Indischer Erzbischof: Noch viel zu tun in Orissa

Wiederaufbau und Seelsorge an Traumatisierten

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MÜNCHEN, 6. Juni 2012 (ZENIT.org/KIN). - Vier Jahre nach den schweren Übergriffen auf christliche Dörfer im ostindischen Bundesstaat Orissa sieht der Erzbischof von Cuttack-Bhubaneswar, John Barwa, Hoffnung für die Zukunft. Dies berichtete er dem internationalen katholischen Hilfswerk „Kirche in Not". Zurzeit sehe er in seiner Erzdiözese nicht die Gefahr erneuter Übergriffe.

Die Angriffe durch fundamentalistische Hindus, die Weihnachten 2007 begonnen und im August 2008 ihren Höhepunkt gefunden hatten, forderten rund 100 Menschenleben. 50 000 Christen waren vertrieben, fast 5000 Häuser und zahlreiche Kirchen und kirchliche Gebäude zerstört worden. Am schwersten von der Gewalt betroffen war die Region Kandhamal in der Erzdiözese Cuttack-Bhubaneswar. Der Anteil von Christen an der Gesamtbevölkerung beträgt in Orissa 2,4 Prozent, der Bundesstaat wird überwiegend von Hindus (94,4 Prozent) bewohnt.

Er setze bei seiner Arbeit vor allem auf gute Beziehungen zu den Behörden, der Polizei sowie den anderen Religionsgemeinschaften, sagte Erzbischof Barwa. Es gebe zahlreiche positive Nachrichten. So habe er allein in diesem Jahr 33 Priesterweihen gespendet. „Der Glaube ist nach den Angriffen gewachsen. Alle Schwierigkeiten konnten uns nicht von Jesus trennen", so der Erzbischof, der seit April 2011 im Amt ist.
 
Noch immer werde jedoch viel Hilfe benötigt. Zwar seien zahlreiche Kirchen und Häuser wieder errichtet worden, es gebe jedoch „noch viel zu tun". Der „Wiederaufbau der Seelen" nehme viel Zeit in Anspruch. Neben der Wiederherstellung der Gebäude sei daher vor allem die Seelsorge an traumatisierten Menschen und orientierungslosen Jugendlichen sowie die Aus- und Weiterbildung der Priester notwendig. „Dank Ihrer Gebete und Ihrer materiellen Großzügigkeit konnten wir Vieles wiederaufbauen", betonte Erzbischof Barwa.