Innerorthodoxe Differenzen: Heiliger Stuhl hofft auf Weiterführung des ökumenischen Dialogs

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ROM, 12. Oktober 2007 (ZENIT.org).- Nachdem sich die Delegation der russisch-orthodoxen Kirche aus den Gesprächen der zehnten Vollversammlung der „Gemischten Internationale Kommission für den theologischen Dialog zwischen der katholischen und der orthodoxen Kirche in ihrer Gesamtheit“ zurückgezogen hat, hofft der Heilige Stuhl, dass diese Entscheidung keine negativen Konsequenzen für den ökumenischen Dialog insgesamt nach sich ziehen wird.



Am 8. Oktober waren die 30 Vertreter der katholischen Kirche, angeführt von Kurienkardinal Walter Kasper, und die 30 Vertreter der Orthodoxie unter der Führung von Metropolit Ioannis von Pergamo (für das Ökumenische Patriarchat) in Ravenna zusammengetreten (ZENIT berichtete), um sich vor allem mit ekklesiologischen Fragen zu befassen.

Die Delegation des Moskauer Patriarchats verließ Ravenna vorzeitig, weil hinsichtlich des Statuts der orthodoxen Kirche in Estland Meinungsverschiedenheiten mit dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel bestehen.

Im Herbst 2000 hatte der Ökumenische Patriarch in Estland eine autonome orthodoxe Kirche mit einem griechischen Bischof errichtet, was vom Bistum der russisch-orthodoxen Kirche in Estland, das zum Moskauer Patriarchat gehört, als „Schisma“ betrachtet wurde.

Jesuitenpater Federico Lombardi, Pressesprecher des Heiligen Stuhls, hat aufgrund der Unstimmigkeiten innerhalb der Orthodoxie den Wunsch bekräftigt, dass der offizielle Dialog der Orthodoxie mit der katholischen Kirche nicht beeinträchtigt werden möge. Er hofft, dass es in der Streitfrage zu einer raschen Lösung kommt.