Insassen von Rebibbia können dem Papst geistliche Fragen stellen

Im römischen Gefängnis steigt die Vorfreude auf den Besuch Benedikts XVI.

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ROM, 14. Dezember 2011 (ZENIT.org). – Am kommenden Sonntag wird Papst Benedikt XVI. die Insassen des Gefängnisses „Rebibbia“ besuchen und den Weihnachtsbaum vor der Kapelle des Gefängnisses segnen.

Es fehlen nur noch vier Tage bis zum Besuch des Heiligen Vaters in der römischen Erziehungsanstalt, und die Erwartung und die Vorbereitungen steigern sich.

Der Kaplan des „Rebibbia“, Don Pier Sandro Spriano, erklärte in einem Interview mit Radio Vatikan, dass das Kommen des Papstes eine „extrem wichtige“ Bedeutung habe, da es ein Schlag gegen das Desinteresse der Institutionen im Hinblick auf das Befinden der Insassen sei.

Das Personal und die Gefangenen warteten mit Ungeduld auf das Kommen des Papstes, denn „die Kirche in ihrer höchsten Ausdrucksform ist der Papst“; er sei bereit, den Insassen zu sagen: ‚Wir sind bei euch‘ und damit die Mauer der Gleichgültigkeit niederzureißen.“

Der Kaplan fügte hinzu, dass der Besuch Benedikts XVI. auch als „als Geste verstanden werden kann, die die Politiker davon überzeugen soll, dass dringend etwas getan werden muss, um der unbeschreiblichen Überbelegung entgegenzutreten, die die Würde aller erniedrigt. Das hoffen wir. Aber es ist ein Pastoralbesuch und vor allem dazu da, die Nähe der Kirche spürbar zu machen.“

Don Spriano bestätigte dann, dass die Fragen der Insassen an den Heiligen Vater mit großer Sorgfalt ausgewählt würden, und viele seien bereits fertig. Beispielsweise seien die Fragen „im Gegensatz zu dem, was man draußen denkt, Fragen von geistlicher Bedeutung und nicht, was der Papst jeden Tag isst!“

Viele Insassen leisteten ihren eigenen aktiven Beitrag zur Vorbereitung des Ereignisses, beim „Putzen, beim Blumenstecken, damit eine Umgebung geschaffen wird, die dem Besuch dieses Menschen würdig ist, der unter uns der Stellvertreter Jesu ist. Alle werden miteinbezogen, und alle helfen dabei mit, dieses Ereignis möglich zu machen“, schloss der Kaplan.

Der Besuch im Rebibbia-Gefängnis am kommenden Sonntag wird der zweite Gefängnisbesuch des Papstes sein. Am 18. März 2007 besuchte der Heilige Vater das Jugendgefängnis „Casal del Marmo“.

[Übersetzung aus dem Italienischen von Jan Bentz]