Indien: "Demütigende" Gewalt gegen Christen in Orissa

28jährige Ordensschwester aus Kandhamal verschleppt und mehrmals vergewaltigt

Rom, (Fides) | 385 klicks

„Ein weiteres Mal werden Christen in Orissa Opfer von Gewalt. Oft handelt es sich bei den Tätern um radikale Hindus, die Christen feindselig gegenüber stehen. Wir als katholische Kirche bitten die Regierung deshalb um mehr Garantien für die Sicherheit und den Schutz christlicher Bürger“, so der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Bischof Thomas Thiruthalil CM von Balasore, gegenüber dem Fidesdienst in einem Kommentar zu den jüngsten Episoden der Gewalt, dem noch nicht vollständig aufgeklärten Tod eines Pastors und der Vergewaltigung einer Ordensschwester. 

„Gewalt ist immer abscheulich. Christen werden oft zu Opfern, da man ihnen häufig vorwirft, dass sie die Menschen bekehren wollen. Dadurch werden unsere Brüder und Schwestern angreifbar und wehrlos. Die Regierung sollte die Achtung der Gesetze garantieren… Wir als Kirche führen unterdessen einen Dialog mit allen Komponenten der Gesellschaft, insbesondere mit Hindus, und wollen verständlich machen, dass Christen nur Frieden und Harmonie wünschen.“

In der Diözese Cuttack-Bhubaneswar wurde eine 28jährige aus Kandhamal stammende Ordensschwester verschleppt und vergewaltigt. Die Ordensfrau wurde von ihren Entführern vom 5. bis 11. Juli festgehalten und misshandelt. Die Ordensschwester studierte an der Universität in Channai (Tamil Nadu) und war nach Orissa zurückgekehrt, weil ihre Mutter schwer krank war. Der Bischof von Cuttack Bhubanswar verurteilte die Tat und forderte Gerechtigkeit angesichts dieser „demütigenden Gewalt“. 

Unterdessen erhält die Ordensfrau von der Diözese rechtlichen und psychologischen Beistand.
Ein 45jähriger protestantische Pastor und Arzt von der „Blessing Youth Mission“ wurde am 14. Juli in einem Fluss in der Nähe von Jeypore (Orissa) tot aufgefunden. Er wurde seit dem 11. Juli vermisst. Nach ersten Ermittlungen könnte das Motorrad, auf dem der Pastor unterwegs war, von einer Flutwelle in den Fluss gerissen worden sein, während er eine Brücke überquerte. Doch die Polizei schließt auch einen Mord nicht aus. Der Pastor lebte mit seiner Familie in Bohopal. Er hinterlässt seine Ehefrau und zwei Töchter im Alter von 7 und 15 Jahren.

(Quelle: Fidesdienst, 16/07/2016)