Indische Regierung würdigt soziales Engagement einer Ordensschwester

Schwester Cyril Mooney aus Irland wirkt seit mehr als 40 Jahren im Erziehungsbereich

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KALKUTTA, 14. Februar 2007 (ZENIT.org).- Sr. Cyril Mooney, 70, wird demnächst die staatliche Auszeichnung „Padma-Shri“ verliehen bekommen, die vierthöchste zivile Anerkennung in Indien. Die irische Ordensfrau wird von der indischen Regierung aufgrund ihres mehr als 40 Jahre andauernden Einsatzes in der Ausbildung der Ausgestoßenen und der Ärmsten der Armen gewürdigt.



Als Mitglied des Instituts der seligen Jungfrau Maria kam Schwester Mooney 1956 nach Indien, um dabei zu helfen, Kindern moralische und geistliche Werte beizubringen, berichtete die Nachrichtenagentur SAR. 1964 rief sie in Lucknow im indischen Bundesstaat Uttar Pradesh ein Projekt ins Leben, das Studenten und Schüler die Möglichkeit eröffnete, Kinder zu unterrichten, die nicht in der Lage waren, die Schule zu besuchen. Darüber hinaus half Schwester Mooney Hausangestellten, aus den Fängen professioneller Geldverleiher freizukommen.

1975 organisierte die Ordensfrau eine Ausstellung zum Thema der sozialen Gerechtigkeit, in der die Unterschiede zwischen Arm und Reich klar hervortraten: Diskrepanzen in der Höhe des Arbeitsentgelts für die verrichtete Arbeit, Gegensätze im Gesundheits- und Bildungswesen, Unterschiede im vorhandenen Wohnraum beziehungsweise in den zur Verfügung stehenden Dienstleistungen...

1979 eröffnete Schwester Mooney in Loreto Sealdah eine Schule für die Ärmsten der Armen. Gegenwärtig sind dort 1.400 Schüler eingeschrieben, von denen die Hälfte aus einem sozial äußerst benachteiligten Umfeld stammt.

Überdies errichtete Schwester Mooney in Zusammenarbeit mit rund 60 gemeinnützigen Organisationen der Stadt mehrere Hilfsprogramme, unter anderem ein Trainingsprogramm für Hunderte von Lehrern, um 26.000 arme Kinder in den Slums von Kalkutta zu unterrichten.

Sie entwickelte ein eigenes System zur Werteerziehung, das schließlich zum neuen Unterrichtsfach „Menschenrechte“ wurde, das in rund 50 staatliche Schulen Eingang fand und heute nach wie vor unterrichtet wird.

Ferner begann die Ordensfrau das Projekt „Regenbogen-Heim“: Mädchen, die auf der Straße leben, werden in großen Schulgebäuden aufgenommen, die gewöhnlich von 14.00 Uhr nachmittags bis 8.00 Uhr morgens leer stehen. Derzeit gibt es vier solcher Heime, die 600 Kindern ein Zuhause bieten.