Internationale Caritas: Erste Ursache der Armut sind die Kriege

In Rom die Ungleichbehandlung von Frauen erörtert

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ROM, 14. Juni 2001 (ZENIT.org).- Die Vertreter der Internationalen Caritas, der größten katholischen Hilfsorganisation der Welt, haben sich in Rom versammelt, um neue Mechanismen zur Intervention in Notstandsgebieten und Versöhnungsprojekte auszuarbeiten.



An den Sitzungen nehmen 60 Vertreter aus 154 auf der ganzen Welt verteilten nationalen Caritas-Organisationen teil. Sie wurden von den jeweiligen Bischofskonferenzen entsandt. Bei dem Treffen werden auch Tätigkeitsberichte der jeweiligen Länder vorgelegt.

Auf dieser Jahresversammlung des Exekutivkomitees der Caritas am Hauptsitz im vatikanischen Gebäude San Callisto vom 11. bis 15. Juni wird die Problematik der Chancengleichheit von Mann und Frau analysiert sowie das Verhältnis zwischen Militarisierung und humanitärer Hilfe.

Hinsichtlich der Chancengleichheit von Mann und Frau hat der Leiter der Caritas Somalia, Monsignor Giorgio Bertin Radio Vatikan gegenüber erklärt, dass dies in den Ländern am Horn von Afrika ein herausragendes Thema sei.

"Auch heute noch existieren schreckliche Praktiken wie die Infibulation, die in beschämender Weise die Würde der Frau schmäht. In den Caritas-Sektionen von Dschibuti und Somalia versuchen wir, darauf hinzuarbeiten, dass in Bezug auf diese Praxis vor allem ein Mentalitätswechsel stattfindet. Das ist nur ein Beispiel für die Situation, in der wir arbeiten und welche die Frauen auf eine harte Probe stellt in einer Umgebung, in der Frauen den Männern gegenüber ständig benachteiligt werden".

Was die Frage der Versöhnung betrifft, sagte Bertin, dass dies für die Caritas ein sehr wichtiges Thema sei, denn "die großen Formen der Armut hängen vor allen davon ab, dass kein Friede herrscht, dass man Unterschiede nicht toleriert - sei es zwischen den einzelnen Stämmen, aber auch in sprachlicher und wirtschaftlicher Hinsicht. Es fehlen einfach die richtigen Beziehungen zwischen den Volksgruppen".