Indien: "Wir müssen wahrhaft eine Kirche der Armen sein"

Schlussbotschaft zur 31. Vollversammlung der Indischen Bischofskonferenz

Rom, (Fides) | 256 klicks

Die Kirche müsse in einer Gesellschaft, in der Korruption und Gewalt weit verbreitet seien, Vorbild sein, wenn es um Einfachheit, Transparenz, Gerechtigkeit und Barmherzigkeit gehe, heißt es in der Schlussbotschaft zur 31. Vollversammlung der Indischen Bischofskonferenz (Palai, Kerala, 5. – 13. Februar). „Wir müssen wahrhaft eine Kirche der Armen sein“, so die Bischöfe, mit Bezug auf das Beispiel von Papst Franziskus. 

Die insgesamt 187 teilnehmenden Bischöfe betonen, dass „die Kirche in Indien versucht, die Vision des Zweiten Vatikanischen Konzils umzusetzen.“ Dabei bemühe man sich darum, „wie es in dem Konzilsdokument ‚Gaudium et spes‘ angeregt wird, eine Kirche zu sein, die für notleidende Menschen eintritt, auf der Grundlage der Prinzipien der Achtung der Menschen, der Solidarität und des Dialogs.“ 

Innerhalb der Kirche fördern die Bischöfe insbesondere „die kleinen christlichen Gemeinschaften, die vielerorts entstanden sind und im Wort und in der Eucharistie wurzeln“, die sie als „Zeichen der Vitalität und Instrument der Bildung und der Evangelisierung“ bezeichnen. 

In der Zukunft wollen die indischen Bischöfe die Gläubigen insbesondere zur persönlichen Begegnung mit Gott durch das Wort und die Sakramente anregen. Denn diese „führt zu einer inneren Umkehr, die durch ein einfaches Leben, liebevolles Handeln, Mitgefühl und Vergebung nach dem Vorbild von Papst Franziskus sichtbar wird.“ „Die Gotteserfahrung führt auch zu mehr Aufmerksamkeit für kulturelle, wirtschaftliche und soziale Randgruppen“, so die Bischöfe weiter. „Wir werden uns gegen jede Form von Ungerechtigkeit gegen diese Gruppen einsetzen und uns für ihre Rechte stark machen.“ „Wir wünschen uns eine Kirche der Armen“, so die Bischöfe, „die mit den indischen Dalit solidarisch ist, die weiterhin unterdrückt werden… In diesem Sinne werde die Kirche sich für die „Gleichberechtigung christlicher Dalit“ einsetzen.

In ihrer Botschaft befassen sich die Bischöfe auch mit der Rolle der Laien, die mehr Ämter in der Seelsorge übernehmen sollten, wobei man sich auch um „gleiche Würde und gleiche Chancen“ für Frauen in Kirche und Gesellschaft bemühen müsse, wozu auch die Kampagne „gegen den Mord an weiblichen Föten und Gewalt jeder Art“ unterstützt werden soll. Schließlich fordern die Bischöfe „mehr christliche Präsenz in Politik und Öffentlichkeit“ und den Dialog als „Weg in einem Land mit vielen antiken Kulturen und Religionen… Die Kirche in Indien muss eine Kirche des Dialogs sein, wobei sich die Christen auch für Dialog im Alltag einsetzen sollten“, so die Bischöfe, die am Ende ihre Botschaft auch auf die Bedeutung der Erhaltung der Schöpfung und die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung hinweisen. (PA)

(Quelle: Fides 14/2/2014)