Indonesischer Bischof fordert Maßnahmen zur Förderung der Würde der Frau

Tagung in Malaysia sucht Wege aus Gewalt, Diskriminierung und Prostitution

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KUALA LUMPUR, 4. Februar 2008 (ZENIT.org).- Südostasiatische Diözesen und Gemeinden sollten sich stärker als bisher auf die Förderung der Würde der Frauen konzentrieren, bekräftigt Bischof Agustinus Agus aus Sintang, Indonesien.



Gegenüber einem großen Kreis katholischer Frauen aus Südostasien, die an einer Tagung über mögliche Wege der Förderung der Würde von Frauen in Malaysia nachgedacht haben, wies der Würdenträger in seiner Eröffnungsrede besonders auf das Schicksal von Migrantinnen hin: „Viele dieser Frauen leiden in den Ländern, in denen sie arbeiten, unter Diskriminierung und Gewalt. Hinzu kommt das Zerbrechen der Familien zu Hause. Einige dieser Frauen werden dazu noch in die Prostitution geschickt.“

Die Tagung, die am Sonntag zu Ende ging, ist die zweite ihrer Art. Sie konzentrierte sich in diesem Jahr auf das Thema „Die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts für Frau und Familie“. An der Begegnung, die vom Referat für Laien und Familie der Föderation der asiatischen Bischofskonferenzen unterstützt wurde, nahmen Frauen aus Thailand, dem Vietnam, Indonesien, Malaysia, Sri Lanka, der Mongolei und den Philippinen teil.

Bischof Agus ermutigte zu einer Pastoral, die sich aktiv mit der Würde von Frauen beschäftigt, und zwar gerade auf Ebene der Diözese und Pfarrgemeinde. Angesichts des hohen Wertes, den der Einsatz von Frauen innerhalb der Familie hat, aber auch mit Blick auf die Herausforderungen, denen sie sich dort stellen müssen, sagte der Bischof: „Die häusliche Arbeit, die eine Frau verrichtet, wird für selbstverständlich gehalten; die Verantwortung für die Familienplanung liegt in der Regel bei der Frau. Sie ist es, die sich den Spannungen unterzieht, die bei den Vorsichtsmaßnahmen latent da sind, um die Zahl der Kinder mit den richtigen Methoden der Geburtenkontrolle festzulegen, sie aufzuziehen und den hohen Erwartungen der modernen Gesellschaft gerecht zu werden.“

Die Unterstützung durch das familiäre Netzwerk sei auf Grund von Migration und Urbanisierung oft nur eingeschränkt gegeben. „Sehr oft sind Frauen die unschuldigen Opfer von HIV/AIDS und Alkohol abhängigen Ehemännern“, fuhr der Experte für Familienfragen bei der Bischofskonferenz in Südostasien fort.

„Am Arbeitsplatz leiden Frauen nach wie vor unter Diskriminierung in Form von niedrigem Lohn, harter Arbeit, weniger Chancen und die ständige Missachtung und Erniedrigung durch ihre Arbeitgeber und Mitarbeiter“, stellte Bischof Agus fest. „Frauen haben in ihrer Rolle als Mutter mit zu langen Arbeitszeiten zu kämpfen; und dies bei mangelnder Gesundheitsversorgung, fehlenden Mutter-Kind-Einrichtungen. Zusammen mit diesen Problemen haben viele Frauen gegen körperliche, geistige und sexuelle Gewalt zu kämpfen, die auch auf der negativen Einstellung der Gesellschaft gegenüber den Frauen basiert.“

Nach der Eröffnungsansprache dokumentierten eine Reihe von Nichtregierungsorganisationen die Situation von Frauen in ihren jeweiligen Ländern. Für die Philippinen, wo die Ortskirche im Jahr 2007 den „National Women's Month“ angeregt hatte, erklärte Erzbischof Angel Lagdameo, Vorsitzender der nationalen Bischofskonferenz, dass geschlechtsspezifische Gewalt „eine traurige Realität“ seines Landes sei.

Seitens der Internationalen Katholischen Kommission für Migration wies Kim Warren in ihrem Bericht über Menschenhandel in Indonesien darauf hin, dass indonesischen Emigrantinnen zur Prostitution gezwungen und per E-Mail-Bestellung Freiern zugeführt würden.