewalt gegen die Christen war nach der Ermordung von Swami Laxmanananda Saraswati entfesselt worden, einem Mitglied der hinduistischen Partei Vishwa Hindu Parishad. Auch wenn sich eine maoistische Gruppierung die Verantwortung für den Mord auf sich genommen hatte, waren es die Christen gewesen, denen die Schuld dafür gegeben worden war. So wurden sie zu Zielen von Angriffen und Mordanschlägen.