Instrumentum laboris zur Bischofssynode in Rom veröffentlicht

Kardinal Marx würdigt "Fülle von Diskussionsstoff"

Bonn, (DBK PM) | 478 klicks

Das Generalsekretariat der Bischofssynode im Vatikan hat heute das Arbeitsdokument für die Synode, das „Instrumentum laboris“, vorgestellt. Es gilt als Grundlage für die III. Außerordentliche Generalversammlung der Bischofssynode, die vom 5. bis 19. Oktober 2014 im Vatikan stattfindet und unter dem Leitwort steht: „Die pastoralen Herausforderungen im Hinblick auf die Familie im Kontext der Evangelisierung.“ Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, erklärt zum „Instrumentum laboris“: 

„Die Basis für das ‚Instrumentum laboris‘ bilden die Antworten, welche die Bischofskonferenzen auf den im Herbst versandten Fragebogen gegeben haben. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte Ende Januar eine ausführliche Beantwortung dieses Fragebogens nach Rom gesandt. 

1.    Die Verfasser des ‚Instrumentum laboris‘ hatten die schwierige Aufgabe, die vielfältigen Antworten zusammenzufassen und auszuwerten. Programmatisch wird in der Einleitung auf ein Wort des Zweiten Vatikanischen Konzils aus der Konzilskonstitution ‚Dei verbum‘ (DV 8) verwiesen, dass die ‚apostolische Überlieferung der Kirche unter dem Beistand des Heiligen Geistes einen Fortschritt kennt‘. An den Anfang wird auch der Gedanke gestellt, die Kirche nehme sehr gerne ‚den Schwung zur Kenntnis, der vor allem unter Jugendlichen herrscht, und einen neuen Frühling der Familie erahnen lässt‘. Das stellt durchaus einen Kontrapunkt zu anderen Betrachtungsweisen dar. Im Vorwort findet sich ein ausführlicher Hinweis auf den Aspekt der Barmherzigkeit, den Papst Franziskus als Grundlinie für sein Pontifikat sieht. 

2.    Im ersten Teil des ‚Instrumentum laboris‘ gibt es deskriptive und normative Teile. Das, was ist, wird immer wieder konfrontiert mit dem, was als wünschenswert oder beispielhaft angesehen wird. Häufig wird geraten, die ‚Schönheit von Ehe und Familie‘ besser zu verdeutlichen. 

3.    Im zweiten und dritten Teil kommt der Text zu einer nüchternen Bestandsaufnahme. Gut nachvollziehbar werden verschiedenste Problemkreise, die sich mit der Ehe- und Familienpastoral der Kirche verbinden, genannt und auch den jeweiligen Weltregionen zugeordnet. Der Text legt dabei Wert darauf, zwar Probleme und auch in Ansätzen Perspektiven zu nennen, aber konkrete Lösungsansätze nicht vorweg zu nehmen. Deutlich wird dabei, dass sich die Herausforderungen für die Ehe- und Familienpastoral – gerade in weltkirchlicher Perspektive – nicht auf die Themen ‚Scheidung und Wiederheirat‘, ‚Nichteheliche Lebensgemeinschaft‘ und ‚Gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften‘ reduzieren, auch wenn diese Themen nicht ausgespart bleiben. 

Ich bin dankbar, dass das ‚Instrumentum laboris‘ eine breit gefächerte Betrachtungsweise bietet. In vielen Fragen finden sich Perspektiven wieder, die auch Aspekte der von der Deutschen Bischofskonferenz eingesandten Antworten aufnehmen. Teilweise werden sie bestätigt, teilweise durch weitere Beobachtungen aus anderen Ländern ergänzt. Mehrfach wird vor einem Moralismus gewarnt, den es zu überwinden gelte. 

Insgesamt ergibt sich ein wichtiger Text, der wegen seiner Rückbindung an den römischen Fragebogen Auskunft über Fragen der Ehe- und Familienpastoral weltweit gibt. Von dieser globalen Perspektive kann die Kirche in Deutschland lernen. Der Text legt Wert darauf, der Synode keine Beschlussvorlage, sondern stattdessen eine Fülle an Diskussionsstoff zu bieten.“ 

Hinweis:

Das ‚Instrumentum laboris‘ ist im Wortlaut unter www.vatican.va verfügbar.