Indien: Missionskongress war ein neues Pfingsten

P. Ignaci Siluvai, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke, zieht Bilanz

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ROM, 28. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Der Indischen Missionskongress war ein Moment der Gnade für die Kirche in Indien. Es war ein historisches Ereignis, ein neues Pfingsten für die katholische Glaubensgemeinschaft in Indien, die mit Delegierten aus allen Teilen der großen Nation vertreten war“, so P. Ignaci Siluvai, Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerke in Indien, in einer Bilanz zu dem kirchlichen Großereingis, das von seinem Büro mitorganisiert wurde (Zenit berichtete).

„Ziel war es, das Feier der Mission in den Herzen der Teilnehmer neu zu entfachen. Bereits das Thema „Lass dein Licht leuchten“ deutet darauf hin, dass es sich nicht nur um eine Studienveranstaltung handelte sondern um ein zutiefst geistliches Ereignis, das erst durch die Kraft und die Gegenwart des Heiligen Geistes möglich wurde“, so. P. Siluvai in einer Meldung des Fidesdienstes.


„Ich habe mich vor allem über die Begeisterung und das Engagement der Teilnehmer gefreut“, betont der Nationaldirektor der Päpstlichen Missionswerk. „Es war die vielfältige Realität der katholischen Glaubensgemeinschaft in Indien zu spüren: viele Menschen mit unterschiedlicher Sprache, Kultur und Brauchtum hatten sich am selben Ort versammelt, vereint im Namen ihres Glaubens an Christus. Der Kongress war eine kostbare Gelegenheit zur Erweiterung der missionarischen Perspektiven. Er hat uns dabei geholfen, unsere Identität als Christusgläubige zu erkennen, unsere christlichen Wurzeln neu zu entdecken, das Missionsbewusstsein zu stärken, den Glauben an den auferstandenen Christus zu feiern und uns der Mission zuzuwenden“.


P. Siluvai erinnert daran, dass bei dem Kongress auch zwei schwierige und miteinander in Verbindung stehende Fragen angesprochen wurden: die Verfolgungen, unter denen christliche Gemeinden in Orissa und anderen Teilen des Landes leiden und die so genannten „Zwangsbekehrungen“.

„Die Erfahrungsberichte, die wir hören durften, waren sehr aufschlussreich und erbauend“, so P. Siluvai, „und es wurde auch daran erinnert, dass viele Christen in Orissa, lieber sterben wollten, als ihren glauben an Christus zu leugnen. Viele waren bereit, ihr Leben hinzugeben: sie sind die modernen Märtyrer Indiens“.


Zum Thema Bekehrungen hatte Kardinal Oswald Gracias in seinem Vortrag bei dem Kongress an die so genannten Anti-Bekehrungs-Gesetze in einigen indischen Staaten erinnert, die die so genannten „Zwangsbekehrungen“ verhindern sollen. „Unserer Antwort lautet“, so P. Siluvai, „dass solche Gesetze nicht nötig sind, da die katholische Kirche solche Bekehrungen für sinnlos erachtet: Eine Bekehrung geschieht aus dem freien Willen eines Herzens, das sich Christus nähert und seiner Botschaft folgen will, und niemand kann jemanden zu so etwas zwingen. Jeder, der ernsthaft ein Jünger Christi werden will, sollte das Recht haben, dies zu tun: Es ist ein in der Verfassung verankertes Menschenrecht. Keine zivile Behörde hat das Recht, in das Heiligtum des menschlichen Gewissens einzudringen.“

Über 1.500 Delegierte waren zu dem kirchlichen Großereignis gekommen, darunter Bischöfe, Priester, Theologien, Ordensleute, Seminaristen, Laien, Frauen und Jugendliche aus allen indischen Diözesen. Der Gedankenaustausch soll alle kirchlichen Institutionen, Pfarrgemeinde, Vereine und Familien in ganz Indien erfassen und damit der Mission in Indien neue Impulse geben