Indonesien: Caritas nach Erdbeben und Tsunami im Einsatz

Auch Kirchengüter litten erheblichen Schaden

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PADANG, Indonesien, 6. Oktober 2009 (ZENIT.org).- Durch die beiden schweren Erdbeben in Indonesien, die am 30. September und 1. Oktober die Region Padang an der Westküste Sumatras erschütterten, wurde auch bei Kirchengütern erheblicher Sachschaden angerichtet.

Der Präsident der indonesischen Bischofskonferenz, Bischof Martin Dogma Situmorang OFMCap von Padang, verlor einen Teil seines Wohnsitzes. Doch angesichts von mindestens 1200 Todesopfern und mehreren tausenden Vermissten ist er zurzeit ganz mit Rettungsteam beschäftigt, um den Betroffenen zu helfen. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Todesopfer noch merklich ansteigen wird (Zenit berichtete).

Wie die lokalen Caritasorganisation gegenüber ZENIT erklärten, werden zurzeit Nahrung, medizinische Versorgung, sauberes Wasser und Zelte am dringendsten benötigt.

Bischof Agustinus Mudjihartono von der Caritas Indonesien berichtet von schweren Zerstörungen vor allem in den ländlichen Gebieten nördlich der Stadt Padang und in der Stadt Pariaman. „Was uns unter anderem Sorge bereitet, ist, dass es dort nur drei Spitäler gibt, von denen zwei schwer beschädigt wurden“, berichtet der Direktor von Caritas Indonesia, P. Sigit Pramudji. „Weitere Herausforderungen sind überhaupt einen Zugang zu Padang zu bekommen und die schlechte Kommunikation.“

Aus Angst vor Nachbeben leben die Menschen im Freien. Notunterkünfte gibt es nicht, was die Ausbreitung von Krankheiten angesichts der mangelhaften hygienischen Verhältnisse begünstigt. Zudem wächst die Seuchengefahr durch die vielen Leichen, die noch unter den Trümmern vermutet werden und die durch die tropische Hitze schnell verwesen.

Weitere Hilfskräfte der Caritas sind in den einst paradiesischen Sandstränden von Samoa im Einsatz, wo drei Tage nach dem schweren Tsunami immer mehr Leichen angeschwemmt werden. „Wir waren nur fünf bis sechs Stunden nach dem Tsunami dort“, erzählt Peter Bendeinelli, Direktor von der Caritas Samoa. „Die Zerstörung war astronomisch, schlimmer als alles, was ich je gesehen habe. Unsere Lastwägen brechen auf, voll mit Essen, Wasser und Kleidung, und kehren zurück mit lauter Menschen, die ihr Zuhause verloren haben, und krank und verletzt sind.“ Sauberes Wasser sei besonders nötig. „Alle Wasserleitungen, die neben den Straßen verlaufen und dem Meer gegenüberliegen, wurden vollständig zerstört. Die Menschen benötigen dringend Wasser“.

Die Behörden gaben die Opferzahl mit rund 150 an. In den Krankenhäusern von Samoa fehlt es an Medikamenten und Blutreserven. Verletzte in Spitälern berichteten über die Horrorszenen, als am Dienstag in der Früh wenige Minuten nach dem schweren Erdbeben der Tsunami anrollte. Eine Großmutter verlor in der Welle ihre beiden Enkelkinder, die sie an den Händen hielt. Ein Kind wurde später lebend am Strand gefunden, das andere blieb zunächst vermisst. Charlie Pearse aus Neuseeland arbeitete als Lehrerin auf Samoa und war in einem Schulbus voller Kinder unterwegs. Die Welle erfasste das Fahrzeug. „Ich bin sicher, dass einige sofort tot waren", sagte sie weinend den Reportern.